Hundeverhaltenstherapie Petra Mazur

Hundeverhaltenstherapie Petra Mazur Wir brauchen niemanden, der uns sagt, was unser Hund darf und was nicht. Wir müssen nur unsere Hund Es geht nicht darum, was unser Hund darf und was nicht.

Es geht einzig darum, dass wir lernen unsere Hunde zu verstehen und uns selbst verständlich zu machen.

11/08/2024
Silvesterknaller und Hunde Ein Hund bewertet eine Situation/Geräusch auch danach wie du sie bewertest. D. h. wenn du in ...
29/12/2023

Silvesterknaller und Hunde

Ein Hund bewertet eine Situation/Geräusch auch danach wie du sie bewertest. D. h. wenn du in einer für den Hund vermeintlich gefährlichen Situation (zB. Silvesterknaller) Ruhe und Sicherheit ausstrahlst, hilft es ihm die Situation etwas weniger gefährlich einzustufen. Wenn du jedoch selbst in Stress gerätst bewirkt es eine Angstverstärkung (nicht zu verwechseln mit der sogenannten Angstbestätigung, die es nicht gibt!) .

Hunde, die jedoch schon eine massive Angst mit Knallgeräuschen verbunden haben, hilft es wenig. Hier heißt es, in der "gefährlichen Zeit" nicht weit von der Haustür entfernen und gleich wieder ins Haus, sollte es geknallt haben. Dabei Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, ruhige Ansprache etc. Oder - noch besser - etwas raus fahren. In den Wald etc. (Bäume fangen den Schall etwas ab).

Hunde, die noch keine Angst vor Knallgeräuschen aufgebaut haben, können mit unserer Hilfe und Konsequenz lernen, diese Situationen gut zu meistern. Dazu musst du nur, wenn es plötzlich geknallt hat, UNMITTELBAR darauf mit RUHIGER und GELASSENER Stimme (kein FEIIIIN) den Hund ansprechen und gleich ein Leckerchen anbieten. Der Hund bemerkt an deiner Tonlage, deiner gelassenen Körperhaltung und Körperspannung, dass du absolut unbesorgt bist, was ihm hilft diese Situation auch als wenig bedeutend abzuspeichern. Es ist nicht wichtig WAS du sagst, sondern WIE. Ruhig und absolut unaufgeregt.
Trotzdem Rückmarsch ins Haus, wir sollten die Akzeptanz dieser Geräusche langsam steigern.

Sollte sich schon nach dem ersten Knall deutlich Anspannung und Stress aufgebaut haben, darf man gerne SPIELERISCH einen kurzen Sprint hinlegen um Stress etwas abzubauen. Es darf sich für den Hund allerdings nicht wie Flucht anfühlen (dies würde er vermuten, wenn du dabei Stress und Anspannung ausstrahlst., auch hohe Quietschstimmen deuten eher auf einen gestressten Halter!).

Bitte HUNDE in dieser Zeit unbedingt angeleint lassen, nicht unbeaufsichtigt im Garten lassen. Die meisten Hunde laufen weg, wenn sie Angst bekommen oder sich erschrecken, da sie nicht gelernt haben, dass der Mensch ihnen Sicherheit gibt. Das basiert auf dem Irrglaube, wir würden die Angst unserer Hunde "bestätigen", wenn wir uns um ihre Ängste kümmerten. Eine sogenannte Angstbestätigung gibt es jedoch verhaltensbiologisch gar nicht. Nicht beim Hund und auch bei keinem anderen Lebewesen dieses Planeten.

Wichtig ist zu verstehen, dass ein Hund, dessen Angst immer ignoriert wurde, keinen Schutz mehr bei seinem Menschen suchen wird. Stattdessen wird er flüchten oder angreifen, je nach Erfahrung und Situation.

www.hund-gerecht.com
petra mazur

Hundetraining vor Ort statt Hundeschule in Hannover, Hameln, Springe und Hildesheim

Ein geniales Schmerzmittel PEA.Für Menschen und Tiere.Hat mir und meinem Hund phänomenal geholfen und das OHNE NEBENWIRK...
16/11/2023

Ein geniales Schmerzmittel PEA.

