14/02/2025
Manchmal stöbert man ja einfach so, aus reiner Neugier, auf Tierheim-Webseiten. So war es auch bei mir. Ich war eigentlich gar nicht auf der Suche nach einem zweiten Hund – und doch blieb ich an diesem kleinen, zarten Border Collie-Gesicht hängen. Ich schloss die Seite schnell wieder, in der Hoffnung, dass Kiki mir aus dem Kopf gehen würde.
Aber ihr wisst ja, wie das ist. Ein paar Wochen später schaute ich noch einmal auf die Webseite – und Kiki war vermittelt. Perfekt, dachte ich, dann muss ich nicht weiter darüber nachdenken. Doch als ich wenig später wieder auf der Seite landete, war sie wieder da. Ihr Vermittlungstext, ihre Bilder:
Mein Verstand war wohl in Urlaub, denn kurz darauf schrieb ich eine Mail und fuhr ins Tierheim, um Kiki kennenzulernen. Und na klar – es blieb nicht bei diesem einen Besuch. Ich organisierte ein Kennenlernen mit meinem Australian Shepherd Fino, und im Juli 2017 zog sie bei mir ein.
Bis hierhin eine klassische Tierschutzgeschichte – und dann wurde es richtig herausfordernd.
Der Alltag mit Kiki war alles andere als einfach. Geräusche, die für Fino völlig normal waren – Geschirrklappern, Krallen klappern auf dem Dielenboden, Stimmen von draußen – lösten bei Kiki Panik aus. Sie bellte, knurrte, rannte im Kreis oder urinierte.
Gemeinsam Gassigehen war anfangs unmöglich, weil sie mit Fino's schnellen Bewegungen nicht umgehen konnte.
Ich wusste, dass es Zeit, Management und Training brauchen würde. Also legte ich Teppiche aus, um die Krallen-Geräusche zu dämpfen, teilte die Wohnung mit Kindergittern und plante unsere Spaziergänge so, dass jeder Hund erstmal einzeln gehen konnte. Ich stand morgens um 4 Uhr auf, organisierte Unterstützung damit ich gemeinsame Draußen-Zeit ermöglichen konnte.
Meine größte Sorge war, dass Fino Kikis Abwehrverhalten persönlich nehmen würde. Eine angespannte Beziehung zwischen den beiden Hunden wäre das Schlimmste gewesen. Also stand „Beziehungsarbeit“ ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Jeder Hund lernte, auf seinen Namen zu reagieren, es gab feste Wartepunkte an Engstellen und ruhiges Verhalten wurde verstärkt. Ich war chronisch angespannt und übermüdet.
Doch es hat sich gelohnt. Mit der Zeit wuchs das Vertrauen zwischen den beiden. Sie wurden Freunde. UKikis Geräuschangst hat uns ihr Leben lang begleitet. Wir haben sie in unser alltägliches Training eingebaut.
Rückblickend war diese Zeit anstrengend, herausfordernd und oft nervenaufreibend – aber ich habe unglaublich viel gelernt. Ob ich sowas noch einmal machen würde? Wenn ich die Möglichkeiten habe bestimmt!