Freunde und Förderer der Wilhelma

Freunde und Förderer der Wilhelma Verein zur Förderung des zoologisch-botanischen Gartens Wilhelma Stuttgart

Gegründet: 21.09.1956 Und dabei immer das Wohl der Tiere im Blick!
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Der gemeinnützige Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma e.V. setzt sich seit 1956 dafür ein, die Einzigartigkeit der Wilhelma zu erhalten und stetig weiterzuentwickeln. Mit über 32.000 Mitgliedern sind wir der größte Förderverein eines Zoos in Europa.

In der Wilhelma hat ein männlicher Brillenbär ein neues Zuhause gefunden: Ende Mai 2026 ist der 18 Jahre alte José aus d...
02/06/2026

In der Wilhelma hat ein männlicher Brillenbär ein neues Zuhause gefunden: Ende Mai 2026 ist der 18 Jahre alte José aus dem ungarischen Sóstó Zoo im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart eingezogen. Nach einigen Tagen Eingewöhnung hat er mittlerweile begonnen, seine Anlage zu erkunden. Von dort nimmt er bereits Blick- und Geruchskontakt zu seiner achtjährigen Artgenossin Suyana auf. Noch halten sich beide Tiere in separaten Bereichen auf – aber das könnte sich bald ändern. Volker Grün, Leiter des Fachbereichs Zoologie in der Wilhelma, erklärt: „Unser Ziel ist es, mit dem Brillenbär-Männchen José und unserem Weibchen Suyana einen Beitrag zur Nachzucht dieser gefährdeten Art zu erzielen. In der Natur kommen beide Geschlechter in der Regel nur zur Paarung zusammen und leben den Rest des Jahres einzelgängerisch. Da unsere Anlage aus drei separaten Bereichen besteht, die bei Bedarf miteinander verbunden werden können, bieten wir dafür beste Voraussetzungen. Zunächst lassen wir José aber ausreichend Zeit, seine Anlage in Ruhe kennenzulernen und sich einzugewöhnen.“

Im Frühjahr 2025 gab es zuletzt einen Zuchtversuch bei den Brillenbären in der Wilhelma: Damals war das Männchen Hubärt aus der österreichischen Tierwelt Herberstein für rund zwei Monate zu Besuch im Zoologisch-Botanischen Garten. Die Zusammenführung mit Suyana erschien zunächst vielversprechend. Mehrfach kam es zu Paarungen, die leider dennoch nicht zum gewünschten Erfolg führten. Umso größer ist die Hoffnung, dass die Nachzucht mit José, der dauerhaft in der Wilhelma bleiben soll, besser klappen wird.

Bei Brillenbären handelt es sich um die einzige Bärenart Südamerikas. Ihren Lebensraum bilden sowohl Bergwälder als auch Trockenlandschaften in und entlang der Anden und ihrer Ausläufer, von Venezuela bis nach Bolivien. Aufgrund ihres Verbreitungsgebietes nennt man sie auch „Andenbären“. Der Namen „Brillenbär“ nimmt Bezug auf die markante, helle Gesichtszeichnung, die individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin macht deutlich, warum sich Zoos für die Zucht von Brillenbären einsetzen: „Aufgrund von Habitatverlust, vor allem bedingt durch fortschreitende landwirtschaftliche und bergbauliche Inanspruchnahme seiner Lebensräume, aber auch durch illegale Nachstellung, gilt der Brillenbär laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdete Art. Umso wichtiger ist der Erhalt einer Reservepopulation in menschlicher Obhut, was durch ein Ex Situ-Programm des Europäischen Zooverband EAZA gewährleistet wird, an dem auch die Wilhelma teilnimmt.“ In Ecuador leiste die Wilhelma außerdem einen direkten Beitrag für den Schutz der natürlichen Lebensräume, nicht nur des Brillenbären, sondern unzähliger weiterer Tier- und Pflanzenarten: Seit 2020 hat der Zoologisch-Botanische Garten mit Hilfe des von den Besucherinnen und Besuchern über den Wilhelma-Eintritt entrichteten Artenschutz-Euro sowie mit Mitteln des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma über 700.000 € in den Erwerb von Landflächen in Ecuador investiert. Auf diese Weise konnte der dortige Kooperationspartner, die NGO Jocotoco, dabei unterstützt werden, Regenwälder zu schützen, ehemals gerodete Flächen wieder aufzuforsten und Biotope miteinander zu vernetzen.

