09/02/2022
Ich verstehe sehr gut den Ärger meiner Kollegin.
Zum Glück habe ich ein paar Tierärzte an der Hand, für die die Zusammenarbeit kein so furchtbar rotes Tuch ist.
Leider gibt es auch viele andere, die da nicht so zugeneigt sind.
Achtung: Ein Meckerbeitrag!
...aber von ganzem Herzen! Und sag bitte nicht, ich hätte Dich nicht vorgewarnt, aber mir ist heute morgen der Kragen geplatzt.
Diese besch #%&§ Änderung des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) seit 28.01.2022. Denn es läuft seitdem noch viel schlimmer im gemeinsamen Umgang zwischen Vetmed und THP, als vorher schon.
Was ist passiert?
Es gibt für bestimmte Erkrankungen, die auch unsere Tiere bekommen können, insbesondere im kleinen Heimtierbereich, kaum geeignete oder gar keine geeigneten ad us vet Präparate. Und leider oft gar keine Lösung bei einer Fraktur so wie bei Hund oder Katze etwas zu verschrauben. Also muss man manchmal auf Zeit spielen und hoffen, dass es mit viel Ruhe und wenig Auslauf zusammenwächst.
Doch Kaninchen sind keine Kuscheltiere. Sie über Monate ruhig zu halten, ist für diese Tiere schlichtweg nix. Ergo kann man sich zur Unterstützung der Kallusbildung alternative Präparate aus der Humanmedizin hinzunehmen. Naja, bis eben zu der Gesetzesänderung.
Denn seitdem dürfen weder Tierhalter sich diese besorgen, noch Tierheilpraktiker diese verordnen und eine Dosierungshilfe geben. Ergo verweist man auf den Tierarzt und bittet um Rücksprache mit diesem, um Ausstellung eines Rezepts und eben einer Dosierungsanleitung. Man wäre sogar, wenn denn das Präparat nicht bekannt sei bereit, ihn da zu unterstützen.
Pustekuchen!
Und wie gehts weiter?
Tierhalter im Regen stehen gelassen. Zusammenarbeit mit einem "Tierheilpraktiker"? Niemals!
Um was gehts hier? Um verletzte Egos? Darum sich nicht die Blöße zu geben, weil man ein Präparat nicht kannte? Sorry, aber mich k #&%$§ diese Ego-Sch§$%& an. Es geht uns doch allen um eines:
Dass es dem Tier möglichst bald wieder gut geht.
Das ist kein Wettbewerb, wer den Pokal nach Hause holt, sondern eine Gemeinschaftsarbeit, die aus einem tollen 3-Gestirn (Tierarzt, Tierheilpraktiker und Tierhalter) bestehen kann. Warum kann man nicht endlich mal eine Tür vorsichtig öffnen und gibt stattdessen einem alternativ Tätigen weiter keine Chance? Unsere Berufsgruppe wurde doch schon so gut wie vernichtet - warum also jetzt nicht mal zusammen in eine Richtung blicken?
Eine sehr große Gefahr wurde jetzt erst Recht geschaffen! Der Tierhalter holt sich gesetzeswidrig die Mittel selbst, wenn er vom Tierarzt nicht unterstützt wird. Ergo wird noch sehr viel mehr ohne Absprache und ohne die wichtigen Dosierungstipps passieren, als das vor der Gesetzesänderung der Fall war. Bravo! Hat man ja ganz toll hinbekommen.
😢