Hundeschule NelloBello

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"Die Rassehundezucht mit geschlossenen Zuchtbüchern ist ein mausetoter Gaul."
10/04/2023

"Die Rassehundezucht mit geschlossenen Zuchtbüchern ist ein mausetoter Gaul."

Inzest!!!

Von Ralph Rückert, Tierarzt, und Johanne Bernick, Tierärztin

In einer Facebook-Gruppe, die sich mit juristischen Fragestellungen rund um Tiere beschäftigt, wurde dieser Tage die Frage gestellt, wie ein ungewollter, aus einer versehentlichen Verpaarung von Rassehund-Halbgeschwistern entstandener Wurf zu bewerten ist. Die Threaderstellerin erwähnt unter anderem, dass der behandelnde Tierarzt zum Austragen des Wurfes geraten habe, weil das besser für die Hündin wäre, und dass der Züchter der Elterntiere (lustigerweise, siehe unten) geschockt sei über diesen Ratschlag, wohl deshalb, weil er die gesundheitlichen Folgen einer solchen Inzest-Verpaarung fürchten würde. In der aus dem Posting entstandenen Diskussion bezeichnet sich die Threadstarterin selbst als „sprachlos“ wegen des Ratschlags des Kollegen zum Austragen der Welpen.

In unseren Augen kommt da was ganz Grundsätzliches zum Ausdruck, ein tief verankertes Tabu: Die Leute wissen, dass Inzest keine gute Idee ist, bei Mensch und Tier gleichermaßen, und dass sich aus Inzest-Verpaarungen schwere gesundheitliche Nachteile ergeben können. Andererseits schreibt einer der Diskussionsteilnehmer: „Ich lese hier so eine Empörung! Willkommen in der Realität!“ und deutet damit etwas an, was wohl sehr, sehr vielen Haustierbesitzer:innen tatsächlich gar nicht klar ist, nämlich dass die Mehrzahl der Rassehunde (und natürlich Rassekatzen!) einen Inzucht-Koeffizienten aufweist, der schon lange (und in den meisten Fällen rettungslos!) jenseits von Gut und Böse ist.

Was ist das, der Inzucht-Koeffizient? Wer es ganz genau wissen will, kann den Begriff ja auf Wikipedia eingeben. Im Rahmen dieses Artikels können wir uns darauf beschränken, dass dieser Koeffizient - ausgedrückt in Prozent - angibt, wie viel Inzucht in den Nachkommen einer bestimmten Verpaarung steckt. Verpaart man Vollgeschwister oder ein Elternteil mit einem seiner Kinder, ergibt sich ein Inzucht-Koeffizient von 25 Prozent. Bei einer Verpaarung, wie wir sie hier diskutieren, also von Halbgeschwistern, beträgt der Inzucht-Koeffizient 12,5 Prozent.

Aus der Nutztierzucht, wo es schlicht um Leistung (Milchleistung, Legeleistung, Fleischansatz, etc.) geht, wissen wir, dass hohe Inzucht-Koeffizienten unmittelbar zur Leistungsminderung und zu anderen Problemen führen. Bei Nutztieren wird unseres Wissens sehr darauf geachtet, im Bereich von fünf Prozent zu bleiben bzw. auf keinen Fall über zehn Prozent zu rutschen, einfach deshalb, weil sonst die Gefahr besteht, dass der Schuss nach hinten losgeht.

Und jetzt kommen wir zu der oben erwähnten Realität, die durch die Propaganda der Rassehundezucht völlig (wirklich völlig!) und natürlich vorsätzlich unterschlagen wird: Auf der einen Seite empfinden wir eine Halbgeschwister-Verpaarung mit einem Inzucht-Koeffizienten von 12.5 Prozent berechtigterweise als bedenklich, auf der anderen Seite steht die Tatsache, dass es inzwischen nur noch ganz, ganz wenige Hunderassen gibt, bei denen beliebige Einzelexemplare einen genetischen Koeffizienten von weniger als 12,5 Prozent aufweisen. Die überwältigende Mehrheit der Hunderassen reißt diese Latte locker, und es gibt bestürzenderweise eine wirklich lange Liste von Rassen, die einen Inzucht-Koeffizienten von über 25 Prozent mit sich rumschleppen, also den einer Vollgeschwister- oder Eltern-Kind-Verpaarung. Die absolute Spitzengruppe liegt sogar nahe oder über 50 Prozent, also dem Koeffizienten, der der Verpaarung von eineiigen Zwillingen entspricht. Um das nochmal ganz klar auszudrücken: Bei zum Beispiel Bullterriern, Basenjis oder Collies sind beliebige, rein zufällig ausgewählte Rassevertreter rein statistisch und genetisch annähernd so identisch wie die Nachkommen der extremst vorstellbaren Inzest-Verpaarung, der von eineiigen Zwillingen.