Aufmerksame Besucherinnen und Besuchern der Wilhelma mögen es bereits bemerkt haben: Seit dem 19. Mai 2026 steht bei den...
27/05/2026

Aufmerksame Besucherinnen und Besuchern der Wilhelma mögen es bereits bemerkt haben: Seit dem 19. Mai 2026 steht bei den Hausyaks im Asiatischen Dorf ein neues Tier auf der Weide. Im Gegensatz zu seinen dunkelbraun gefärbten Artgenossen fällt es neben seiner geringeren Größe und den noch eher zierlichen Hörnern vor allem durch den breiten weißen Streifen auf, der sich von der Stirn über den Rücken, den buschigen Schwanz bis zu den Hinterbeinen zieht. Kuratorin Kerstin Ludmann erklärt: „Bei unserem Neuzugang handelt es sich um eine einjährige Yak-Kuh, die wir aus dem Thüringer Zoopark Erfurt erhalten haben. Nachdem das Tier zunächst vorschriftsmäßig in Quarantäne war, durfte es nun erstmals auf seine neue Anlage. Noch ist es etwas zurückhaltend gegenüber seinen Artgenossen, wird sich aber sicher schnell in die Gruppe einleben.“

Das Hausyak ist ein in den Gebirgsregionen Zentralasiens sehr verbreitetes Nutztier, besonders in Teilen Chinas und der Mongolei. Sein Vorfahre, das Wildyak, wurde bereits vor mehreren tausend Jahren domestiziert. Im Gegensatz zum dunkelbraun bis schwarz gefärbten Wildyak sind bei Hausyaks durch Züchtung auch andere Farbschläge entstanden. Hausyaks dienen als Lasttier sowie als Lieferant für Fleisch, Milch und Fell. Außerdem wird der Kot der Yaks in getrockneter Form als Brenn- und Heizmaterial verwendet, vor allem in baumarmen Hochgebirgslagen. Während das Hausyak in Teilen Asiens millionenfach gehalten wird, gilt das Wildyak laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet. Nachdem die Wilderei, die zeitweise die größte Bedrohung für die Art darstellte, mittlerweile in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes eingedämmt wurde, sind heute der Verlust von Lebensräumen und die Konkurrenz um Weideflächen mit vom Menschen gehaltenen Viehherden die größten Gefahren für den Fortbestand der Wildform.

Die Hausyaks in der Wilhelma wohnen in direkter Nachbarschaft zu den Trampeltieren, welche den Neuzugang bereits über den Zaun hinweg neugierig beäugen. Wenige Schritte entfernt befindet sich der Asiatische Schaubauernhof mit Kaschmirziegen, Romanovschafen, Vietnamesischen Hängebauchschweinen und Ayam-Cemani-Hühnern. Der Bereich präsentiert damit eine kleine Auswahl von Nutztierrassen des asiatischen Kontinents, ergänzt durch typische Nutzpflanzen wie Reis und Bananen. Auf diese Weise werden nicht nur ausgewählte Formen der traditionellen Landwirtschaft in Asien exemplarisch dargestellt. Ebenfalls im Fokus steht der Mensch-Tier-Konflikt, der – nicht nur in Asien – überall dort entsteht, wo sich menschlicher Siedlungsraum und die Lebensräume von Wildtieren treffen oder sogar überschneiden.

Auf der Felsenanlage in der Wilhelma springt ein tierischer Neuzugang von Stein zu Stein: Am 30. April 2026 ist nämlich ...
22/05/2026

Auf der Felsenanlage in der Wilhelma springt ein tierischer Neuzugang von Stein zu Stein: Am 30. April 2026 ist nämlich bei den Mähnenspringern ein Jungtier zur Welt gekommen. Bereits seit dem ersten Lebenstag an ist es in der Lage, geschickt zu klettern und seiner Mutter auf Schritt und Tritt zu folgen.

Bei Mähnenspringern, auch Mähnenschafe genannt, handelt es sich um eine Huftierart aus dem nördlichen Afrika. Ihren natürlichen Lebensraum bilden felsige Wüstenlandschaften und Gebirge – vom Atlas bis tief in die südliche Sahara. Die Tiere sind perfekt auf die dort herrschenden widrigen Lebensbedingungen angepasst. Sie können in Trockenperioden wochenlang ohne Wasser auskommen. Sie leben in kleineren Gruppen von in der Regel mehreren Weibchen und ihren Jungtieren, angeführt von einem Bock. Namensgebendes Merkmal der Art ist die dichte Mähne an Kehle und Hals, die bei den Männchen besonders ausgeprägt ist und bis zum Boden reichen kann.

