Hundeschule Dog-For-Fun

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12/06/2026

Vermehrerhunde – Wenn ein Hund nach Jahren den Zuchtbetrieb verlassen darf
Für viele Menschen ist es kaum vorstellbar, was ein Hund aus einem Vermehrerbetrieb erlebt hat. Oft sieht man nur den kleinen, stillen Hund, der plötzlich in einer Pflegestelle ankommt, vorsichtig in einer Ecke sitzt, den Blick senkt oder sich nicht anfassen lässt. Doch hinter diesem Verhalten steckt eine Vergangenheit, die wir uns nur schwer ausmalen können.
Ein Vermehrerhund hat häufig über Jahre hinweg nicht wirklich gelebt. Er hat funktioniert.
Diese Hunde wurden geboren, um Nachwuchs zu produzieren. Sie waren nicht Familienmitglied, nicht Begleiter, nicht geliebter Freund. Sie waren Mittel zum Zweck. Ihr Alltag bestand aus Zwinger, Box, Enge, Lärm, Einsamkeit, Stress und immer wieder neuen Würfen. Liebevolle Ansprache, Spaziergänge, Gras unter den Pfoten, ein warmes Körbchen, Spielzeug, Streicheleinheiten oder ein Mensch, der es gut mit ihnen meint – all das kennen viele von ihnen nicht.

Was kennt ein solcher Hund vom Leben?
Oft kennt er keine Wohnung. Keine Treppen. Keine Leine. Keine Spaziergänge. Kein Halsband. Kein Geschirr. Kein Autofahren. Keine normalen Alltagsgeräusche wie Staubsauger, Fernseher, Türklingel oder Kaffeemaschine. Manche kennen keinen Garten, keine Wiese, keinen weichen Schlafplatz. Viele wissen nicht, dass Futter regelmäßig kommt und dass Wasser immer zur Verfügung steht. Manche haben nie gelernt, dass Hände nicht nur festhalten, hochheben oder wegschieben, sondern auch streicheln, trösten und Sicherheit geben können.
Für uns ist ein Spaziergang etwas Selbstverständliches. Für einen Vermehrerhund kann er am Anfang eine riesige Herausforderung sein. Wind, Autos, Stimmen, Gerüche, fremde Menschen, andere Hunde – die Welt ist plötzlich groß, laut und unberechenbar. Manche Hunde erstarren. Andere wollen fliehen. Wieder andere laufen nur, wenn ein souveräner Hund an ihrer Seite ist, an dem sie sich orientieren können.

Wenn ein Vermehrerhund nach Jahren den Zuchtbetrieb verlassen darf, ist das ein Moment voller Hoffnung – aber für den Hund selbst nicht sofort ein Glücksmoment, wie wir Menschen ihn uns vorstellen. Für ihn bedeutet es zunächst: Alles verändert sich.

Die vertraute Umgebung, so schlimm sie auch war, war das Einzige, was er kannte. Plötzlich riecht alles anders. Menschen sprechen freundlich mit ihm, doch er versteht diese Freundlichkeit noch nicht. Er bekommt ein Körbchen, aber weiß vielleicht nicht, dass es für ihn gedacht ist. Er darf in den Garten, aber traut sich nicht hinaus. Er bekommt Futter aus einem Napf, aber frisst vielleicht erst, wenn niemand zusieht. Er darf zur Ruhe kommen, aber sein Körper kennt Ruhe oft gar nicht.

Und trotzdem beginnt genau hier sein neues Leben.
Die ersten kleinen Schritte sind für uns oft die größten Wunder. Wenn ein Hund zum ersten Mal vorsichtig die Nase hebt. Wenn er das erste Mal Gras unter den Pfoten spürt. Wenn er zum ersten Mal weich liegt. Wenn er sich traut, ein Leckerchen aus der Hand zu nehmen. Wenn er nicht mehr sofort wegschaut. Wenn er sich an einen anderen Hund anlehnt. Wenn er irgendwann leise mit der Rute wedelt.

Diese Momente wirken klein – aber für einen Vermehrerhund bedeuten sie die Welt.

Viele dieser Hunde brauchen Zeit. Viel Zeit. Sie brauchen Menschen, die nichts erwarten und trotzdem alles geben. Menschen, die verstehen, dass Stubenreinheit nicht selbstverständlich ist, wenn ein Hund nie in einem Zuhause gelebt hat. Dass Leinenführigkeit nicht da sein kann, wenn ein Hund nie spazieren war. Dass Vertrauen nicht sofort entsteht, wenn ein Hund gelernt hat, vorsichtig zu sein. Dass Nähe schön sein kann, aber erst verstanden werden muss.

Ein souveräner Ersthund ist für viele Vermehrerhunde eine große Hilfe. An ihm können sie sehen, wie Alltag funktioniert. Wie man durch eine Tür geht. Wie man sich im Garten löst. Wie man sich Menschen nähert. Wie man zur Ruhe kommt. Ein sicherer Hundekumpel kann ihnen Orientierung geben, wo Worte noch nicht ankommen.

