11/12/2025
Adventskalender Türchen Nr 11
Loui
Loui strandete vor einiger Zeit bei uns, da er in seinem Ursprungstierheim kaum zu handeln war. Ängstlich, aber eben auch bereit zuzubeißen, wenn man versuchte ihn anzuleinen oder zu handeln. Unter Narkose wurde ein Maulkorb angelegt, mit dem er dermaßen randalierte, dass sein Gesicht bereits nach wenigen Tagen komplett offen war. Also runter damit.
Mit Keksen und gutem
Zureden war nichts zu erreichen, Loui zog sich zurück.
Keine Option für einen blutjungen Mali.
Also zog er zu uns.
Aufgrund der noch nicht abgeheilten Wunden im Gesicht, musste die ersten Wochen ohne Maulkorb gearbeitet werden. Loui zeigte kein reines typisches „ Angsthundeverhalten“ sondern kippte in stereotypes Verhalten unter Stress.
Er verbiss sich derart in Leinen, dass seine Lefzen bluteten, er kaute teilweise wie im Wahn darauf rum. Über Wochen arbeiteten wir in ganz kleinen Schritten, mit Elementen aus dem Pferdetrainingsbereich.
Selbst als er den Maulkorb wieder tragen durfte, zerbiss er sich bei Stress seine Lefzen. Es war ganz anders als bei den Hunden, die wir sonst bei uns haben, die normalerweise nach wenigen Tagen spazieren gehen können. Leider aber auch kein Hund, der mit der Zeit von sich aus gekommen wäre. Wir hätten Jahre warten müssen, wenn überhaupt. Nun hat so ein Hund aber eine begrenzte Lebenszeit und es ist nicht fair, ihn mit seiner Angst über Jahre alleine isoliert zu lassen. Ja, das Training war Stress, ja gerade am Anfang sah es nicht immer schön aus. Hier liegt es in unserer Verantwortung als Trainer ein Maß zu finden, wo der Hund noch lernen kann und an dem dosierten Stress wachsen kann. Wohlwollend. Dem Hund die Möglichkeit zu geben, zu erfahren, dass seine schlechten Erwartungen nicht erfüllt werden. Sondern er selbstwirksam tätig sein kann, Dinge aushalten lernt. Nicht weil es schnell gehen muss, sondern so, dass es den Hund voran bringt.
Mit dem Ziel am Leben teilnehmen zu können. Es erfordert viel Fingerspitzengefühl und Gefühl für solche Hunde, da es immer ein schmaler Grat ist. Und das muss uns bewusst sein, wenn uns solche Hunde anvertraut werden. Es geht nie um Macht.
Es geht um Lebenqualitätsgewinn.
Jedenfalls kann der Loui mittlerweile normalen Spaziergängen beiwohnen, er lässt sich anleinen und ist ziemlich neugierig geworden. Nach fast einem Jahr konnte er auch endlich fremde Personen am Zaun melden und arbeitete sich Stück für Stück in ein normales Hundeleben.
Unser Loui wünscht sich Rinderkopfhautplatten und eine durchbisssichere Leine ( als Sicherheitsvorkehrung, falls es in stressigen Momenten mal zu Rückfällen käme, Loui braucht nämlich nur 2 Sekunden für normale Leinen 🙈)
Wer Louis Taschengeld aufbessern möchte, kann dies hier tun:
Empfänger: Schwierige Felle e.V.
IBAN: DE73 8205 1000 0125 0173 67
BIC: HELADEF1WEM
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( bitte an Freunde senden, Paypal zieht sonst Gebühren ab)
* Bild stammt vom Ankunftstag