Trotz ihrer Genügsamkeit gelten Mähnenspringer in der Natur als bedroht: Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden sie als „gefährdet“ eingestuft. Zu den Gefährdungsfaktoren gehören die Konkurrenz mit dem Menschen und seinen Viehherden um die wenigen Weidegründe und Wasserstellen, die damit zusammenhängende Verschlechterung der Lebensraumbedingungen, aber auch die Wilderei. Hinzu kommt, dass der Bestand der Mähnenspringer aus zahlreichen Teilpopulationen besteht, die nicht miteinander verbunden sind. In Teilen ihres Verbreitungsgebietes gestalten sich sowohl Schutz- als auch Monitoring-Maßnahmen aufgrund von politischer Instabilität als schwierig.

In der Wilhelma teilen sich die Mähnenspringer eine Felsenanlage mit den aus den Gebirgen Äthiopiens stammenden Blutbrustpavianen, auch Dscheladas genannt, und den Klippschliefern. Montags bis freitags (ausgenommen Feiertage), jeweils um 11.30 Uhr, können die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma dort beim Wilhelma Talk mit Fütterung mehr über diese drei Arten aus den Gebirgs- und Felslandschaften Afrika erfahren.

Die Wilhelma widmet den Pfingstmontag wieder einmal ihren jüngsten Besucherinnen und Besuchern: Am 25. Mai 2026 lädt der...
21/05/2026

Die Wilhelma widmet den Pfingstmontag wieder einmal ihren jüngsten Besucherinnen und Besuchern: Am 25. Mai 2026 lädt der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart nämlich wieder zum alljährlichen Kindertag ein. Von 10 bis 16 Uhr wird ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm für die ganze Familie geboten. Über das gesamte Gelände verteilt warten zahlreiche Stationen, Vorführungen und Aktionen, die Bewegung, Kreativität und Erlebnis miteinander verbinden. Zusätzliche Kosten zum regulären Eintritt entstehen nicht.

Zu den Highlights gehören die Zaubershow von Magic Oli vor der Damaszenerhalle oder Vorführungen mit Riesenseifenblasen beim Maurischen Landhaus. Darüber hinaus sorgen Walking Acts wie die Figuren aus „Paw Patrol“, „Mia&Me“ und „PJ Masks“ für überraschende Begegnungen und unvergessliche Fotomomente. Ergänzt wird das Programm durch Hüpfburgen, eine Bastelstation des Kindermuseums Junges Schloss sowie der Rollenden Kinderturn-Welt, dem Bewegungsmobil der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg. Die jungen Gäste können außerdem Pflanzen eintopfen und mit nach Hause nehmen, sich mit Kindertattoos schmücken lassen oder beim Quiz „Rund um die Welt“ ihr Wissen testen. Besonders musikalisch wird einiges geboten: Die Junge Akademie Stuttgart präsentiert mehrere Musical-Mixe auf der Bühne und lädt Kinder und Jugendliche dazu ein, in die Welt von Musik, Tanz und Schauspiel einzutauchen. Ziel der Akademie ist es, jungen Menschen kreative Ausdrucksmöglichkeiten zu eröffnen und sie frühzeitig für darstellende Kunst zu begeistern. Zum ersten Mal mit dabei ist die Internationale Bachakademie Stuttgart mit dem „BachBewegt! Klangmobil“. Auch kulinarisch wird der Kindertag begleitet: Am Restaurant Amazonica findet ein Anschnitt des „größten Erdbeerkuchens“ statt. Der Erlös kommt, wie jedes Jahr, dem Artenschutz zugute.

Wilhelma-Direkter Dr. Thomas Kölpin erklärt: „Der Kindertag gehört seit vielen Jahren zu den besonders beliebten Veranstaltungen für Familien in der Wilhelma. Spielerisches Lernen und gemeinsame Erlebnisse schaffen oft die Grundlage für ein langfristiges Interesse an Tieren, Pflanzen und Artenschutz.“

Am Samstag, 25. April 2026, ist ein weibliches Bongo-Jungtier zur Welt gekommen. Muttertier ist die sechsjährige Sabah, ...
07/05/2026

Am Samstag, 25. April 2026, ist ein weibliches Bongo-Jungtier zur Welt gekommen. Muttertier ist die sechsjährige Sabah, die selbst 2020 in der Wilhelma geboren wurde. Deren Mutter ist die ebenfalls in der Wilhelma lebende Bongo-Kuh Assante. Damit setzt sich die erfolgreiche Zucht dieser selten gehaltenen Antilopenart in Stuttgart über mehrere Generationen hinweg fort.