Vermehrerhunde sind keine „fertigen“ Hunde. Sie bringen oft keine Alltagserfahrung mit. Aber sie bringen etwas anderes mit: eine unglaubliche Fähigkeit, sich langsam ins Leben zurückzutasten, wenn man ihnen die Chance dazu gibt.

Wer einen Vermehrerhund aufnimmt, adoptiert keinen Hund, der sofort alles kann. Man adoptiert eine Seele, die vieles nachholen darf. Man begleitet einen Hund nicht einfach in ein neues Zuhause, sondern in ein völlig neues Leben.

Und irgendwann kommt dieser eine Moment.
Der Hund, der sich anfangs nicht anfassen ließ, bleibt in der Nähe liegen. Der Hund, der sich nicht aus der Box traute, läuft durch den Garten. Der Hund, der den Menschen nicht ansehen konnte, sucht plötzlich den Blick. Der Hund, der nur überlebt hat, beginnt zu leben.

Dann weiß man, warum sich jede Geduld, jede Träne, jede Sorge und jeder kleine Schritt gelohnt hat.

Denn ein Vermehrerhund braucht kein Mitleid. Er braucht Verständnis, Geduld, Sicherheit und Menschen, die ihn nicht drängen, sondern ihn ankommen lassen.

Er hat seine Vergangenheit nicht gewählt.
Aber wir können ihm helfen, eine Zukunft zu finden.

Eine Zukunft mit weichen Decken. Mit freundlichen Händen. Mit Gras unter den Pfoten. Mit Sicherheit. Mit Liebe. Und mit einem Leben, das diesen Namen endlich verdient.

https://www.retriever-in-not.de

Bild: KI generiert

Prima und danke Thomas Riepe
12/06/2026

Prima und danke Thomas Riepe

Grenzen setzen – Hilfe, mein Mensch ist übergriffig!

Hallo, ich bin Bruno. Ich bin ein Hund und lebe seit vielen Jahren mit Menschen zusammen. In dieser Zeit habe ich eine interessante Beobachtung gemacht: Menschen reden unglaublich gern über Grenzen. Kaum ein Thema scheint sie mehr zu beschäftigen als die Frage, wie Hunde lernen können, Grenzen zu akzeptieren. Hunde sollen sich anpassen, sich zurücknehmen, auf Signale hören und menschliche Entscheidungen respektieren. Was dabei auffällt: Über die Grenzen der Hunde wird erstaunlich selten gesprochen.

Je länger ich Menschen beobachte, desto mehr habe ich den Eindruck, dass viele von ihnen davon ausgehen, ihre Sicht auf die Welt sei automatisch die richtige. Wenn ein Mensch weitergehen möchte, wird weitergegangen. Wenn er eine Situation für harmlos hält, dann soll auch der Hund sie harmlos finden. Wenn der Hund zögert, Abstand sucht oder sich unwohl fühlt, wird das oft nicht als Information verstanden, sondern als Problem, das gelöst werden muss.

Dabei kommunizieren wir Hunde ständig. Wir zeigen, wenn uns etwas zu viel wird. Wir zeigen, wenn wir Zeit brauchen, wenn wir uns unsicher fühlen oder wenn wir einer Situation lieber aus dem Weg gehen würden. Doch genau diese Signale scheinen viele Menschen kaum wahrzunehmen. Sie hören oft erst dann zu, wenn ein Hund irgendwann deutlich wird. Alles, was vorher geschieht, wird übersehen, ignoriert oder als Ungehorsam interpretiert.

Das erstaunt mich immer wieder. Menschen beschreiben sich selbst als empathische Lebewesen. Sie sprechen über Respekt, Achtsamkeit und gegenseitiges Verständnis. Gleichzeitig ziehen sie Hunde mit einem Leinenruck weiter, obwohl diese stehen geblieben sind. Sie blockieren Wege, erzeugen Druck oder bestrafen Verhaltensweisen, die häufig nichts anderes sind als der Versuch, eine Grenze mitzuteilen. Aus menschlicher Sicht nennt man so etwas oft Erziehung. Würde ein Mensch einem anderen Menschen auf diese Weise begegnen, würde man vermutlich ein anderes Wort wählen.

Vielleicht liegt das eigentliche Problem gar nicht darin, dass Hunde Grenzen lernen müssen. Vielleicht sollten Menschen sich gelegentlich fragen, warum sie so große Schwierigkeiten haben, die Grenzen ihrer Hunde zu akzeptieren. Denn nach allem, was ich in meinem Leben beobachtet habe, kommunizieren Hunde ihre Bedürfnisse meist sehr klar. Man muss nur bereit sein, sie genauso ernst zu nehmen wie die eigenen.

Herzliche Grüße

Bruno

Hund, Menschenbeobachter und zunehmend verwundert darüber, wie oft eine Spezies von Respekt spricht, die ihren Hunden so selten zuhört.

