04/01/2019
Ich bin auch ein Verfechter von "Ich schütze meine Brut"! Allerdings gibt es Situationen, in denen man nicht pauschal wegschicken sollte bzw. muss. Ein gutes Bauchgefühl und das schnelle Abchecken der Gesamtsituation sind dabei genauso wichtig, wie ein sicheres und ruhiges Auftreten.
Manchmal kommt auch einfach nur ein netter Hund ruhig auf uns zu & der eigene Hund zeigt nichts als Neugierde und bleibt entspannt 😉
Ich schütze meine Brut oder: lieber feige als tot? oder: nicht auf biegen und brechen oder: alles nicht pauschal
Wir sind ja nun die großen „Schützedeinebrutler“, lehren es, leben es, mögen es. Wissen wir doch, dass es dem eigenen Hund und der Mensch-Hund-Beziehung auch sehr gut tun kann, wenn ich ihn vor Gefahren bewahre, den vierbeinigen Freund.
Nun haben sich in letzter Zeit allerdings Dinge ereignet, die uns noch ein bissl mehr zurückrudern lassen, nochmals den Hinweis geben lassen, nochmals mehr auf den Bauch zu hören und lieber auch mal auszuweichen.
Zum einen sind da die Hunde, die, wenn man sie zurückschicken will, sich nicht so leicht beeindrucken lassen und auch schon mal nach vorne gehen (können).
Viel häufiger allerdings sind neuerdings die Problematiken mit den Besitzern der vermeintlichen Tutnixe, deren „Ichwilldochnurmalschnüffeln“ Schaden angetan werden könnte, wenn man sie wegschickt. Dann rasten sie aus, die Hundeeltern, die bis eben noch kein Gehör bei ihrem davonrasenden Sozialpartner fanden.
Da war der Hund, der hinter dem Auto her „gassi geführt“ wurde, jedoch lieber dann der charmanten Hündin, statt dem PKW folgte und von dem Menschen der Läufigen fortgeschickt werden sollte. Bis der Autofahrer auf den Fortschicker zufuhr, so dass dieser mitsamt Hündin in den Graben sprang, um sich zu retten. Das anschließende Wortgefecht war eine wahre Wonne und es endete vor Gericht (unschön für den Autofahrer im übrigen).
Da ist die Person, die extra wartet, bis die Dame mit ihrem Hund ums Eck kommt. Er pöbelt und beschimpft sie, so dass sie beim nächsten Mal einen Bogen läuft. Person hinterher, lässt ihren Hund los, Frau will diesen abwehren und Person greift Frau von hinten an, die seitdem Alpträume hat (danke, A., für diese Info).
Da ist die Person, die ihre Hunde absichtlich ableint, als die Dame mit ihren Hunden ums Eck kommt. Ihre brav und Schutz suchend, die anderen aggressiv und die Braven massiv verletzend.
Da ist die Person, die sich so sehr über das Abwehren ihres Hundes aufregt, dass sie den Hundebesitzer k.o. schlägt.
Und andersrum ist da der Hundebesitzer, der den zu nahe kommenden Hund absticht (hats überlebt).
Was ist da denn los? In der aktuellen Partner Hund wurde ein Urteil abgedruckt und zwar, dass Spaziergänger effektive Abwehrmaßnahmen ergreifen dürfen, wenn sich ihnen ein nicht angeleinter Hund ohne Kontrolle seines Halters nähert. Für Schäden haftet der Hundebesitzer.
Mensch, Mensch, die Welt ist manchmal echt ver-rückt. Also, wegschicken ja, wenns passt und hoffen, dass einem niemals so Irre vor die Füße laufen. Ich bin ein Freund vom Regenschirm, den man im Zweifelsfall flott aufspannen kann (was hab ich über Günthers Knirps gelacht damals) und ich hoffe darauf, dass sich einiges mit Gesprächen klären lässt. Ansonsten kann ich ja mal über nen Selbstverteidigungskurs oder Bodyguard nachdenken.
Passt gut auf Euch und Eure Brut auf,
Eure - wie ich finde - heute sehr agile Perdita