In den ersten Lebenstagen blieb das Jungtier gemeinsam mit seiner Mutter im geschützten Vorgehege. Seit heute ist das kleine Bongo-Weibchen gemeinsam mit ihrer Mutter und den beiden Schwestern auch im Außengehege unterwegs und gut für Besucherinnen und Besucher zu sehen. Dort zeigt sich der Nachwuchs bereits ausgesprochen aktiv: Immer wieder erkundet das Jungtier im Familienverbund aufmerksam seine Umgebung.

Bongos (Tragelaphus eurycerus) zählen zu den größten und zugleich scheuesten Waldantilopen Afrikas. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in den dichten Regen- und Bergwäldern Zentralafrikas. Charakteristisch ist ihr kastanienbraunes Fell mit auffälligen weißen Querstreifen, die im gefleckten Licht des Waldes eine effektive Tarnung bieten. Sowohl männliche als auch weibliche Tiere tragen spiralig gedrehte Hörner.

In der Natur sind Bongos stark bedroht. Lebensraumverlust durch Abholzung sowie Wilderei haben vielerorts zu drastischen Bestandsrückgängen geführt. Besonders die Unterart der Bergbongos gilt laut Weltnaturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht. Wissenschaftlich geführte zoologische Einrichtungen wie die Wilhelma engagieren sich daher im Rahmen international koordinierter Erhaltungszuchtprogramme für den Aufbau stabiler Reservepopulationen.

Darüber hinaus laufen internationale Projekte zur Wiederansiedlung des stark bedrohten Östlichen Bongos in Kenia. Gemeinsam mit dem Kenya Wildlife Service und der Mount Kenya Wildlife Conservancy beteiligen sich mehrere europäische Zoos an der Vorbereitung von Auswilderungen. Anfang 2026 wurden männliche Tiere unter anderem aus den Zoos Frankfurt und Berlin nach Kenia gebracht, wo sie schrittweise an ein Leben in der Natur herangeführt werden sollen. Ziel des Projekts ist es, langfristig wieder stabile Bongo-Bestände in den Bergwäldern Kenias aufzubauen.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin betont: „Jedes Jungtier ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser faszinierenden und seltenen Tierart. Gleichzeitig ermöglichen uns solche Nachzuchten, Besucherinnen und Besucher für die Bedrohung tropischer Waldökosysteme zu sensibilisieren und Ex situ Artenschutz zu betreiben.“

Da das Jungtier inzwischen regelmäßig gemeinsam mit seiner Familie im Außengehege unterwegs ist, bestehen derzeit besonders gute Chancen, den Nachwuchs bei seinen ersten Erkundungstouren zu beobachten.

Die Brillenbärin Cashu ist am 29. April in den italienischen Parco Natura Viva in Bussolengo umgezogen. Die am 20. Dezem...
30/04/2026

Die Brillenbärin Cashu ist am 29. April in den italienischen Parco Natura Viva in Bussolengo umgezogen. Die am 20. Dezember 2002 im Zoo Zürich geborene Bärin lebte seit März 2021 gemeinsam mit ihrer Tochter Suyana in der Wilhelma. Mit ihrem Weggang werden nun die Voraussetzungen geschaffen, um künftig einen männlichen Brillenbär dauerhaft im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart zu halten und die Zucht gezielt voranzubringen. Der Fokus liegt dabei auf der mittlerweile achtjährigen Suyana, die sich in einem optimalen Alter für die Fortpflanzung befindet.

Mutter und Tochter waren im März 2021 gemeinsam in die Wilhelma eingezogen. In den vergangenen Jahren wurden beide Tiere zunächst bewusst nicht zur Zucht eingesetzt. Diese Entscheidung erfolgte im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), das die Fortpflanzung der Tiere gezielt steuert. In der modernen Zoohaltung ist es üblich, nicht alle Individuen gleichzeitig zur Zucht zuzulassen, um eine möglichst hohe genetische Vielfalt innerhalb der Population zu erhalten.

