Futterlegende & XaraVet

Futterlegende & XaraVet Tierarztpraxis XaraVet mit dem Schwerpunkt Ernährung. Gesundes Tier - glücklicher Besitzer!

Die Seite rund um Hundefutter, Katzenfutter und Pferdefutter mit einer umfangreichen Futter - Datenbank

Der Frühling ist die schönste Zeit des Jahres – die Natur erwacht, die Sonne scheint wieder warm, und die Welt um uns he...
25/04/2025

Der Frühling ist die schönste Zeit des Jahres – die Natur erwacht, die Sonne scheint wieder warm, und die Welt um uns herum blüht in bunten Farben.

Im Frühling profitieren sowohl Pferd als auch Reiter von längeren, sonnigen Ausritten durch grüne Wälder und Wiesen und blühende Felder (und zumindest bei uns noch ohne lästige, stechende Insekten!). Diese Aktivitäten stärken das Herz-Kreislauf-System, fördern die Muskulatur und verbessern die Beweglichkeit – ganz natürlich und ohne künstliche Hilfsmittel.

Doch nicht nur die körperliche Gesundheit steht im Mittelpunkt. Der Frühling ist auch eine Zeit der mentalen Erneuerung. Das gemeinsame Erleben in der Natur kann Stress abbauen, das Wohlbefinden steigern und die Bindung zwischen Mensch und Tier vertiefen. Frische Luft, Sonnenlicht und die Farbenpracht der Natur wirken sich positiv auf unsere Stimmung aus.

Im Frühling sollten wir (wie zu jeder Jahreszeit) auf eine ausgewogene Ernährung der Pferde achten. Heu, dazu zum Nährstoffgehalt des Heus passende Ergänzungen und ausreichend Wasser sind essenziell, um das Pferd fit und vital zu halten.

Nutzt die schöne Jahreszeit, um gemeinsam mit einem Pferd neue Energie zu tanken, die Natur zu genießen und Gesundheit auf natürliche Weise zu fördern.

Mal etwas Persönliches: ich freue mich riesig über die tollen Gesundheitswerte meiner jungen, bei uns geborenen Boxer-Da...
20/02/2024

Mal etwas Persönliches: ich freue mich riesig über die tollen Gesundheitswerte meiner jungen, bei uns geborenen Boxer-Dame Nina. Hüftdysplasie A1, Herz 0 und Spondylose 0 (besser geht es nicht 😁). Da insbesondere bei der Hüftdysplasie und der Spondylose die Haltung und die Aufzucht einen großen Einfluss haben, ist meine Freude umso größer!

Jeder Pferdebesitzer möchte seinem Pferd oder Pony ein glückliches Leben ermöglichen. Dazu gehört natürlich auch ein Leb...
31/07/2023

Jeder Pferdebesitzer möchte seinem Pferd oder Pony ein glückliches Leben ermöglichen. Dazu gehört natürlich auch ein Leben auf der großen grünen Weide. Allerdings gibt es nicht wenige Pferde, für die dieser Traum zum Alptraum werden kann.

Gerade die leichtfuttrigen Pferde, wie Spanier, Isländer, Shetland Ponys sind für unsere in der Regel sehr reichlichen Weiden hier in Deutschland nicht gemacht. Wenn Pferde über Jahrhunderte mit einem kargen Futterangebot leben mussten, stellt sich der Stoffwechsel nicht von jetzt auf gleich um.

Die Folge ist (wie bei uns Menschen auch... ;-)) Übergewicht.
Abgesehen davon, dass die Gelenke übermäßig belastet werden, hat Übergewicht langfristig leider auch einen sehr negativen Effekt auf den Insulin-Haushalt.

Es kann irgendwann das Equine metabolische Syndrom mit einer sogenannten Insulin-Resistenz entstehen.
Wenn der Insulin-Spiegel ansteigt, kann dies Hufrehe auslösen.

Der Insulin-Spiegel steigt besonders dann an, wenn das Pferd viel Zucker bekommt. Und damit kommen wir wieder zu unserer grünen Weide: gerades junges, grünes oder gestresstes Gras enthält viel Zucker (Fruktan).

