29/07/2026
Mit großem Unverständnis nehmen wir zur Kenntnis, dass die Einführung einer Katzenschutzverordnung mit der Begründung abgelehnt wird, es bestehe keine ausreichende Notwendigkeit. Diese Einschätzung entspricht weder der Realität in den Tierheimen noch dem täglichen Leid unzähliger freilebender Katzen.
Die unkontrollierte Vermehrung von Hauskatzen führt seit Jahren zu einer massiven Überpopulation. Die Folgen sind offensichtlich: zahllose kranke, verletzte, unterernährte und verwahrloste Tiere, die häufig an Katzenschnupfen, Parasitenbefall und anderen Infektionskrankheiten leiden. Dieses Tierleid ist weder zufällig noch unvermeidbar – es ist die direkte Folge einer fehlenden konsequenten Regulierung.
Besonders unverständlich ist, wenn die Verantwortung für diese Situation letztlich den Tierheimen und Tierschutzvereinen zugeschoben wird. Diese Einrichtungen kämpfen täglich mit großem persönlichem und finanziellem Einsatz darum, die Folgen des Problems aufzufangen. Sie sind jedoch nicht die Ursache der Überpopulation, sondern versuchen lediglich, deren Auswirkungen zu bewältigen.
Eine Katzenschutzverordnung mit einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen ist ein wirksames und längst bewährtes Mittel, um das Katzenelend nachhaltig zu verringern. Zahlreiche Kommunen haben bereits gezeigt, dass solche Maßnahmen langfristig sowohl das Tierleid als auch die Belastung für Tierheime, Tierschutzvereine und öffentliche Einrichtungen reduzieren.
Wir appellieren daher eindringlich an die zuständigenBehörden, die tatsächliche Situation vor Ort anzuerkennen und die Einführung einer Katzenschutzverordnung nicht länger zu verhindern. Prävention ist der einzige nachhaltige Weg, um das Leid der Tiere zu verringern. Es kann nicht sein, dass diejenigen, die sich täglich um die Opfer dieser Entwicklung kümmern, gleichzeitig für deren Entstehung verantwortlich gemacht werden.
Tierschutz bedeutet, Probleme an ihrer Ursache zu bekämpfen – nicht die Folgen auf Tierheime und ehrenamtliche Tierschutzvereine abzuwälzen. Im Interesse des Tierwohls und einer verantwortungsvollen öffentlichen Verwaltung bitten wir Sie daher, Ihre Haltung zu überdenken und die Einführung einer wirksamen Katzenschutzverordnung aktiv zu unterstützen.
Besonders enttäuschend ist zudem der Umgang mit den Menschen, die sich tagtäglich ehrenamtlich und mit großem persönlichem Einsatz um das Katzenelend kümmern. Anstatt sich selbst ein umfassendes Bild der Situation vor Ort zu machen und die Realität der unkontrollierten Katzenpopulationen anzuerkennen, werden den engagierten Tierschützerinnen und Tierschützern immer neue bürokratische Hürden auferlegt. Wertvolle Zeit und Ressourcen, die dringend für die Versorgung, Kastration und Vermittlung der Tiere benötigt würden, gehen dadurch für Verwaltungsaufwand verloren.
Wer das Ausmaß des Problems wirklich erkennen möchte, sollte den Dialog mit den Tierheimen, Tierschutzvereinen und den ehrenamtlich Aktiven suchen und sich selbst vor Ort ein Bild machen. Die Realität ist nicht in Akten oder Statistiken allein zu erkennen, sondern zeigt sich täglich in überfüllten Tierheimen, unzähligen Fundkatzen, kranken Kitten und erschöpften Ehrenamtlichen. Statt diejenigen zu behindern, die die Folgen der fehlenden Katzenschutzmaßnahmen auffangen, sollten ihre Erfahrungen ernst genommen und ihre Arbeit unterstützt werden.