Sichere Sozialstruktur für eine erfolgreiche Zucht

Mit Blick auf ihre biologische Entwicklung befindet sich Suyana nun in einem Alter, in dem eine erfolgreiche Fortpflanzung wahrscheinlich wird. „Um eine langfristig stabile und genetisch vielfältige Population zu sichern, ist es entscheidend, dass zuchtfähige Tiere zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden“, erläutert Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Mit Suyana haben wir eine Bärin im besten Zuchtalter, für die nun ein geeigneter Partner vorgesehen ist.“

Ein erster Versuch, Suyana mit dem männlichen Brillenbär Hubärt aus dem österreichischen Tierpark Herberstein zu verpaaren, blieb im Jahr 2025 erfolglos. Trotz mehrfacher Paarungen kam es zu keiner Trächtigkeit, was unter anderem mit der vergleichsweise kurzen Aufenthaltsdauer von Hubärt von etwas mehr als zwei Monaten zusammenhängen könnte. Für die kommende Zeit ist daher geplant, einen männlichen Brillenbär dauerhaft in der Wilhelma zu halten, um stabile soziale Bedingungen für eine erfolgreiche Zucht zu schaffen.


Bedeutung für den Artenschutz

Die koordinierten Erhaltungszuchtprogramme der EAZA (EEP) verfolgen das Ziel, eine gesunde Reservepopulation bedrohter Tierarten in menschlicher Obhut aufzubauen und zu erhalten. Auch die Zucht von Brillenbären erfolgt im Rahmen des EEP. Ziel ist der Aufbau einer genetisch vielfältigen Reservepopulation. In der Natur steht die Art unter Druck. Lebensraumverlust und die Zerschneidung von Habitaten gefährden die Bestände. Wissenschaftlich geführte Zoos wie die Wilhelma leisten in diesem Kontext einen wichtigen Beitrag: Sie sichern nicht nur das Überleben einzelner Arten in menschlicher Obhut, sondern generieren auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu Verhalten, Fortpflanzung und Haltung. Gleichzeitig fungieren sie als Bildungsorte, die Besucherinnen und Besucher für die Bedeutung intakter Ökosysteme sensibilisieren und konkrete Zusammenhänge zwischen Artenschutz und menschlichem Handeln vermitteln.

Mit der geplanten Integration eines männlichen Tiers ergeben sich künftig spannende Einblicke in das Sozial- und Fortpflanzungsverhalten dieser faszinierenden Andenbewohner – ein weiterer Schritt im Engagement der Wilhelma für den globalen Artenschutz.


Biologie und Lebensweise der Brillenbären

Der Brillenbär (Tremarctos ornatus) ist die einzige heute noch lebende Bärenart Südamerikas. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich entlang der Anden von Venezuela bis Bolivien, wo er vor allem in Nebelwäldern und hochgelegenen Bergregionen lebt. Charakteristisch sind die hellen, individuell Fellzeichnungen im Gesichtsbereich, die an eine Brille erinnern und jedem Tier ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen. Brillenbären ernähren sich hauptsächlich von pflanzlicher Kost wie Früchten, Beeren, Nüssen und Samen sowie gelegentlich von tierischer Nahrung wie Insekten oder Kleintieren. Brillenbären sind auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet eingestuft.

Bild: Brillenbärin Cashu
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

In der Wilhelma nimmt der Frühling seinen Lauf: Nachdem die Blüte der Magnolien im Maurischen Garten mittlerweile beende...
22/04/2026

In der Wilhelma nimmt der Frühling seinen Lauf: Nachdem die Blüte der Magnolien im Maurischen Garten mittlerweile beendet ist, entfalten nun die Pfingstrosen, auch Päonien genannt, ihre ganze Pracht. Zahlreiche Exemplare stehen dieses Jahr bereits in der zweiten Aprilhälfte in voller Blüte.

Besonders markant sind die Strauch-Pfingstrosen mit ihren üppig gefüllten und angenehm duftenden Blüten, die einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern erreichen können. Ihr Farbspektrum reicht von zarten Weiß- und Rosatönen bis hin zu kräftigem Purpur. Bei einigen Hybriden kommen sogar gelbe Blüten vor. Die Pflanzen wachsen als verholzende Halbsträucher und können ein Alter von mehr als 60 Jahren erreichen.