Daher tut jeder Pferdebesitzer mit einem sehr speckigen Pferd oder Pony gut daran, die Weidezeit auf entsprechenden Weiden zu begrenzen. Die Fütterung sollte bei solchen EMS-Risiko-Kandidaten generell auf so wenig Zucker und Stärke wie möglich umgestellt werden.

Warnzeichen sind Pulsation am Fesselgelenk (außen ist ein Blutgefäß fühlbar) und feste Fettpolster auf der Kruppe, der Brustwand und im Nacken. Wen es interessiert: Cresty Neck Score hilft bei der Beurteilung.

Allerdings macht das junge, grüne Gras nicht nur bei übergewichtigen Pferden Probleme: auch ältere Pferde mit einer nicht mehr so gut funktionierenden Darmmotorik haben Schwierigkeiten. Wenn das Gras noch nicht so stark verholzt ist, ist der Anteil an Ballaststoffen niedrig. Dadurch kann das Gras längere Zeit im Darm verweilen, fängt an zu gären und zack – die Gaskolik ist da.

Besonders kritisch sind die Anweide-Zeiten im Frühjahr bis in den Mai hinein und dann wieder im Spätsommer, wenn auf den abgemähten oder abgefressenen Wiesen das junge Grün nachkommt.

Es blüht und grünt und es werden Urlaubspläne geschmiedet. Der Hund soll mit – logisch. Nur, an was muss überhaupt alles...
28/04/2023

Es blüht und grünt und es werden Urlaubspläne geschmiedet. Der Hund soll mit – logisch. Nur, an was muss überhaupt alles gedacht werden?

Es fängt schon mit der Unterbringung des Hundes im Auto an. Klar – der Hund soll immer sicher fahren. Aber auf der Fahrt in den Urlaub hat man auch noch jede Menge Gepäck dabei. Sitzt der Hund in einer Hundebox, ist das kein Problem. Fährt der Hund auf der Rückbank, wird ein Angurt-System verwendet. Nachteil an dieser Position ist, dass sich der Hund schwierig selber gegen die Fliehkräft abstützen kann. Deshalb fahren viele Hunde gerne in einer Hundebox. Außerdem ist weniger Platz für das Gepäck.

Für unterwegs und für Ausflüge am Urlaubsort müssen Wassernapf und Wasserflasche mitgenommen werden. Wir trinken unterwegs schließlich auch gerne etwas.
Vor dem Urlaub werden Halsband und Leine auf Unversehrtheit kontrolliert und vorsorglich ein Ersatz-Halsband mitgenommen. Nichts ist blöder, als wenn das Equipment unterwegs kaputt geht und Feiertag ist. Ich spreche aus leidiger Erfahrung...

Wer plant, eine größere Tour in einem Naturschutzgebiet oder anderen Gebieten zu machen, in denen Leinenzwang besteht, sollte über ein sehr gut sitzendes Geschirr nachdenken. Das ist gar nicht so einfach zu finden – ähnlich, wie gut passende Schuhe für uns! Es darf keinesfalls die Schulterbeweglichkeit einschränken. Auch auf Scheuerpunkte, z.B. an Zitzen, ist zu achten.

Ein wichtiger Punkt, den ich sehr häufig gefragt werde, ist die Fütterung im Urlaub. Gerade, wer einen großen Hund hat, sieht sich mit einer geringen Praktikabilität von Barf oder Dosenfutter konfrontiert. Kleinere Hunde mit einem entsprechend geringeren Futterbedarf benötigen nicht solche großen Mengen an Dosen, so dass ein Futterwechsel im Urlaub nicht nötig ist. Aber wer einen großen Hund hat und ein Produkt füttert, was nicht einfach so vor Ort nachzukaufen ist, könnte Platzprobleme im Auto bekommen.
Dann denken viele über Trockenbarf oder Trockenfutter nach.

Wichtig ist, dass man das Futter bezüglich der Akzeptanz und Verträglichkeit vorher austestet.
Auch bei dem Urlaubsfutter ist darauf zu achten, dass es nicht überhöhte Calcium- und Phosphorgehalte beinhaltet. Zu viel Phosphor kann die Nierenfunktion beeinträchigen.

