14/04/2022
14/17 Ich liebe das Werkzeug des Targettrainings! Heute erklärt Linda Veltkamp - Lernen mit positiver Verstärkung dir mehr dazu. 😍
Was ist eigentlich ein Target? 🤔
Fachbegriffe einfach erklärt – TEIL 14/17
Der Begriff „Target“ ist englisch und bedeutet „Ziel“, was die Idee eines Targets im Training schon sehr gut beschreibt. Das Pferd lernt, ein Ziel(-objekt) mit einem definierten Körperteil zu berühren und/oder ihm zu folgen. Häufig wird ein sogenannter Targetstab benutzt, zum Beispiel ein Holzstab mit einem Ball am Ende. Ein Target kann im Prinzip aber alles sein - ein Gegenstand, aber auch ein Körperteil des Menschen. Es ist möglich, unterschiedliche Gegenstände für unterschiedliche Einsatzzwecke zu nutzen. Meist ist ein Target nach dem Körperteil des Pferdes benannt, welches das Target berühren soll. Bei Nasentarget berührt das Pferd mit der Nase z.B. eine Poolnudeln, einen Eimerdeckel oder den Anbindebalken.
Welchen Sinn haben nun diese Targets? Es gibt das Vorurteil, dass man beim Clickertraining warten müsse, bis das Pferd zufällig etwas richtig macht, um es dann belohnen zu können. Das stimmt natürlich nicht! Aber klar ist, wenn wir auf negative Verstärkung verzichten möchten, dann brauchen wir eine andere Möglichkeit, um Bewegung zu trainieren.
Dafür bieten Targets vielseitige Möglichkeiten. Sie sind quasi die Gegenbewegung zum Weichen. Das Pferd lernt, sich zu etwas hin anstatt von etwas weg zu bewegen. Mit einem gut trainierten Target können wir das ganze Pferd oder einzelne Körperteile in eine Richtung bewegen oder an einem Ort halten. Fortgeschrittene Pferde können auf mehrere Targets gleichzeitig reagieren, sodass sich Bewegungen kombinieren lassen.
Verschiedene Körpertargets lassen sich beispielsweise verbinden, um Seitengänge aufzubauen. Ein Nasentarget kann beim Führtraining eingesetzt werden, ein Huftarget (wie eine Matte) hilft beim Etablieren eines ruhigen Stehens. Mit einem Hüftarget können wir das Pferd an der Aufstiegshilfe ganz einfach rangieren können. Aus dem Karpalgelenkstarget lässt sich der spanische Schritt entwickeln.
Und das waren nur einige Beispiele aus dem großen Pool an Möglichkeiten, ganz egal, ob es um Tricktraining oder um „ernsthafte“ Arbeit geht.
Wann immer ihr euren Pferden also in der nächsten Zeit eine Bewegung erklären wollt – überlegt doch einmal, ob euch nicht vielleicht ein Target dabei helfen könnte.
Du möchtest mehr rund um das Clickertraining erfahren? Im letzten Beitrag hat dir Caroline Lutz von Disco Cavallo erklärt, was Loopy Training ist. Morgen erzählt Eva-Marie Essers von Equilution - Modernes Pferdegesundheitstraining etwas über Gerneralisierung.
Die ganze Reihe findest du auf der Seite Motionclick-Netzwerk - Initiative für gewaltfreies Pferdetraining