Ein Teil der heute in der Wilhelma gezeigten Päonien hat eine besondere kulturhistorische Bedeutung: Die rosa blühenden Sträucher entlang der Böschung des oberen Blumengartens gehen vermutlich direkt auf Pflanzungen aus der Zeit König Wilhelms I. zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals Pfingstrosen an dieser Stelle etablieren ließ. Durch Ableger, also genetisch identische Klone der Mutterpflanzen, konnte dieser historische Bestand bis in die Gegenwart erhalten werden.

Botanisch gehören Pfingstrosen zu einer vergleichsweise kleinen Pflanzengruppe mit rund 33 Arten, die in gemäßigten Klimazonen Eurasiens und Nordamerikas verbreitet sind. Ihre ursprünglichen Lebensräume reichen von offenen Graslandschaften bis in sonnige Gebirgslagen. In Ostasien wurden Pfingstrosen bereits vor über 1.000 Jahren kultiviert. Von dort aus gelangten sie im 18. Jahrhundert nach Europa und wurden rasch zu geschätzten Zierpflanzen in fürstlichen Gärten.

Die Blütezeit der Pfingstrosen hat sich in den vergangenen Jahren, sicherlich in Zusammenhang mit dem Klimawandel, zunehmend nach vorne verlagert. Ursprünglich, wie ihr Name nahelegt, erst um das Pfingstfest herum blühend, öffnen sich viele Exemplare inzwischen bereits Ende April oder Anfang Mai. Späte Frosteinbrüche können dann allerdings auch die empfindlichen Blüten gefährden.

Nach dem Ende der Osterferien hat sich im Asiatischen Schaubauernhof der Wilhelma erneut tierischer Nachwuchs eingestell...
21/04/2026

Nach dem Ende der Osterferien hat sich im Asiatischen Schaubauernhof der Wilhelma erneut tierischer Nachwuchs eingestellt: Mitte April sind bei den Kaschmirziegen drei gesunde Zicklein zur Welt gekommen. Die Jungtiere stammen von zwei unterschiedlichen Müttern und sorgen derzeit für lebhafte Bewegung auf der Anlage.

Die kleinen Ziegen präsentieren sich bereits wenige Tage nach der Geburt aufmerksam und neugierig. Beide Zicklein haben ein dichtes, weißes Fell. Wie für Ziegen typisch, folgen sie ihren Müttern eng und erkunden zunehmend eigenständig ihre Umgebung, wobei sie spielerisch ihre Koordination und Trittsicherheit entwickeln.

Die Kaschmirziege hat ihren Ursprung in den Hochgebirgsregionen Asiens, insbesondere im Himalaya. Dort ist sie an extreme klimatische Bedingungen angepasst, die durch starke Temperaturschwankungen und karge Vegetation geprägt sind. Charakteristisch für die Rasse ist ihre feine Unterwolle, das sogenannte Kaschmirhaar, das zu den wertvollsten Naturfasern weltweit zählt. Diese isolierende Schicht schützt die Tiere effektiv vor Kälte und wird seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt.

Bereits kurz vor der Geburt der Zicklein hatte es im Schaubauernhof Nachwuchs bei den Romanovschafen gegeben, die mit den Kaschmirziegen auf einer Anlage zusammenleben. Für Besucherinnen und Besucher ist diese teilweise begehbar. Es bietet sich daher die Möglichkeit, den Schafen und Ziegen mit ihren Jungtieren aus nächster Nähe zu begegnen. Über Durchgangsschleusen, die vom Menschen nicht passierbar sind, können sich die Tiere aber jederzeit in ruhige Bereiche zurückziehen. Darüber hinaus wurde etwa einen Monat zuvor in der benachbarten Anlage ein Jungtier bei den Trampeltieren geboren.

Ein Glücksferkel bei den HirschebernBereits im November 2025 ist in der Wilhelma ein weibliches Ferkel bei den Hirschebe...
14/04/2026

Ein Glücksferkel bei den Hirschebern

Bereits im November 2025 ist in der Wilhelma ein weibliches Ferkel bei den Hirschebern zur Welt gekommen. Besonders an warmen Frühlingstagen ist der Nachwuchs immer häufiger gemeinsam mit dem Muttertier auf der Außenanlage zu beobachten.

Hirscheber gehören zur Familie der Echten Schweine (Suidae), bilden jedoch eine eigenständige Gattung. Das auffälligste Erkennungsmerkmal der männlichen Tiere sind die stark verlängerten oberen Eckzähne, die bogenförmig durch die Schnauze wachsen und an ein Geweih erinnern. Diese Besonderheit hat ihnen auch ihren Namen eingebracht.