Wer im Urlaub gerne viel aktiv ist und bei dem/der der Hund mehr Bewegung bekommt als im Alltag, sollte daran denken, dass der Energieverbrauch steigt. Daher muss ggf. im Urlaub mit dem Hund die tägliche Futtermenge erhöht werden.

Schnell passiert: eine Verletzung. Zum Hund gehört also auch immer ein kleiner Hausmittel-Kasten. Dieser sollte Desinfektionsmittel für kleinere Wunden, Tupfer und eine Schere zum Fell entfernen enthalten. Außerdem ist an eine Zeckenprophylaxe und, falls doch eine Zecke ihr Ziel findet, an eine Zeckenzange zu denken.

Übelkeit oder Durchfall sind auch öfter mal „Unfälle“ im Urlaub – sei es durch eine Infektion oder beispielsweise durch das Trinken von Meerwasser. Hier hilft es, wenn man Fenchel-Anis-Kümmel-Tee-Beutel, Flohsamenschalen und Heilerde dabei hat. Außerdem etwas Moro-Suppe im Glas gegen Durchfall.

Hat man an alles gedacht, heißt es nur noch „Abschalten vom Alltag und Urlaub genießen!“

Hat jemand noch weitere Tipps für "Must haves" für Urlaub mit Hund?

Schlechte Hufe Pferd - ein fundamentales Problem.Leider hört man in den Ställen allzu häufig die Klagen leidgeplagter Be...
12/05/2022

Schlechte Hufe Pferd - ein fundamentales Problem.

Leider hört man in den Ställen allzu häufig die Klagen leidgeplagter Besitzer "Die Hufeisen halten nicht, weil das Horn ausbricht." oder "Mein Pferd hat so ein langsames Hufwachstum."
Bei dem Huf auf dem Foto ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Nägel ausbrechen...

Die Belastbarkeit eines Hufes ist von der Hufbearbeitung und -mechanik sowie von der Hornqualität abhängig.

Wir unterscheiden also zwei Einflüße auf die Widerstandsfähigkeit eines Hufes - innere und äußere Faktoren.

Innere Faktoren kommen von dem Pferdekörper selbst. Horn ist eine nachwachsende Substanz, welche aus abgestorbenen Zellen besteht.

Damit der Körper eines Pferdes diese Zellen in guter, robuster Qualität und ausreichender Menge produzieren kann, müssen natürlich die entsprechenden Bausubstanzen über die Fütterung zugeführt werden. Hierbei sind vor allem eine bedarfsgerechte Versorgung mit dünndarmverdaulichem Rohprotein, Zink, Kupfer, Biotin und Vitamin A wichtig.

Äußere Faktoren sind neben der Hufbearbeitung und der daraus resultierenden Hufmechanik die Beschaffenheit des Untergrundes der Box bzw. des Laufstalles oder der Weide eines Pferdes.

Zu lange Trockenheit lässt auch die Hufe austrocknen und weniger elastisch sein. Ständige Nässe und/oder ein sehr dreckiger Untergrund mit einer hohen Ammoniakbelastung greift das Hufhorn an, so dass es weich und wenig widerstandsfähig wird. Häufig haben betroffene Pferde dann auch Strahlfäule.

Die Ammoniakbelastung der Umgebung lässt sich nicht gänzlich verhindern, weil Urin und Pferdeäpfel nun mal regelmäßig und in größeren Mengen anfallen. Allerdings ist die Höhe der Ammoniakausscheidung eines Pferdes abhängig von der Versorgung mit Rohprotein über die Fütterung. Es macht daher Sinn, betroffene Pferde auf eine bedarfsgerechte, aber nicht massiv überdosierte Versorgung mit Rohprotein einzustellen und nicht nur allein die Zufuhr von unter anderem Kupfer, Zink, Biotin und Vitamin A individuell bedarfsgerecht einzustellen.

Die Tierarztpraxis XaraVet kümmert sich gerne um alle Fälle mit schlechter Hornsubstanz. Einfach fragen! 😊

Bis das minderwertige Horn herausgewachsen ist, muss man sich ein bisschen in Geduld üben. Im Schnitt dauert es 9 bis 12 Monate, bis das alte Horn herausgewachsen ist.