Für Menschen und Tiere.
Hat mir und meinem Hund phänomenal geholfen und das OHNE NEBENWIRKUNGEN.

Dosierung für Hunde 30mg pro Kilo Körpergewicht.

Bitte weiter geben ;)

Weitere Infos:

Palmitoylethanolamid (PEA) ist eine natürliche Substanz, die in den Zellen von Pflanzen und Tieren – einschließlich Hunden und Katzen – produziert wird. Sie gehört zur Gruppe der so genannten Fettsäureamide. PEA hat Zell- und Gewebe-schützende Eigenschaften, die von praktisch allen Pflanzen...

03/11/2023

Ein ungeliebtes Leben

Die Welt mit all ihren ungeliebten Hunden… Und damit meine ich nicht nur all die armen Seelen, die ihr trauriges Dasein in irgendwelchen Heimen auf Betonböden hinter Gitterstäben fristen.

Nein, ich meine auch all die ungeliebten, benutzen Hunde in den Händen von Menschen, die wenig oder keine Empathie für ihre Hunde haben. Hunde, die einfach nebenher laufen, die – wie ein lästiges Etwas –hinterher gezerrt werden. Deren Bedürfnisse nicht erkannt oder berücksichtigt werden. Von Liebe ganz zu schweigen.
Hunde, die ausschließlich angeschafft werden, damit sie eine Leere bei dem Menschen füllen. Hunde, die Erwartungen erfüllen sollen. Weiter nichts.

Ein ungeliebtes Leben, da sie nicht als eigenständige, fühlende Wesen mit Bedürfnissen wahrgenommen werden. Wenn sie überhaupt auf der emotionalen Ebene wahrgenommen werden.

Um das Leben betrogen.
Ungeliebt.
Einsam.
Verängstigt.

All diese ungeliebten Hunde, wie traurig es mich macht.

petra mazur

06/01/2023

Wie gut ist dein Gespür für Hunde?

In meiner Arbeit mit Hunden liegt mein Hauptmerk immer darauf den Hund in seinem Verhalten zu verstehen, statt ein Verhalten einfach nur zu beenden.
Damit wir unseren Hunden helfen können und damit wir überhaupt fair mit unseren Hunden umgehen können, müssen wir - bevor wir auf sie einwirken - sicher verstanden haben, warum sie sich so oder so verhalten haben.
Und genau hier liegt das Problem: Es wird falsch interpretiert oder es wurden wichtige Details im Verhalten übersehen, die Aufschluss hätten geben können. Wir urteilen zu schnell und sehen viel zu wenig hin.

Ich dachte mir, ich könnte mal einen Fall aus meiner Arbeit als Hundeverhaltenstherapeutin schildern und schauen, wer das Verhalten richtig einschätzt und somit auch das Problem auch lösen kann.

Zwei Hunde leben seit Jahren zusammen. Laut dem Halter haben sie jahrelang sehr aneinander gehangen, hätten zusammen geschlafen, gespielt und gekuschelt. Und irgendwann sind sie übereinander hergefallen und haben sich verletzt. Es wurde also gebissen nicht nur geschnappt (Beißen und Schnappen sind zwei ganz unterschiedliche Verhaltensweisen mit unterschiedlichen Absichten !!!!!wichtiger Hinweis ;))
Noch mal zur Erinnerung: Ein Rudel ist eine Familie, also Mutter, Vater und Kinder. Alle anderen Hunde bilden eine Gruppe kein Rudel. Das ist auch wichtig, da Rudel- und Gruppenverhalten ganz unterschiedliche Verhaltensweisen zeigt.
Also: Was ist der wahrscheinlichste Grund für das Verhalten dieser zwei Hunde?