11/06/2026
10/06/2026
07/06/2026

Zusätzlich: Handy bitte in der Tasche lassen🙏

07/06/2026

Diesen Sommer (natürlich mal wieder bei viel zu warmen Temperaturen)
überholte mich einen Joggerin (mit Kopfhörern) mit einem Cockerspaniel (!) am Halti.
Liebe Hundehalter: Ich verstehe, wenn es Sie nervt, wenn Ihr Hund an der Leine zieht, wenn er gerade in der Pubertät ist und impulsiv und voller Lebensfreude nach vorne schießt. Dass ein Hund an der Leine zieht und nach vorne will ist primär erst mal normal. Der Hund ist voller Energie und will was erleben, etwas entdecken. Jeder Tag ist spannend, jeder Spaziergang aufregend und voller Eindrücke. Zumal Hundehalter ja ihre Hunde auch ständig dazu antreiben zügig vorwärts zu gehen.
Leinenführigkeit ist eine Aufgabe, die der Hundehalter zu bewältigen hat. Und sie wird einem nicht geschenkt. Aber einem Hund, und dann noch dazu einem so kleinen Hund ein Halti zu verpassen ist schon wirklich der Wahnsinn! Ein Halti gehört in eine sensible Hand. In eine Fachhand. Denn geht der Hund impulsiv nach vorne, kann er sich mit diesem Instrument sogar einen Bandscheibenvollfall im Halswirbelbereich einhandeln. Und das ist nicht mal die Ausnahme. Es wirken Scherkräfte auf die filigranen Halswirbel ein, die dem Prinzip eines Nussknackers gleichkommen. Ist es das wert?
Ich verstehe, wie schwer es ist, einen impulsiven Hund zu führen, der 40 kg und mehr wiegt. Aber wenn Sie es beim besten Willen nicht schaffen, selber sehr klein und schlank sind und wirklich ein Halti benötigen, dann bitte immer und ausschließlich in Kombination mit einem gutsitzenden Brustgeschirr, auf welchem immer der primäre Zug einwirken soll. Am besten mit zwei Leinen, von denen eine im Geschirr und eine längere, die am Halti eingeklinkt sein sollte. Aber auf keinen Fall soll dies eine Dauerlösung darstellen. Und dies machen Sie bitte ausschließlich unter der Anleitung eines gewaltfrei arbeitenden Hundetrainers.
Bleiben Sie fair - Sie haben ihn zu sich ins Haus geholt, nicht umgekehrt.

www.mithundensein.de
Tel.: 0177 2826344 (jederzeit kostenlose Beratung, damit ich mir nicht nach jedem Artikel die Finger wund tippen muss)
Mail: [email protected]
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Mich packt bei sowas die blanke Wut, nur damit man etwas „Ausgefallenes“ will und dann noch billig, wird hirnlos produzi...
07/06/2026

Mich packt bei sowas die blanke Wut, nur damit man etwas „Ausgefallenes“ will und dann noch billig, wird hirnlos produziert
Mir ist das echt schleierhaft, warum sich Menschen einen "bunten" Hund ins Haus holen. Aus dem Tierschutz - ja, immer. Aber dann noch von dubiosen Züchtern ?

😞 „Awww, wie süß!“ denkt ihr?! Nix da! Die beiden Welpen sind alles andere als niedlich, sondern das traurige Ergebnis eines Modetrends.

🐕🐕 Ratz und Rübe sind Doppel-Merle-Dackel, das heißt beide Eltern waren Träger des Merle-Gens. Das ist verantwortlich für eine markante Scheckung im Fell und oft auch für eine blaue Augenfarbe. Wenn dieses miteinander gekreuzt wird, kann das zu massiven gesundheitlichen Schäden, wie Taubheit, Blindheit oder Missbildungen führen. Zwar ist die Verpaarung zweier Merle-Hunde in Deutschland verboten, skrupellose Vermehrer produzieren die Tiere trotzdem für den Markt.

❤️ Die Tierheimmitarbeiter:innen vermuten, dass Ratz und Rübe aufgrund ihrer Missbildungen unverkäuflich waren und deshalb vor dem Tierheim Bergheim ausgesetzt wurden. Mit gerade mal fünf Wochen sind sie eigentlich viel zu jung, um von der Mutter getrennt zu werden. Sie sitzen deshalb jetzt unter einer Wärmelampe und werden liebevoll aufgepäppelt. Sie sind zum Glück recht munter, aber bis sie vermittelt werden können, dauert es aber noch.

🙏 Was ihr bis dahin machen könnt? Teilt den Post und klärt eure Freund:innen darüber auf, dass dieser Modetrend illegal und zur Lasten der Hunde ist. Denn natürlich sind Ratz und Rübe liebenswert und haben ein tolles Zuhause verdient. Doch ihr Leid ist das Ergebnis von Qualzucht und wäre vermeidbar gewesen.

Adresse

Lilienstr . 7
Waldkraiburg
84478

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