Wie gut werden eigentlich Hunde gefüttert, wenn das Hundefutter teilweise oder komplett selbst gemischt wird? Leider zie...
17/01/2022

Wie gut werden eigentlich Hunde gefüttert, wenn das Hundefutter teilweise oder komplett selbst gemischt wird? Leider ziemlich oft ziemlich falsch!

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und einige Rationen der Besitzer, die in meine Tierarztpraxis kommen, ausgewertet.

Von 38 Rationen versorgten
57,9% die Hunde mit bis zu 88% zu wenig Kupfer,
52,6% die Hunde mit bis zu 92% zu wenig Zink,
28,9% die Hunde mit einem zu geringen Calcium-Anteil (Calcium:Phosphor-Verhältnis

Thema Gaskolik.Hochdramatische Verläufe mit tobenden und sich hinschmeißenden Pferden können dabei auftreten; zum Teil e...
20/10/2021

Thema Gaskolik.

Hochdramatische Verläufe mit tobenden und sich hinschmeißenden Pferden können dabei auftreten; zum Teil endet dieses Drama mit dem Tod.

Durch die Gasbildung im Darm eines Pferdes vergrößern sich die Darmschlingen, können sich verklemmen und absterben.

Die Überdehnung des Darms führt dazu, dass die Blutzirkulation in der Darmwand reduziert wird, dadurch verlangsamt sich die Darmperistaltik bis hin zum Stillstand und das Gas wird nicht weitertransportiert. Ein Teufelskreis! Schlimmstenfalls platzt der Darm.

In letzter Zeit häufen sich mal wieder Fälle von Pferden, die aufgrund eine Gaskolik (Meteorismus in der Fachsprache) behandelt werden müssen.

Was führt zu einer übermäßigen Gasbildung im Darm?

Die Ursachen für eine Gaskolik sind sehr vielfältig:

- Junges Gras, rohfaserarm. fruktan- und eiweißreich. Dies ist gerade jetzt im Herbst der Fall. Die Temperaturen sind noch tagsüber noch warm genug, dass junges Gras auf abgeernteten/abgefressenen Weiden nachwächst, morgens aber kühl.

- Zu große Kraftfuttermengen pro Fütterung; zum Teil unmittelbar vor oder nach starker körperlicher Belastung oder Weidegang.

- Plötzliche Futterwechsel. Klassiker ist ein zu schnelles Anweiden.

- Frischer Klee, frisches Brot und Obst in größeren Mengen

- Angewelktes Gras auf einem Haufen, dass dann von der Sonne beschienen wird. Dadurch erhitzt sich der Haufen und es vermehren sich Mikroorganismen.

- Leguminosen in zu großer Menge; also Soja, Linsen, Erbsen, Luzerne.

- Giftpflanzen in frischem Gras und Heu, zum Beispiel die Hundszunge.

- Futtermittel mit einem hohen Gehalt an Hefen, z.B. verdorbene Heulage und Silage.

- Nicht genügend abgelagertes Getreide.

Wenn ein Pferd zu viel davon aufnimmt und das dann noch in Verbindung mit zu wenig Rohfaser, freuen sich "falsche" Bakterien im Dickdarm über diese leicht gärfähigen Futtermittel wie übermäßig Stärke, junges Gras, Klee, Brot, Äpfel,... und verwerten diese. Es kommt dadurch zu einer Gasbildung und Bildung verschiedener Abbauprodukte wie Ammoniak oder biogene Amine. Die "guten" Bakterien sterben ab. Das Endergebnis ist eine Dysbiose mit Durchfall und Blähungen. Durch den Zerfall verschiedener Bakterien können Toxine entstehen, die Fieber, Hufrehe, Schock auslösen und damit letztlich ein schwer krankes Pferd hinterlassen, welches vom Leben bedroht ist.

Sekundär kann natürlich auch eine Gasbildung im Darm entstehen, wenn aufgrund anderer Ursache der Darm verstopft oder gelähmt ist.

Koppen scheint übrigens bei Gaskoliken keine Rolle zu spielen.
Allerdings können die hohen Fruktan-Gehalte bei entsprechend prädisponierten Pferden/Ponys Hufrehe auslösen.