Wer die richtige Antwort weiß bekommt eine Gratisberatung über eine Stunde. Diese kann natürlich auch verschenkt werden 😉
Ich bin gespannt...

petra

Training ohne Futter und BelohnungDen Satz „mein Hund soll das für MICH tun, nicht für das Futter“ habe ich schon oft ge...
05/01/2023

Training ohne Futter und Belohnung

Den Satz „mein Hund soll das für MICH tun, nicht für das Futter“ habe ich schon oft gehört. Immer, wenn ein Halter diese oder eine ähnliche Aussage trifft, wird es schwierig…

Das Gehirn eines Hundes ist -wie unser Gehirn auch- darauf programmiert das bestmögliche Leben zu führen. Alle Säugetiergehirne sind so programmiert. Die Forderung, dass der Hund seine eigenen Bedürfnisse unter die des Menschen stellt, kommt in der Natur nicht vor. Der Hund hat Vorlieben, Bedürfnisse und Erwartungen, die er auszuleben versucht. Darüber denkt er nicht nach, das plant er nicht groß, das ist einfach so. Ein Hund ist nicht glücklich, wenn er dienen kann! Und ein Hund tut auch nicht alles dafür, um zu gefallen. Er möchte einfach gut leben, ohne Schmerzen, Hunger, Durst oder Angst. Er möchte sich bewegen, etwas erleben, Sozialkontakte zu Menschen und Hunden, intensiv schnüffeln, vielleicht mit anderen spielen. (Bedürfnisse sind individuell, wie der Hund selbst. Alter, Beeinträchtigungen, Hormonstatus, Traumata bzw. Prägungen müssen dabei selbstverständlich berücksichtigt werden!)

Wir selbst sind auch nur eine Zeit lang bereit für jemand anderes alles zu tun ….irgendwann jedoch erwarten wir dafür eine Belohnung, in der Regel Liebe oder Geld. Kein Wesen auf diesem Planeten wird geboren und findet seine Erfüllung in der kompletten Unterordnung, dass glücklich damit ist, wenn es nichts anderes als ein Befehlsempfänger ist und niemals den eigenen Bedürfnissen nachgehen darf, nichts entscheiden darf. Niemand wird als Sklave geboren und fühlt sich gut dabei.
Unser alle Gehirne sind von Natur aus gleich programmiert: Auf das bestmögliche Leben.

Das bedeutet für die Praxis: Wenn Sie möchten, dass Ihr Hund etwas für Sie tut, obwohl er eigentlich etwas ganz anderes im Sinn hat, dann muss sich das für ihn lohnen. Ganz einfach. Wie bei uns. Und natürlich wägt der Hund ab….. „buddel ich weiter nach Mäusen oder höre ich auf den Rückruf meines Menschen und hole mir einen trockenen Keks ab…?!“. Er wird sich für das entscheiden, was für ihn höherwertiger ist, was sonst????
Nun, wir alle wollen kluge Hunde, sich für das Beste zu entscheiden ist klug.
(Wie der Rückruf relativ sicher klappt -100% ist unrealistisch- finden Sie unter dem Thema Konditionierung www.hund-gerecht.com.)

Kurz und gut, wenn Sie das Verhalten Ihres Hundes formen möchten müssen Sie mit Belohnungen arbeiten. Ein Verhalten, das sich lohnt, wird wieder gezeigt. Ein Verhalten, dass sich nicht lohnt, nicht. (Achtung: Eine Streicheleinheit oder ein Lob sind nicht wirklich Belohnungen, zumindest nicht, wenn der Hund dafür nicht mehr buddeln, spielen oder frei laufen kann.)

Der Vollständigkeitshalber muss ich allerdings noch erwähnen, dass man –ob Mensch oder Tier- diese Programmierung auf ein glückliches Leben tatsächlich löschen kann: Man muss dazu „einfach“ den Mensch oder das Tier BRECHEN. Durch permanente Einschüchterung, durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung (jedes scharfe NEIN ist bereits eine Gewaltandrohung!) ergibt sich jedes Lebewesen irgendwann und zeigt keinerlei (oder nur noch sehr geringfügig) selbstbestimmtes Verhalten. Diese Hunde gehen neben dem Menschen her, versuchen nicht zu schnuppern, blicken nicht groß nach links oder rechts, schauen sich nichts groß an, suchen keine Kontakte, versuchen nichts für sich zu erreichen. Sie gehen oder stehen „artig“ neben Ihren Menschen. Ihre Blicke sind völlig leer. Die abhanden gekommene Lebensfreude sieht man diesen Hund oft auch an der Körperhaltung an: Der Kopf und Schwanz hängen meistens leicht.
Solche armen Seelen werden meist als „gut erzogen“ angesehen. (Vorsicht: Alte oder kranke Hunde zeigen ein ähnliches Verhalten, hier gilt es genau zu unterscheiden!)

