Zertifizierte Verhaltensberaterin und mobile Hundeschule Melanie Murrmann

Zertifizierte Verhaltensberaterin und mobile Hundeschule Melanie Murrmann Den Hund verstehen und entspannt miteinander leben, mit einem Hundetraining aus kompetenter Hand.

20/10/2025

„Da kann man nichts machen, die Rasse ist halt so.“
Ein Satz, den viele von uns schon gehört (oder vielleicht sogar selbst gesagt 😅) haben. Aber was sagt eigentlich die Forschung dazu?

Lange wurde angenommen, dass die Persönlichkeit eines Hundes stark von seiner Rasse geprägt sei. Studien der letzten Jahre zeichnen jedoch durchaus ein komplexeres Bild: Rassezugehörigkeit erklärt nur einen relativ kleinen Teil der Verhaltensunterschiede. Innerhalb einer Rasse können die Unterschiede größer sein als zwischen verschiedenen Rassen.

Das bedeutet: Zwei Hunde derselben Rasse können sich charakterlich stärker unterscheiden als Hunde völlig verschiedener Rassen. Faktoren wie Zuchtlinien, Aufzucht, Haltungsbedingungen und individuelle Erfahrungen spielen eine weitaus größere Rolle.

Trotzdem wirken Rasselabels enorm. Sie beeinflussen, wie Hunde eingeschätzt, behandelt oder sogar vermittelt werden. Und sie entscheiden in manchen Bundesländern über Maulkorbpflicht, Leinenzwang oder andere Auflagen – unabhängig vom tatsächlichen Verhalten des Hundes. 🙄

Für Training und behördlichen Umgang ist deshalb ein Perspektivwechsel nötig. Weg von starren Rassebildern, hin zu einem individuellen Blick auf jeden Hund. Denn letztlich zählt nicht, was im Stammbaum steht, sondern wer vor uns sitzt. 🤓

👉 Den ganzen Artikel lest ihr in unserem Magazin. Über den Link im ersten Kommentar kommt ihr direkt dorthin.

Was meint ihr? Habt ihr schon erlebt, dass Hunde aufgrund ihrer (vermuteten) Rasse ganz anders eingeschätzt oder behandelt wurden? Schreibt gerne in die Kommentare. 💛

12/09/2025

„Die Kastration kann keine Verhaltenstherapie mit dem Skalpell sein.“ – Sophie Strodtbeck

Kastration macht Rüden automatisch entspannter, weniger aggressiv, sorgt dafür, dass sie weniger jagen oder (ganz pauschal) dass sie „vernünftiger“ werden. Klingt verlockend, stimmt aber so nicht:

Studien zeigen sogar das Gegenteil. Vor allem früh kastrierte Rüden neigen häufiger zu unerwünschtem (Sexual-)Verhalten, sind bisweilen reaktiver und haben öfter Aggressionsprobleme. Und gerade bei unsicheren, ängstlichen oder gestressten Hunden kann Kastration das Verhalten verschlechtern.

Der Grund ist simpel und komplex zugleich: Sexualhormone wie Testosteron stehen in einem Gleichgewicht mit Stresshormonen wie Cortisol. Wird daran operativ geschraubt, hat das direkte Auswirkungen - nicht nur auf den Körper, sondern auch auf das Verhalten.

In der neuen Folge Soziopositiv widmen sich Sonja von und Tierärztin und Expertin Sophie Strodtbeck dem Alltag und Training mit intakten Rüden: Wie entwickelt sich ein Rüde hormonell und wie wirkt sich das auf sein Verhalten aus? Was ist normales Sexualverhalten, was ist Hypersexualität? Was sollten Halter*innen und intakte Rüden in der Hundeschule unbedingt für ihren Alltag lernen? Und wann kann eine Kastration doch sinnvoll sein?

Außerdem sprechen die beiden über Mehrhundehaltung mit intakten Hunden, und werfen einen kritischen Blick auf das Thema Kastration im Tierschutz.

12/09/2025

Eine wirklich empfehlenswerte Dokumentation zum Thema Qualzucht, passend auch zu meinem letzten Beitrag.
Danke an und die beteiligten Kolleg:innen!

Ja, es ist ein anstrengendes und unbequemes Thema. Dennoch muss weiter darüber gesprochen werden!

https://www.ardmediathek.de/tv-programm/68a33b685e7a3b1f9c16a76c

11/09/2025
18/11/2024

Achtung, Achtung, ⚠️

heute mal ein wichtiger Post für unsere Follower ohne Seheinschränkung. Hast du dir auch schon die Frage gestellt, wie wir gemeinsam den Alltag von Menschen mit Sehbehinderung verbessern können? Schon kleine Rücksichtnahmen helfen, Barrieren abzubauen. Hier sind drei einfache Handlungen, die dazu beitragen:

1️⃣ Parke bitte keine Roller, Fahrräder oder E-Scooter mitten auf dem Gehweg. Freie Wege sind essenziell für blinde und sehbehinderte Menschen um sicher voranzukommen.

2️⃣ Achte darauf, das in den Boden eingelassene Leitsystem nicht zu blockieren. Diese Linien sind wie ein Navi für Menschen mit Sehbehinderung und helfen, sich sicher zu orientieren.

