27/05/2026
Auf dem Bild sieht man es deutlich: Eine Beule direkt neben dem After. Was oft wie ein Tumor aussieht, ist meist ein Perinealbruch (Perinealhernie). Doch was bedeutet das für den Hund?
Stell dir die Beckenmuskulatur wie eine stützende Wand vor, die die inneren Organe an Ort und Stelle hält. Bei einem Bruch wird diese Wand schwach und reißt ein.
Durch dieses „Loch“ rutschen Organe nach hinten durch – meistens beult sich der Enddarm dort aus. Im schlimmsten Fall können auch Blase oder Prostata hineinrutschen.
Die Symptome: Starkes Pressen, Schmerzen beim Kotabsatz oder Probleme beim Urinieren.
Der Chirurg schiebt die Organe zurück und verschließt das Loch mithilfe von körpereigenen Muskeln oder speziellen Netzen.
Wer ist besonders betroffen?
Hier gibt es einen ganz klaren Patienten-Typ:
Unkastrierte Rüden: Über 90 % der Fälle sind ältere, unkastrierte Rüden. Männliche Hormone schwächen im Alter die Beckenmuskulatur.
Rassen & Alter: Meist ab dem 5. Lebensjahr. Besonders gefährdet sind Rassen wie Boxer, Collies, Pekinesen oder Hunde mit sehr kurzen Ruten.
Welche Risiken hat die Operation?
Die Region ist anatomisch anspruchsvoll, da dort viele Nerven verlaufen:
Inkontinenz: Wird der Schließmuskel-Nerv beschädigt, kann der Hund Kot oft nicht mehr halten.
Rückfälle (Rezidive): Da das Gewebe oft stark vorgeschädigt ist, kann die Naht reißen oder auf der anderen Seite ein neuer Bruch entstehen.
Infektionen: Die Wunde liegt direkt am After – extreme Hygiene und Leckschutz sind Pflicht!
Kastration oft nötig: Um das hormonelle Risiko zu senken, wird der Rüde meist direkt mitkastriert.
Ein Dammbruch heilt nie von alleine. Auch wenn die Nachsorge (weiches Futter, Ruhe) Geduld erfordert: Die OP nimmt dem Hund die Schmerzen und schenkt ihm Lebensqualität zurück!