Also: nicht zu langer Weidegang auf frischem jungen Gras, nicht zu viel Kraftfutter und die Weide regelmäßig auf Giftpflanzen kontrollieren; dann kann man das Risiko einer Gaskolik reduzieren.

Hier noch ein wenig Literatur für Interessierte:

Durham AE. The role of nutrition in colic. Vet Clin North Am Equine Pract. 2009 Apr;25(1):67-78, vi. doi: 10.1016/j.cveq.2008.11.003. PMID: 19303551.



Hintz HF. Some nutritional aspects of colic in horses. Mod Vet Pract. 1984 May;65(5):A9-12. PMID: 6738503.

Archer DC, Proudman CJ. Epidemiological clues to preventing colic. Vet J. 2006 Jul;172(1):29-39. doi: 10.1016/j.tvjl.2005.04.002. Epub 2005 Jun 4. PMID: 15939639.

Zentek J, Aboling S, Kamphues J. Fallbericht: Tierernährung für Tierärzte--aktuelle Fälle: Hundszunge (Cynoglossum officinale) im Weideaufwuchs--ein Risiko für die Gesundheit von Pferden [Accident report: animal nutrition in veterinary medicine--actual cases: houndstongue (Cynoglossum officinale) in pasture--a health hazard for horses]. Dtsch Tierarztl Wochenschr. 1999 Nov;106(11):475-7. German. PMID: 10609417.

Lust auf Radio hören? 🎧 Dann am Samstag ab 8 Uhr WDR 4 einschalten und den Tag mit Musik und allgemeinen Infos zur Hunde...
16/09/2021

Lust auf Radio hören? 🎧 Dann am Samstag ab 8 Uhr WDR 4 einschalten und den Tag mit Musik und allgemeinen Infos zur Hunde- und Katzenfütterung einläuten. Im Interview dabei: meine Wenigkeit Tierärztin Cornelia Bauer vom Futter-Tierarzt XaraVet!

Ich habe nun also auch ein Tonstudio 🎤 von innen kennengelernt. Spannend war's und Spaß hat's auch gemacht. 😁

Kosy, Iceman und Lena stellen die Lauscher auch schon auf.

Trockenfutter für Hunde-Senioren!Schon mal im Tierfutter-Geschäft gewesen und nach einem Trockenfutter für den Hunde-Ren...
16/08/2021

Trockenfutter für Hunde-Senioren!

Schon mal im Tierfutter-Geschäft gewesen und nach einem Trockenfutter für den Hunde-Rentner gesucht? Wie für die jüngeren Hunde auch ist das eine echt frustrierende Aufgabe!

Packungen über Packungen beworben mit "viel Fleisch", "Senior", "aktiver Zellschutz", "ausgewogene Zusammensetzung", "mehr Vitalität", "natürliche Inhaltsstoffe",... und anderen Formulierungen, die sich die Marketing-Abteilung noch so ausgedacht hat. Aber mal ehrlich: den Hundehalter bringt das keinen Schritt näher an die Entscheidung, welches Trockenfutter denn nun wirklich für diesen EINEN, eigenen Hund geeignet ist.

Wie sollte es auch? Dazu müsste der Besitzer schließlich auch absoluter Fach-Profi sein. Und dass man einen Chihuahua nicht wie einen Border Collie oder einen Labrador füttern kann, ist jedem einleuchtend. Aber ein paar Details kann man auch als Laie beurteilen.

Daher nehmen wir doch einfach exemplarisch einen durchschnittlichen kastrierten alten Hund mit 15 kg idealem Körpergewicht und keinem besonders hohen oder besonders niedrigen Energiebedarf.

Man sollte unter anderem auf den Energie-, Protein- und Phosphor-Gehalt achten.

Die Proteinqualität sollte hochwertig sein. Also Fleisch aus Muskelfleisch, Herz und nur wenig Innereien. Eine hochwertige Aminosäuren-Zusammensetzung liefern auch Ei, Quark oder Hüttenkäse. Innereien wie Lunge enthalten viel Bindegewebe, welches nicht so gut verdaulich ist. Wenn "Rinderprotein", "Geflügelprotein" oder "tierische Proteine" in der Zusammensetzung stehen, sagt das nichts über die Qualität der verwendeten Fleisch-Teile aus.