Einen Hund durch permanente Einschüchterung so zu brechen ist absolut nichts, worauf irgendjemand stolz sein könnte. Machtmissbrauch ist immer hässlich. Und Machtmissbrauch zeugt auch nicht von Intelligenz, benötigt keine kognitiven Fähigkeiten oder ähnliches. Die körperliche Überlegenheit wurde uns einfach in die Wiege gelegt. Es ist an uns, verantwortungsvoll damit umzugehen.

Erwarten Sie bitte von Ihrem Hund oder anderen nichts, was wir selbst nicht leisten könnten oder wollten. Denken Sie immer daran: Wenn Sie wollen, dass Ihr Hund zu Ihnen kommt, obwohl er etwas ganz anderes vor hatte, muss sich das für ihn lohnen! Gehen Sie liebevoll, geduldig und intuitiv mit Ihrem Pelz um und Sie schaffen eine Bindung, die einzigartig ist.

Hundeverhaltenstherapie Petra Mazur
www.hund-gerecht.com

Hundetraining vor Ort statt Hundeschule in Hannover, Hameln, Springe und Hildesheim

28/11/2022
16/11/2022
07/04/2022

Mal ein unüblicher Text für diese Seite, aber ein Text, der mir wichtig ist.

Wir alle...

Ob es an unseren Genen liegt oder ob wir alle zu diesen Menschen erzogen wurden, die in erster Linie nur ihr eigenes Wohl im Sinn haben, wird niemand sicher sagen können. Ich denke die Antwort darauf ist auch gar nicht relevant. Viel wichtiger ist, dass wir begreifen, dass jeder von uns die ENTSCHEIDUNG trifft, ob er ein selbstgerechtes Leben führen möchte, das einzig darauf abzielt eigene Vorteile zu verfolgen. Oder ob wir diese Einstellung -jetzt hier und heute- ablegen wollen, um die Probleme, die auf uns zukommen GEMEINSAM zu lösen.

Denn eines ist klar: Das Dilemma, in dem wir heute stecken mit Klimawechsel, Corona, Wasserknappheit, Hunger, Preisanstiege, Energieknappheit etc., basieren alle auf unserer Ignoranz und Gier.
Wir sind hier gelandet, weil wir nie gelernt haben, dass wir alle einander brauchen. Dass wir nur gemeinsam gut leben können. Wir sind hier gelandet, weil unser Egoismus uns blind gemacht hat. Für das Leid der anderen und dafür, dass das Leid der anderen uns früher oder später mit in den Abgrund reißen wird.

Auch, und im besonderen Maße, das Leid der Tiere (die wir selbstverständlich verzehren oder in irgendeiner Weise "nutzen"). Auch sie hatten und haben ihren Platz auf dieser Welt und erfüllen einen Zweck. Auch sie wollen leben. Auch sie sind Teil eines funktionierenden Ökosystems. Gerade im Umgang mit den Tieren haben wir versagt, weil wir unserem Mitgefühl keine Aufmerksamkeit mehr schenkten. Und kaum jemandem ist bewusst, wie unser Verzehr von Tieren und tierischen Produkten mit dem Klimawandel, der Wasserknappheit und der Hungersnot auf dieser Welt zusammenhängen.

