07/08/2026
„Lass ihn erstmal ankommen.“
Diesen Satz hören viele Welpenbesitzer von ihrem Züchter. Und dann wird mit der Welpenstunde erstmal gewartet.
Ich sehe das anders.
Viele Welpen ziehen heute erst mit 10 Wochen oder noch später in ihr neues Zuhause. Gleichzeitig passiert in diesen ersten Wochen unglaublich viel in ihrer Entwicklung. Verschiedene Entwicklungsfenster schließen sich nach und nach – und diese Zeit bekommen wir später nicht einfach zurück.
Das heißt für mich nicht, dass ein Welpe direkt in der ersten Stunde alles mitmachen, mit jedem Hund spielen und möglichst viele Reize „abarbeiten“ muss.
Vielleicht sitzt er in seiner ersten Welpenstunde einfach nur ein bisschen abseits und schaut zu.
Aber auch dabei lernt er.
Er sieht andere Hunde. Er erlebt fremde Menschen. Eine neue Umgebung. Geräusche. Bewegung. Vielleicht lernt er auch einfach nur, neben seinem Menschen zu sitzen und die Welt zu beobachten.
Und genau das sind Erfahrungen, die er abspeichern darf.
Natürlich soll ein Welpe ankommen dürfen. Natürlich braucht er Ruhe. Aber für mich bedeutet Ankommen nicht, ihn für mehrere Wochen möglichst von allem fernzuhalten.
Diese Zeit ist sowieso viel zu kurz. Daher kann ich nur jedem Welpenbesitzer raten: Zeigt euren Hunden die Welt, ohne sie zu überfordern, aber eben auch ohne aus Vorsicht wertvolle Wochen zu verschenken. Sucht euch eine Hundeschule, die euch dabei helfen kann und einen Trainer, der immer ein Auge darauf hat, wie es deinem Hund gerade geht.