10/08/2026
Sozialkontakt bedeutet für mich nicht einfach: Leine ab und die Hunde machen lassen.
Denn nur weil ein Hund viel Kontakt sucht, heißt das nicht automatisch, dass er sozial kompetent mit diesem Kontakt umgehen kann.
Gerade bei sehr distanzlosen, dynamischen oder stark sexuell motivierten Hunden finde ich es wichtig, dass sie überhaupt die Möglichkeit bekommen, unterschiedliche soziale Antworten kennenzulernen: Wann ist Annäherung okay? Wann wird Abstand eingefordert? Wie deutlich kommuniziert mein Gegenüber? Und was mache ich, wenn mein Gegenüber gerade keinen Kontakt möchte?
Dabei dürfen andere Hunde durchaus Grenzen setzen. Eine klare Antwort eines souveränen Hundes kann unglaublich wertvoll sein – solange wir Menschen die Situation lesen und dafür sorgen, dass keiner der Beteiligten damit alleine gelassen wird.
Denn „die regeln das unter sich“ ist für mich genauso wenig Sozialkontakt wie jedes Aufeinandertreffen sofort zu unterbrechen.
Und dann gibt es noch eine zweite Ebene: den eigenen Menschen.
Auch im Kontakt mit anderen Hunden darf mein Mensch Orientierung geben, Situationen übernehmen und Grenzen setzen. Nicht erst, wenn es bereits eskaliert, sondern bestenfalls so früh, dass der Hund lernt: Ich muss hier nicht alles selbst klären.
Das Ziel ist für mich deshalb auch nicht der Hund, der möglichst viel mit anderen Hunden interagiert.
Sondern einer, der immer mehr Möglichkeiten bekommt.
Kontakt aufnehmen. Kommunikation annehmen. Abstand halten. Einen Bogen laufen. Sich rausnehmen. Und sich genauso selbstverständlich wieder seinem Menschen anschließen können.
Genau dafür sind solche Stunden da. 🤍