"Wenn wir unser Bewusstsein für die Auswirkungen unserer Entscheidungen in Ernährungsfragen schärfen und aus GEWISSENSGRÜNDEN einer pflanzlichen Ernährung den Vorzug geben, ist dies Ausdruck unserer Weigerung, an der menschlichen Herrschaft über die Tiere und an der dafür erforderlichen Abstumpfung des Bewusstseins mitzuwirken. Wir beziehen damit in maßgeblicher Weise Stellung. Diese Stellungnahme erwächst aus unserer Fähigkeit Zusammenhänge herzustellen und verstärkt andererseits diese Fähigkeit weiter. Wir verwandeln uns in eine treibende Kraft der Empfindsamkeit, der Heilung und des Mitgefühls. Wir werden zu einer Ein--Personen-Revolution und tragen mit jeder Mahlzeit zur Gründung einer neuen Welt bei. Indem wir unsere Ideen mit anderen teilen, fördern wir eine Entwicklung, die sich als die mitreißendste, heilendste Revolution herausstellen könnte, die unsere Gesellschaft jemals erlebt hat." (Dr. Will Tuttle)

Wir waren dumm und kurzsichtig, als wir glaubten, es könnte nur um uns gehen. Und wir waren herzlos.

Wir alle haben die Entscheidung- jetzt hier und heute- diese Haltung aufzugeben, uns umzusehen, wahrzunehmen, zu helfen. Zu Helfern und Mitfühlenden zu werden. Erst dann haben wir ein Anrecht und eine Chance darauf, dass auch wir Hilfe von anderen bekommen. Dass unsere Not von anderen wahrgenommen wird.

petra mazur

21/03/2022

Wie ein Hund leben

ist eine gängige Redensart. In dieser Aussage steckt eine beängstigende Wahrheit. Mit dieser Aussage verbinden wir natürlich nicht das behütete Leben unserer Hunde. Aber entlassen wir uns hier eventuell etwas vorschnell aus der Verantwortung?

Ganz sicher basiert die Aussage „leben wie ein Hund“ auf den dramatischen Daseinsbedingungen, denen viele Hunde oft bis zum Tod ausgeliefert sind: Angst, Hunger und Durst, Schmerzen, Gewalt, Isolation und völlige Hilflosigkeit Ursprünglich kommt diese Redensart von den Hunden an Ketten, in Zwingern, auf den Straßen. Hunde die getreten, missbraucht, gequält, hungrig und durstend und in ständiger Angst ihr Dasein fristen müssen. Ein Dasein, das absolut nichts, aber auch gar nichts mit Glück zu tun hat.
Doch die Wahrheit hinter dieser Redensart lässt sich zum Teil auch auf die heute typische Hundehaltung übertragen. Vielleicht sogar mehr, als es uns bewusst ist.

Es stimmt, die wenigsten halten hierzulande ihre Hunde an Ketten, vielleicht auch, weil es verboten ist. Zwingerhaltung ist aber auch bei uns immer noch eine gesellschaftlich anerkannte „Unterbringung“. Wie jeder Hamster, jedes Häschen, jeder Vogel auch ganz selbstverständlich zu unserem Vergnügen hinter Gittern gehalten werden, unsere Gefangenen sind.

Ihr Hund muss nicht im Zwinger sein Dasein fristen? Das ist gut so. Aber ist das Leben in einem Haus, einer Wohnung, mit kurzen Unterbrechungen letztlich nichts anderes als ein komfortabler Zwinger? Ich rede nicht von den Hunden, die wirklich wahrgenommen werden, deren Bedürfnisse wirklich gesehen werden. Ich rede von all den Hunden, deren Halter niemals der Gedanke kam, dass es ihren Hunden an etwas fehlen könnte. Etwas mehr Aufmerksamkeit, etwas mehr Rücksicht, etwas mehr Interesse, etwas mehr Kenntnisse, etwas mehr Wohlwollen.

Die Standardunterbringung eines Hundes deckt sich kaum mit den Bedürfnissen eines Hundes. Die Standardunterbringung hat wenig mit Respekt oder Verständnis zu tun. Die Standardhaltung ist häufig ein nicht enden wollender Machtmissbrauch. Wo kämen wir auch hin, wenn wir z.B. den Hund einmal entscheiden ließen, wo lang wir gehen? Wir würden uns ja lächerlich machen! Nein, wir bestimmen „wo es lang geht“ und das rund um die Uhr, in jeder Lebenslage. Wir überlassen so gut wie keine Entscheidung dem Hund. Der Hund hat zu gehorchen. Punkt.