Der Gehalt an Rohprotein sollte um die 22% liegen, wenn das Futter je 100g einen Energiegehalt von 1,47 Megajoule umsetzbarer Energie enthält. Ist der Hund ein wenig moppelig und benötigt eine geringere Futtermenge, dann ist ein Gehalt von 19% Rohprotein schon zu gering.

Es gibt auch Trockenfutter für alte Hunde mit 38% Rohprotein. Das ist für einen 15 kg schweren alten Hund viel zu viel Protein! Was der Hund an Protein nicht für seine Körperfunktionen benötigt, muss über Leber und Niere verstoffwechselt werden. Das ist eine unnötige Belastung für die alternden Organe!

Sollte der Energiegehalt eines Trockenfutters nicht deklariert sein, kann man diesen anhand der Angaben auf der Verpackung mit einem Rechner ausrechnen: https://www.xaravet.de/futterberatung/energiekalkulator

Ich habe mir exemplarisch die Fütterungsempfehlung von 8 Produkten angeschaut: für unseren 15 kg "Modell"-Hund lag bei einem Produkt die Fütterungsempfehlung um 12% über dem Erhaltungsbedarf an Energie. Dieser Hund dürfte fett werden.

Ein anderes Produkt lag mit seiner Fütterungsempfehlung 10% unter dem Erhaltungsbedarf. In diesem Falle hätten wir also mit Gewichtsverlust zu kämpfen.

Wichtig ist zudem der Gehalt an Phosphor. Dieser Wert wird nicht immer deklariert, ist aber wichtig für eine einwandfreie Nierenfunktion. Wenn Phosphor überdosiert wird, kann das die Nierenfunktion einschränken.

Der Phosphorgehalt ist leider bei allen von mir angeschauten Senior-Trockenfutter-Produkten für unseren "Modell"-Hund zu hoch gewesen. Der Gehalt an Phosphor sollte maximal bei 650mg je 100g liegen und selbst das ist noch zu hoch. Es gibt aber auch Produkte mit krassen 1.100mg je 100g!

Der Gehalt an Rohfaser sollte um die 2,5% liegen. Wenn der Wert höher liegt, reduziert dies die Verdaulichkeit des Futters. Das ist bei Hunden mit Übergewicht, Diabetes oder Verdauungsstörungen wünschenswert; nicht aber für einen normalgewichtigen und eigentlich gesunden alten Hund.

Fragen zur Produktwahl? Dann gerne jetzt bei mir melden!

Über die Zufütterung von Selen an Pferde. Gerade letztens erst wurde ich von einem Besitzer mit der Meinung konfrontiert...
16/06/2021

Über die Zufütterung von Selen an Pferde.

Gerade letztens erst wurde ich von einem Besitzer mit der Meinung konfrontiert, dass eine Zufütterung von Selen an Pferde laut der Hufbearbeiterin schädlich für die Hufqualität sei. Ich war über diese Äußerung einigermaßen irritiert, war ich doch davon ausgegangen, dass allgemein bekannt ist, dass Mitteleuropa in den küstenferneren Gebieten Selenmangel-Gebiet ist und wir ohne Supplementierung von Selen häufiger Pferde mit Mängeln in der Versorgung mit Selen als mit Überdosierungen haben.

Diese Aussage habe ich daher zum Anlass genommen, einmal einige Details zusammenzutragen, wann und wieviel Selen die Pferde ergänzt bekommen müssen. Es ist nämlich nicht nur ein Selen-Mangel bei Pferden sehr schädlich - auch eine Selen-Vergiftung durch eine zu hohe Selen-Zufütterung ist äußerst ungesund und daher zu vermeiden.

Pferde haben nur eine geringe Toleranz gegenüber einer Überdosierung von Selen.

Symptome eine Selen-Vergiftung sind Verluste von Schweif- und Mähnenhaaren, unklare Lahmheiten sowie einschnürende Ringe an den Hufen.

Umgekehrt ist aber auch ein Mangel von Selen bei Pferden nicht wünschenswert.

Selen ist ein essentielles Spurenelement, welches im Körper eines Pferdes wichtige Funktionen inne hat.