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, der indonesischen Insel Sulawesi und umliegenden Inseln, bewohnen die Tiere überwiegend tropische Regenwälder. Sie ernähren sich omnivor, wobei pflanzliche Nahrung wie Früchte und Blätter eine zentrale Rolle spielt. Charakteristisch ist ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Weibchen leben mit ihrem Nachwuchs in kleinen Gruppen, während ausgewachsene Männchen meist einzelgängerisch unterwegs sind.

In der Natur gelten Hirscheber durch Lebensraumverlust und Bejagung laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet. Mit der sich auch in Asien ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest ist ein neuer Bedrohungsfaktor hinzugekommen, dessen Folgen noch nicht abzuschätzen sind. Man befürchtet, dass Teilpopulationen bereits komplett durch die für Schweine meist tödliche Seuche ausgelöscht worden sind.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin, erklärt: „Hirscheber werden nur in wenigen zoologischen Einrichtungen gehalten. Entsprechend selten sind erfolgreiche Nachzuchten. Umso wichtiger ist jedes einzelne Jungtier für den Erhalt einer stabilen Reservepopulation in menschlicher Obhut.“ Die Haltung und Zucht von Hirschebern in zoologischen Gärten erfolgt im Rahmen koordinierter Programme der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA). Ziel ist es, eine genetisch vielfältige Reservepopulation zu sichern und gleichzeitig Wissen über Biologie, Verhalten und Fortpflanzung dieser wenig erforschten Art zu erweitern.

Gleichzeitig engagiert sich die Wilhelma im Rahmen des „Action Indonesia Global Species Management Plan“ für den Schutz der natürlichen Lebensräume des Hirschebers. Mit Hilfe des über den Wilhelma-Eintritt generierten Artenschutz-Euros kamen dafür bereits insgesamt 24.000 € zusammen.

Kurz vor dem Osterfest sind in der Wilhelma Osterküken der außergewöhnlichen Art zur Welt gekommen: Die frisch geschlüpf...
02/04/2026

Kurz vor dem Osterfest sind in der Wilhelma Osterküken der außergewöhnlichen Art zur Welt gekommen: Die frisch geschlüpften Küken gehören zum Emu, der nach dem Afrikanischen Strauß zweitgrößten lebenden Vogelart der Erde. Die dunkelgrün gefärbten Eier, aus denen die Küken geschlüpft sind, entsprechen in Größe und Gewicht in etwa dem 10-bis 15-fachen eines Hühnereis. Charakteristisch für Emu-Küken ist ihr gestreiftes Gefieder, welches in den natürlichen Lebensräumen der Art eine überlebenswichtige Tarnfunktion mit sich bringt.

Anders als bei den meisten Vogelarten übernimmt ausschließlich das Emu-Männchen die Bebrütung der Eier, die oft von mehreren Weibchen in die gleiche Nistmulde gelegt werden. Über einen Zeitraum von rund acht Wochen verlässt der Hahn das Gelege kaum, reduziert seine Nahrungsaufnahme stark und sorgt kontinuierlich für die notwendige Temperatur und den Schutz der Eier. In der Wilhelma mussten dieses Frühjahr aber die Tierpflegerinnen und Tierpfleger nachhelfen. Vogel-Kurator Andreas Frei erklärt: „Unser Emu-Hahn ist ein erfahrener Vater. Er hat schon erfolgreich gebrütet und Jungvögel großgezogen. Wir waren daher sehr überrascht, als er seine Brut dieses Mal nach mehreren Wochen aufgab. Daher mussten wir die bereits angebrüteten Eier in unsere Obhut nehmen und in der Brutmaschine ausbrüten. Da wir für die Jungvögel im Innenbereich der Freiflugvolieren ein Aufzuchtgehege eingerichtet haben, können unsere Besucherinnen und Besucher die Emu-Küken durch eine Fensterscheibe aus nächster Nähe beobachten.“

In ihrer australischen Heimat besiedeln Emus vor allem offene Landschaften wie Savannen, Buschland und lichte Wälder. Als flugunfähige Laufvögel haben sie sich evolutionär an ein Leben am Boden angepasst. Ihre Nahrung ist vielfältig und umfasst neben pflanzlichen Bestandteilen auch Insekten.

Adresse

Wilhelma 11
Stuttgart
70376

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