Und wenn wir unseren Hunden nicht einmal diese winzige Mitbestimmung – welchen Weg wir gehen– einräumen, wie können wir dann glauben, dass unser Verhältnis zu unseren Hunden auf Rücksicht, Einsicht oder Respekt beruhen könnte?

Aber was schreibe ich da….. Respekt ist ein Wort, das wir ohnehin nicht mit Tieren in Verbindung bringen. Respekt ist etwas, was wir fordern, nichts was wir anderen zollen. Also gut, lassen wir das mit dem Respekt. Wie wäre es stattdessen mit Wohlwollen?
Wie wohlwollend halten Sie das andere Ende der Leine? Wie wohlwollend gehen Sie mit den Bedürfnissen Ihres Hundes um? Haben Sie sich überhaupt einmal Zeit genommen über die Bedürfnisse, die Andersartigkeit Ihres Hundes nachzudenken? Ich meine länger als einen kurzen Augenblick.

Die Standardüberzeugung lautet klar: Der Hund muss gehorchen. Aber auch Überzeugungen wie: Hunde darf man nicht verwöhnen, die Angst der Hundes muss man ignorieren oder Hunde sind dominante Wesen, die nur auf den Moment der Machtübernahme warten. All diese Überzeugungen sind falsch und entbehren jeglichem Sach- und Hundeverstand.

Und all diese Aussagen, liefern uns das perfekte Alibi, um einen Hund so lieblos wie nur möglich zu halten..

Es stimmt Hunde müssen nicht arbeiten gehen, sie dürfen den größten Teil des Tages unter Langeweile leiden. Hunde müssen sich nur unserer Vorstellung des Zusammenlebens unterordnen. Es stimmt, Hunde wissen nichts vom Krieg in der Welt, aber sie haben eine sehr komplexe Wahrnehmung, ein sehr feines Gespür und definitiv haben sie ein Gefühl für Zeit (auch für Lebenszeit!). Ebenso haben sie ein ausgeprägtes Erinnerungsvermögen und Gefühlsleben genau wie wir.

Unsere viel gerühmte Liebe zu unseren Hunden habe ich in meiner Arbeit nicht allzu oft vorgefunden. In meiner Arbeit ging es nicht darum, den Hund in seinem Verhalten zu verstehen. Es ging nicht darum, den Hund in seiner Kommunikation zu verstehen. Und schon gar nicht ging es darum, das Leben der Hunde zu verbessern. Es ging darum Verhaltensweisen abzustellen, die unbequem waren. Meine Bemühungen Klarheit darüber zu schaffen, dass fast jedes „Problemverhalten“ aufgrund von ANGST gezeigt wird, war nur selten von Interesse. Aber es ist wichtig, dass wir endlich begreifen, dass fast alle Verhaltensauffälligkeiten unserer Hunde auf Ängsten beruhen, die wir zu verantworten haben.

Die Entscheidung einen Hund zu adoptieren treffen Menschen nur selten, weil es ihnen darum geht, einem Hund ein besseres Leben zu ermöglichen. Wir treffen die Entscheidung, weil wir darin für uns einen Vorteil sehen. Weil wir glauben, dass ein Hund unser Leben bereichert. Wir holen ihn nicht, um sein Leben zu bereichern. Das ist der Unterschied. Und dieser Unterschied ist entscheidend.

Und alle die, die jetzt sagen „doch mir ging es darum, dass es dem Hund besser geht“ möchte ich jetzt gar nicht ins Unrecht stellen. Ich glaube Ihnen das. Aber ist es Ihnen auch wirklich gelungen? Ich möchte, dass Sie sich mehr als zwei Minuten Zeit nehmen über das Glück oder Unglück Ihres Hundes nachzudenken. Am einfachsten gelingt das, wenn Sie einmal die Rollen tauschen.