Ein Selenmangel bei Pferden führen zu Myopathien, einer schlechten Fruchtbarkeit, Aborten und einer erhöhten Infektanfälligkeit (Pilz, Husten, Darmparasiten, ...). Selen ist wichtig für die Schilddrüse und wirkt antioxidativ.
Sogar beim Hengst hat man nachgewiesen, dass eine korrekte Selenversorgung für eine bessere Spermienqualiät und damit einhergehend für eine höhere Befruchtungsrate sorgt.

Beide Varianten (Mangel wie Vergiftung) sind also denkbar ungünstig für unsere Pferde. Was machen wir nun?

Die Böden haben regional stark schwankende Selengehalte, so dass auch das Grundfutter für unsere Pferde (Gras, Heu, Heulage) entsprechend schwankenden Werten ausgesetzt ist.

In Meeres-Nähe enthalten die Böden mehr Selen als in Gegenden fernab der See. Norddeutschland, Niederlande und Dänermark sind also weniger problematische Gebiete. Das westliche Deutschland hat höhere Selen-Werte in den Böden als das östliche Deutschland. In Thüringen wiesen laut einer Studie nur die Pferde eine Serum-Selen-Konzentration im Referenzbereich auf, die eine gezielte Selen-Ergänzung erhielten.
Die niedrigsten Selen-Werte in den Böden kommen in Österreich und Luxemburg vor. In Mittelösterreich wiesen mehr als 50% der Proben von Pferden eine Unterversorgung auf.

Damit ist also die Frage beantwortet, dass eine absolut strikte Ablehnung der Selen-Zufütterung nicht sinnvoll ist. Da im Grünfutter die Selen-Gehalte schwanken, benötigen wir irgendeinen Anhaltspunkt, um die Selen-Supplementierung korrekt zu dosieren.

Wenn das Heu betriebseigen hergestellt wird, bietet es sich an, dass routinemäßig einige Ballen von verschiedenen Wiesen nach der Ernte beprobt werden. Auf Basis dieser Analyse-Werte wird individuell für jedes Pferd des Bestands die Selen-Dosierung errechnet.

Wird das Heu von vielen Produzenten mehrmals im Jahr zugekauft, ist eine routinemäßige Heuanalyse nicht realisierbar bzw. geht schnell ins Geld, weil relativ häufig viele Ballen beprobt werden müssen. In solchen Fällen macht es mehr Sinn, 1x im Jahr eine Serum- oder noch besser Haarmineralanalyse machen zu lassen.

Die Zufütterung des Selens sollte auf gar keinen Fall über Mineral-Lecksteine erfolgen. Die Aufnahme der Selenmenge ist je nach Pferd sehr verschieden und es kann schnell zu Selen-Intoxikationen kommen.

Aus diesem Grund muss gezielt ein entsprechend zu dem Pferd passendes Mineralfutter gefüttert werden. Allerdings ist hierbei das Problem, dass man sich nicht auf die Fütterungsempfehlungen der Hersteller verlassen kann. Manche Pferde benötigen nur wenige Gramm, andere deutlich mehr Mineralfutter / Selen. Daher mache ich in meiner Tierarztpraxis Rationskalkulationen, mit der für jedes Pferd die korrekte Dosierung ausgerechnet wird.

Gesammelte Werke an wissenschaftlichen Studien für interessierte Pferdehalter:

Hosnedlova B, Kepinska M, Skalickova S, Fernandez C, Ruttkay-Nedecky B, Malevu TD, Sochor J, Baron M, Melcova M, Zidkova J, Kizek R. A Summary of New Findings on the Biological Effects of Selenium in Selected Animal Species-A Critical Review. Int J Mol Sci. 2017 Oct 21;18(10):2209. doi: 10.3390/ijms18102209. PMID: 29065468; PMCID: PMC5666889.

Müller A, Bertram A, Moschos A. Saisonale und überregionale Unterschiede der Selenversorgung bei Pferden [Seasonal and national differences in the selenium supply of horses across Europe]. Tierarztl Prax Ausg G Grosstiere Nutztiere. 2012;40(3):157-66. German. PMID: 22688739.

