27/01/2026
Gestern verließ uns unser Carl der Große aus eigener Zucht.
Deine Geschichte begann hier auf dem Birkenhof – und sie endete heute auch hier. Geboren im Jahr 2011, als Sohn unserer Zafira, die noch heute wie ein Jungspund auf die Koppel trabt. In einer Nacht entschied sie kurzerhand, dass es Zeit sei: Ohne viel Drama, schmiss sie dich, im wahrsten Sinne des Wortes, einfach im Stehen unter die Tränke und kaute zugleich genüsslich auf ihrem Heu weiter. So wurdest du geboren: unser Carl.
In schwarzer Jacke, die du ungewöhnlich lange getragen hast, war von Anfang an klar, wessen Sohn du bist. Dein eigener Kopf, dein grenzenloses Selbstbewusstsein und dein unverwechselbarer Charakter ließen daran keinen Zweifel, denn du kamst ganz nach deiner Mutter. Du hast dir deine Menschen schon immer selbst ausgesucht – und nur wer dein Herz gewann, durfte dir wirklich nah sein. Alle anderen bekamen deine Meinung früher oder später sehr deutlich zu spüren. Das änderte sich auch mit den Jahren nicht.
Du führtest Buch über deine Streiche. Jedes Mal, wenn du es wieder geschafft hattest, die Zweibeiner um dich herum in den Wahnsinn zu treiben, abzuhauen, zu treten oder dir sonstigen Blödsinn einfallen zu lassen, kam ein weiterer Strich in dein Kerbholz. Und doch – oder gerade deshalb – konnte man dir nie wirklich böse sein. Du hast vielen Menschen beigebracht, sich in Geduld zu üben.
Unter dem Sattel jedoch warst du ein ganz anderer: stets artig, unglaublich talentiert, leicht zu reiten. Ein Pferd, mit dem man einfach Spaß haben konnte, eines zum Loslegen, zum Genießen – und immer ein echter Hingucker.
Carl, du warst etwas ganz Besonderes. Ein Pferd mit mehr Charakter, als ihn die meisten Menschen je besitzen. Deine Reise endet heute – altersmäßig viel zu früh, doch für deinen Körper war es höchste Zeit. Du durftest deinen letzten Gang ohne große Schmerzen antreten, hast deine letzte Mahlzeit genossen und diese Welt mit Würde und Stolz verlassen.
So wirst du uns in Erinnerung bleiben: stolz, eigenwillig, voller Persönlichkeit. Komm gut da oben an, du alter Schabernack. Über dich werden wir noch viele Jahrzehnte lachen & weinen, wenn wir an dich und deine Flausen im Kopf denken