05/05/2026
Zeit zum Ankommen und Kennenlernen – und warum Training trotzdem vom ersten Moment an stattfindet
Kiwi ist jetzt seit vier Tagen bei mir, und gerade eben haben wir ein Markerwort konditioniert und eine erste Mini-Trainingseinheit durchgeführt.
Die letzten Tage standen aber vor allem im Zeichen des Kennenlernens. Ich habe beobachtet,
👉🏻 wie Kiwi sich in verschiedenen Situationen verhält,
👉🏻 was sie beunruhigt,
👉🏻 wann sie welches Futter annimmt,
👉🏻 wann, wie und womit sie gerne spielt,
👉🏻 wie sie auf Berührungen und körperliche Manipulation reagiert,
👉🏻 wann und wie sie gut zur Ruhe kommt und schläft,
👉🏻 wie sie auf unsere menschlichen und tierischen Familienmitglieder reagiert,
und vieles mehr.
Und auch Kiwi hat in dieser Zeit eine Menge über mich gelernt – zum Beispiel, dass ich für sie da und ansprechbar bin, dass ich sie unterstütze und schütze, wenn sie es braucht, und dass das Zusammenleben mit mir ziemlich viel Spaß machen kann.
Auch wenn für Außenstehende in den letzten Tagen vielleicht wenig passiert ist, was man klassisch als Training bezeichnen würde, findet Lernen doch die ganze Zeit statt. Ich beobachte Kiwis Verhalten aufmerksam und passe mein eigenes Verhalten so an, dass es den Aufbau einer stabilen Bindung unterstützt. Erwünschtes Verhalten darf sich für Kiwi lohnen, während unerwünschtes Verhalten möglichst gar nicht erst entsteht oder wenig Erfolg hat.
Training beginnt nicht mit dem ersten Signal, sondern mit dem ersten gemeinsamen Moment. Wer Verhalten nachhaltig beeinflussen möchte, legt den Fokus zuerst auf Beziehung, Bedürfnisse und Rahmenbedingungen – alles andere baut darauf auf. Auch das ist Training.