31/08/2026
Fallbeispiel: PPID (= Pars Pituitary Intermedia Dysfunctuin/ Equines Cushing Syndrom) oder doch eine orthopädische Ursache?
Ausgangspunkt dieses Falls war eine Taktunreinheit, die vor allem im Trab auffiel. Gleichzeitig zeigte das Shetlandpony einen ausgeprägten Hängebauch und zu bestimmten Jahreszeiten ein struppiges Fell – Veränderungen, die gut zu einem PPID passen können. Deshalb wurde der ACTH-Wert bestimmt, der auch deutlich erhöht war. Daraufhin wurde eine Therapie mit Prascend begonnen.
Unter der Behandlung normalisierten sich die ACTH-Werte. Ende Dezember 2025/Anfang Januar 2026 wurde die Medikation testweise abgesetzt, um zu überprüfen, wie sich der ACTH-Wert ohne Prascend entwickelt. Die Kontrolluntersuchung im Frühjahr 2026 – rund drei Monate später – zeigte weiterhin einen unauffälligen ACTH-Wert.
Die Taktunreinheit blieb jedoch bestehen. Da zusätzlich eine beidseitige Fehlstellung der Vordergliedmaßen bekannt war, wurde eine orthopädische Abklärung durchgeführt.
Bei der Lahmheitsuntersuchung zeigte sich eine geringgradige Lahmheit vorne rechts, insbesondere in Wendungen und auf weichem Boden. Die Hufzangenprobe sowie die Beugeproben waren unauffällig. In der anschließenden Röntgenuntersuchung zeigte sich schließlich eine deutlich ausgeprägte Arthrose des medialen Carpometakarpalgelenks.
Da der ACTH-Wert auch drei Monate nach Absetzen der Medikation unauffällig geblieben war, erfolgte im Rahmen der aktuellen Untersuchung erneut eine Bestimmung des ACTH-Wertes. Dieser liegt aktuell im Grenzbereich, ist jedoch derzeit nicht als bedenklich einzustufen. Zur Verlaufskontrolle wird dennoch eine jährliche Überprüfung des ACTH-Wertes empfohlen.
Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, anhaltende Symptome ganzheitlich zu betrachten. Auch wenn zunächst vieles für eine endokrinologische Ursache spricht, können weiterführende orthopädische Untersuchungen zusätzliche oder andere Ursachen aufdecken.