Langner K, Hörügel U, Donat K, Vervuert I. Selenstatus in Thüringer Pferdehaltungen in Abhängigkeit des Einsatzes selenhaltiger Mineral- und Ergänzungsfuttermittel [Assessment of selenium status in relation to the supplementation of selenium enriched mineral licks and mineral feeds in equines in Thuringia]. Tierarztl Prax Ausg G Grosstiere Nutztiere. 2020 Dec;48(6):398-405. German. doi: 10.1055/a-1274-9045. Epub 2020 Dec 4. PMID: 33276410.

Bertelsmann H, Keppler S, Höltershinken M, Bollwein H, Behne D, Alber D, Bukalis G, Kyriakopoulos A, Sieme H. Selenium in blood, semen, seminal plasma and s***matozoa of stallions and its relationship to s***m quality. Reprod Fertil Dev. 2010;22(5):886-91. doi: 10.1071/RD10032. PMID: 20450841.

Hund ist gleich Wolf und deshalb muss der Hund wie der Wolf ernährt werden?!Ein großer Irrtum, denn der Wolf unterscheid...
02/05/2021

Hund ist gleich Wolf und deshalb muss der Hund wie der Wolf ernährt werden?!

Ein großer Irrtum, denn der Wolf unterscheidet sich sowohl verhaltens- als auch ernährungsmorphologisch von unseren Haushunden!

Der Wolf hat ein deutlich besser ausgebildetes Rudeldenken. So hat eine Wiener Studie mit Hunden und Wölfen gezeigt, dass der Wolf sein Futter mit einem anderen Rudelmitglied teilt. Der Hund dagegen denkt nicht an seine Rudelgenossen, sondern in erster Linie an sich selbst!

Der Wolf ist ein klassischer Beutetierfresser; also obligat fleischfressend, während ein Hund nur fakultativ fleischfressend ist. Ein Hund benötigt nicht so viel Protein wie ein Wolf.

Die Nahrung eines Wolfes enthält laut Mageninhaltsanalyse bezogen auf die Trockensubstanz 2/3 Protein und 1/4 Fett und nur 1,4% Kohlenhydrate. Pflanzliches Material bildet nur einen vernachlässigbaren Teil der Gesamtnahrung.
Hunde bilden Amylase, während der Wolf dieses Enzym nicht hat. Amylase ist ein stärkespaltendes Enzym, welches den Hunden im Rahmen ihrer Domestikation erlaubt hat, Energie aus der menschlichen Nahrung zu ziehen. Dies war ein evolutionärer Vorteil für den Hund.
Damit einhergehend hat sich auch das Darm-Mikrobiom des Hundes an eine Protein- und stärkereiche Nahrung angepasst.
Verhalten, Genom und Mikrobiom sind also unterschiedlich zu dem des Wolfes!

Abgesehen davon ist aber auch zwischen den Hunderassen ein Unterschied zu erkennen. Hund ist nicht gleich Hund. Kleine Hunderassen haben im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht einen wesentlich größeren Magen-Darm-Trakt und eine größere Leber als große Hunde. Dies hat Folgen für die Verdauung und den Stoffwechsel: große Hunde haben eine längere Darmpassage der Nahrung und der Grad der mikrobiellen Fermentation des Darminhalts ist größer, das Darmepithel lässt Stoffe leichter durch und die Resorption von Wasser und Elektrolyten ist schlechter. Damit einhergehend ist die Tendenz für eine schlechte Kotkonsistenz erhöht. Daher können auch unsere Hunde nicht alle gleich ernährt werden!

Literatur, falls jemand tiefergehendes Interesse an diesem Thema hat:

Dale, Rachel et al. “Wolves, but not dogs, are prosocial in a touch screen task.” PloS one vol. 14,5 e0215444. 1 May. 2019, doi:10.1371/journal.pone.0215444

Bosch G, Hagen-Plantinga EA, Hendriks WH. Dietary nutrient profiles of wild wolves: insights for optimal dog nutrition? Br J Nutr. 2015 Jan;113 Suppl:S40-54. doi: 10.1017/S0007114514002311. Epub 2014 Nov 21. PMID: 25415597.

Weber, Mickaël & Aimargues, FRA & Paris, FRA. (2006). Influence of size on the dog's digestive function. Bulletin de l'Académie vétérinaire de France. 327. 10.4267/2042/47851.

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