3️⃣ Wenn du Elektrofahrzeuge verwendest, denke bitte daran, stehts aufmerksam und vorsichtig zu sein. Da diese Fahrzeuge fast keine Geräusche machen, sind sie für blinde oder sehbehinderte Menschen teilweise kaum wahrnehmbar.

Gemeinsam können wir mehr Bewusstsein schaffen und den Alltag inklusiver gestalten. Danke, dass du mithilfst! :)

(Bildbeschreibung: Auf dem Foto sieht man weiße Fließen mit
Noppen auf einem Gehweg neben einer Ampel. Hierbei handelt es sich um ein Bodenleitsystem.)

12/10/2024
10/10/2024

Eine ganze Reihe neuer Studien belegt, dass Hunde die Gefühle von Menschen nicht nur wahrnehmen können, sondern sich diese auch auf sie übertragen.

25/03/2024

Und weil gerade mal wieder - oder immer noch?! - alles kastriert wird, was nicht bei drei aufm Baum ist (auch im Namen des Tierschutzes), hier mal ein Repost von mir zum Thema Kastration:

Kastrieren statt Erziehen
Da vernünftige Argumente nicht mehr zu zählen scheinen und sehr häufig im Namen des „Tierschutzes“ alles kastriert wird, das wie ein Hund aussieht, egal, wie jung es auch sein mag, möchte ich hier mal die ganze Thematik aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachten.

Mögliches Szenario 1:
„Burim?"
„Sabine! Was machst du denn hier? Wie lange ist es denn her?"
„Burim. Ich fass es nicht. Wie geht es dir? Was machst du?"
„Ich arbeite hier seit bald zehn Jahren. Wie alt sind denn deine Kinder jetzt? Der Baby-Schwimmkurs ist ja nun doch schon ein paar Jahre her."
„Meine Tochter ist 12, der Sohn 14."
„Oha. Dann ist bei euch also auch Pubertät an der Tagesordnung. Bei uns auch. Unser Kleiner ist neun, der Grosse 13."
„Ja, es ist echt anstrengend. Luca hat grosse Schwierigkeiten, sich in der Schule zu konzentrieren und die Hausaufgaben führen zu Hause zu einem Dauerkrieg."
„Habt ihr schon über eine Kastration nachgedacht? Das soll helfen."

Mögliches Szenario 2:
„Burim?"
„Sabine! Was machst du denn hier? Wie lange ist es denn her?"
„Burim. Ich fass es nicht. Wie geht es dir? Was machst du?"
„Ich arbeite hier seit bald zehn Jahren. Wie alt sind denn deine Kinder jetzt? Der Baby-Schwimmkurs ist ja nun doch schon ein paar Jahre her."
„Meine Tochter ist 12, der Sohn 14."
„Oha. Dann ist bei euch also auch Pubertät an der Tagesordnung. Bei uns auch. Unser Kleiner ist neun, der Grosse 13."
„Du sagst es. Manchmal wünsche ich sie mir so klein und süss zurück wie damals. Laura hat sich vorgestern die Haare blau gefärbt, hängt nur noch mit ihren neuen Kollegen rum und findet all ihre Freundinnen meeeegaaaa öde."
„Oh. Das klingt echt anstrengend. Ich würde sie sofort kastrieren lassen. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht bei Luis. Der Kinderarzt hat uns damals dazu geraten als er acht war, damit es später nicht zu Streitereien mit Jan, dem jüngeren Bruder, kommt und damit es ihm leichter fällt, sich in der Fussballmannschaft zu integrieren."

Mögliches Szenario 354672:

„Ich würde ihn kastrieren."

Hunde sind hochsoziale (und nicht einfach trieb- und hormongesteuerte) Wesen. Geschlechtshormone dienen nicht einfach nur der Fortpflanzung. Sie haben sehr sehr viele andere wichtige Funktionen, damit Hunde körperlich und geistig erwachsen und stabil werden können (JEDE Kastration hat auch körperliche Nebenwirkungen! Mehr dazu im Buch von Sophie Strodtbeck - Die Strodtbeck-Meute - und Udo Ganslosser: „Kastration und Verhalten beim Hund").
Und ja, Hunde sind – wie Menschen auch – nicht immer nur süss und nett und pflegeleicht. Und die Pubertät ist anstrengend. Für alle Beteiligten. Aber Hunde einfach per se zu kastrieren oder genau dann, wenn sie mitten in der Pubertät stecken, sich beginnen zu zoffen, (noch) nicht wissen, wer sie sind und was sie sich und ihrem Gegenüber zutrauen können, alles und jeden in Frage stellen, ist keine Lösung. Oder kastrieren wir unsere Kinder, sobald sie anstrengend und mühsam werden oder besser noch vorher? Am besten gleich im Kindergartenalter?
Vor allem hat (frühe) Kastration auch starke Auswirkungen auf das Wesen - und auch die Impulskontrolle!! - der Hunde.
Kastration KANN bei Schwierigkeiten, die sexuell bedingt sind, helfen. Muss aber nicht. Daher heisst es: Augen auf VOR der Kastration! Denn Kastration ersetzt keine Erziehung. Nie.

Dieser Text darf geteilt werden. Alle Rechte verbleiben bei der Autorin Nina Miodragovic.

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