Fühlen Sie sich in Ihren Hund hinein und betrachten Sie alles einmal aus seinem Blickwinkel!

Ihr Hund sehnt sich wie jedes andere Lebewesen- wie Sie auch - nach Sicherheit, Liebe und etwas Glück. Ohne Frage ist ein gutes Futter und ausreichend Wasser -verglichen mit vielen Hunden auf dieser Welt - schon ein wichtiger Beitrag.

Ich glaube den meisten Menschen, dass sie ihre Hunde lieben. Ich glaube nur, dass diese Liebe in den Hintergrund rückt, sich mehr und mehr in Gleichgültigkeit verwandelt, wie es immer passiert, wenn eine Beziehung länger andauert.

Bedenken Sie, dass das ganze Glück oder Unglück Ihres Hundes in Ihren Händen liegt. Sie bestimmen sein ganzes Leben, sie treffen jede Entscheidung über ihn.
Und bedenken Sie auch: Es gibt keine Liebe ohne das zwingende Bedürfnis den anderen auch verstehen zu wollen.

petra mazur

Ein Hund muss dreimal am Tag ausgeführt werdenUnvorstellbar, dass diese Aussage falsch sein könnte. Aber ja sie ist fals...
17/02/2022

Ein Hund muss dreimal am Tag ausgeführt werden

Unvorstellbar, dass diese Aussage falsch sein könnte. Aber ja sie ist falsch, denn es gibt Hunde,
die so angstgestört sind, dass sie dazu gar nicht in der Lage sind. Nicht wenige Hunde sind anfangs so verängstigt, dass sie sich sogar vor ihrem Adoptanten fürchten. Auch der Einzug in das Haus/die Wohnung kann mit riesigen Ängsten einhergehen. Richtig wäre: Jeder Hund sollte die Möglichkeit bekommen, mehrmals täglich ausgeführt werden, sofern oder sobald er diese Spaziergänge genießen kann. Ein typisches Beispiel also zum Thema Theorie und Praxis.

Ein Hund, der so angstgestört ist, dass er sich nicht einmal in seinem neuen Zuhause sicher fühlt, der sich selbst noch vor seinem Halter fürchtet, sollte nicht an diesen angebunden in eine noch beängstigendere, laute und uneinschätzbare Welt hinaus gezerrt werden.
Angstabbau basiert auf dem Vertrauen in den Menschen. Wenn dieses Vertrauen noch nicht aufgebaut ist, ist die Konfrontation mit weiteren, angstauslösenden Reizen der absolute Super-Gau.

(Tipp: Wer einen eingezäunten Garten hat sollte seinen ängstlichen Hund erst einmal diesen erkunden und erobern lassen. Der Hund wird sicher anzeigen, wann er bereit ist für die Welt hinter dem Zaun.)

Selbstverständlich muss es das Ziel sein, diesen Hunden so viel Sicherheit wie möglich zu vermitteln, damit sie es auch irgendwann mit der Welt „da draußen“ aufnehmen können. Aber erst, wenn der Hund gelernt hat, dass der eigene Mensch keine Gefahr mehr darstellt. Denn nur, wenn der Hund dem Menschen vertraut, kann der Mensch ihm auch die Sicherheit geben, die der Hund braucht, um all die Reize draußen gut zu meistern.

Viele Hunde kommen aus Isolationshaltung oder haben auf der Straße um das Überleben gekämpft. Diese Hunde haben es nie gelernt angeleint auf einen fremden Hund oder Menschen zugeführt zu werden. Hunde aus der Isolation kennen keine Autos, keine Radfahrer, ja nicht mal die Weite in Feld und Flur. Keine Seen, keine Tiere auf den Weiden. Keinen Wald. Straßenhunde kennen einiges davon, haben aber das meiste davon fürchten gelernt. Und sehr viele Hunde haben Menschen in ihrer Vergangenheit als gefährlich erlebt. Als grob, als laut, als uneinschätzbar.

KEIN HUND VERLIERT SEINE ANGST, WENN ER IMMERFORT IN SEINE ANGST GEZWUNGEN WIRD!

Leider wird immer noch oft Flooding als Mittel der Wahl genannt, auch von sogenannten Hundeverstehern. Flooding (mehr dazu unter Grundsätzliches, www.hund-gerecht.com), ist nicht nur tierschutzrelevant sondern auch der sicherste Weg, einen Hund völlig zu traumatisieren.

Flöckchen lebt nun schon einige Wochen in der Wohnung ihrer lieben Adoptantin. Flöckchen ist derart angstgestört, dass sie sich kaum bewegt. Flöckchen hat von sich aus das Wohnzimmer noch nie verlassen, an raus gehen ist noch gar nicht zu denken. Sie liegt fast ausschließlich auf dem Sofa, das ihr aufgrund der erhöhten Lage ein Minimum an Sicherheit gibt. Hunde wie Flöckchen gibt es leider viele. Unvorstellbar was sie alle durchmachen mussten.

Flöckchens Adoptantin bemüht sich täglich, dieser verstörten Seele durch Rituale, durch Einschätzbarkeit, durch empathischen und ruhigen Umgang mit ihr, die Angst zu nehmen. Videos aus dem vorherigen Leben zeigen, dass Flöckchen schon vor der Adoption ein äußerst ängstlicher Hund war.

Das Problem an der Sache ist, dass viele Menschen keine Vorstellung haben, wie schwer traumatisiert Hunde sein können. Wer sich nie mit der Materie Tötungsstationen, Straßenhunde, Zuchthöllen, Kettenhaltung und den Nöten in vielen Sheltern dieser Welt beschäftigt hat, fehlt einfach die Phantasie, dass es solche Hunde geben könnte. Hunde, die man erst einmal ins Leben holen muss. Bei denen man erst durch viel Liebe und Geduld den Wunsch leben zu wollen erwecken muss.

Ich habe viele derartige Hunde kennengelernt, einschließlich meine eigenen. Und ich weiß, wie schwer es sein kann, bei so traumatisierten Tieren so etwas wie Sicherheit und Vertrauensaufbau zu leisten. Die Rettung solch verletzter Seelen verlangt den Haltern viel ab. Wenn dann noch die Halter mit Aussagen wie die in der Überschrift konfrontiert werden, wird die Belastung schier unerträglich.

Im Fall von Flöckchen kann ich sagen, dass die Halterin eng mit mir zusammenarbeitet und nicht an Aufgabe denkt. Schon gar nicht an Abgabe, wie es leider allzu oft bei solchen Hunden der Fall ist.

Flöckchens neue Heimat ist bedauerlicherweise kein kleines Dörfchen mit Feld und Wald sondern eine Großstadt. Es wird dauern, bis Flöckchen dort entspannt spazieren geht. Wir werden Flöckchen sanft und rücksichtsvoll in kleinen Schritten an die neue Welt gewöhnen. In Kürze wird sie zusammen mit mir mit dem Großstadtleben vertraut gemacht. Ob ihr erster Ausflug 5 oder 50 Minuten dauert, ist davon abhängig, was Flöckchen kommuniziert.

Vielleicht haben Sie auch jemanden in ihrem Umfeld, der kürzlich einen Hund aufgenommen hat und den sie noch nicht mit ihm spazieren gehen sahen. Sprechen Sie ruhig den Halter an, es könnte sein, dass auch er einen solchen Hund hat. Es könnte aber auch sein, dass es sich wirklich um ein Fall von Tierquälerei handelt. Wegsehen sollten wir nie. Aber auch nicht voreilige Schlüsse ziehen. Freundliche Nachfragen sind nie verkehrt.

Hoffen wir, dass sich immer wieder liebevolle und verständnisvolle Menschen finden, die diesen traumatisierten Hunden ein dauerhaftes Zuhause schenken.
Hunden wie Flöckchen, die bisher kein Glück kannten, deren Leben von Angst, Hunger, Durst und Traurigkeit geprägt war.

Hundetraining vor Ort statt Hundeschule in Hannover, Hameln, Springe und Hildesheim

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Springe
31832

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