Die von Sarah Boyd und dem Club für Britische Hütehunde ins Leben gerufene Kampagne „Mein gesunder Rassehund“ trötet nach wie vor munter den Slogan „Kontrollierte Rassehundezucht ist keine Qualzucht“ in die Welt, unter völliger Unterschlagung der Tatsache, dass die Züchter der allermeisten Hunderassen ständig mit Inzucht-Koeffizienten in der Nähe von oder sogar über 25 Prozent arbeiten, also auf dem Level einer Vollgeschwister-Verpaarung, einem Ausmaß an Inzest, wie er bei den altägyptischen Pharaonendynastien mit den bekannten Folgen üblich war. Um nach dem Vergleich mit der Nutztierzucht weiter oben noch einen weiteren Kontrast herzustellen: Pickt man sich irgendwelche beliebigen Menschen aus Deutschland raus, muss man mit einem durchschnittlichen Inzucht-Koeffizienten von gerade mal drei Prozent rechnen.

Es ist schon seltsam! Uns Normalbürgern, die wir eigentlich nur eines wollen, nämlich genetisch gesunde Haustiere, mit denen wir eine möglichst lange Zeitspanne verbringen können, ohne dass sie von zuchtbedingten Erkrankungen gequält oder viel zu früh hingerafft werden, ist sonnenklar, dass eine Halbgeschwister-Verpaarung (wir erinnern uns: 12,5 Prozent) nicht gut, nicht wünschenswert sein kann. Die Nutztierzucht vermeidet aus gutem Grund Inzucht-Koeffizienten von über 10 Prozent wie der Teufel das Weihwasser. Die „Profis“ (Anführungszeichen!) aber, die Züchter:innen, die nach eigener Aussage „kontrollierte Rassehundezucht“ betreiben, die keine Qualzucht sein will, jonglieren in überwältigender Mehrzahl ständig und in aller Verschwiegenheit mit Inzucht-Koeffizienten von 25, 30, 40, 50 Prozent, meinen ernsthaft und in grenzenloser Vermessenheit, dass sie die Lage im Griff hätten, und wundern sich gleichzeitig scheinheilig über nicht mehr kontrollierbare Phänomene wie zum Beispiel die DCM (Dilatative Kardiomyopathie) beim Dobermann oder die Syringomyelie beim Cavalier King Charles, die ganze Rassen ins Verderben stürzen.

Das ist genau das, was die Menschen meinen, wenn sie sagen oder schreiben, dass Rassehunde „überzüchtet“ wären. Diese Aussage ist tatsächlich zutreffend. Für die meisten Rassen kann man getrost behaupten, dass das alles nur noch ein im eigenen Saft vor sich hin brodelnder Inzest-Eintopf ist. Allerdings führt langes Schmoren bei einem sachkundig zusammengestellten Eintopf häufig zu mehr Wohlgeschmack. In der Tierzucht kann das Endergebnis eigentlich nur der Untergang der betreffenden Rasse sein.

Fazit bzw. Take-Home-Message: In unseren Augen ist die Rassehundezucht mit geschlossenen Zuchtbüchern ein mausetoter Gaul, auf den zwar alle noch eifrig einprügeln, der aber nun mal nicht mehr auf die Füße kommen wird. Wenn Sie die Anschaffung eines Rassehundes planen, sollten Sie einen ganz genauen Blick auf die beigefügte Grafik werfen bzw. sich ganz allgemein über den durchschnittlichen Inzucht-Koeffizienten Ihrer Wunschrasse informieren. Wer sich dann noch (nur als willkürliche Beispiele aus der traurigen Spitzengruppe) einen Berner Sennenhund, einen Bullterrier, einen Cavalier King Charles, einen Dobermann, einen Airedale Terrier holt, sollte sich später nicht wundern, wenn er in den nächsten Jahren einen erklecklichen Teil seines Einkommens in der Tierarztpraxis liegen lässt und sich insgesamt in seinen Erwartungen bezüglich Gesundheit, Verhaltensfestigkeit und Lebensspanne seines Hundes extrem getäuscht sieht.

Zur besseren Verständlichkeit der Grafik: Die grüne Linie repräsentiert einen Inzucht-Koeffizienten von 6,25 Prozent, der bei der Verpaarung von Cousins ersten Grades entsteht, die gelbe Linie einen Koeffizienten von 12,5 Prozent (Verpaarung von Halbgeschwistern), die rote Linie einen Koeffizienten von 25 Prozent (Verpaarung von Vollgeschwistern) und die schwarze Linie den Koeffizienten des Cavalier King Charles Spaniels (ca. 40 Prozent).

Quelle: Bannasch et al 2021. The effect of inbreeding, body size and morphology on health in dog breeds. Canine Medicine and Genetics 8:12. ​https://doi.org/10.1186/s40575-021-00111-4.

Nachträgliches Edit aufgrund der entstandenen Diskussion: In dem Artikel geht es um den genetischen Inzuchtkoeffizienten und nicht um den berechneten IK über ein paar wenige Generationen des Stammbaumes. Letzterer ist nämlich nichts anderes als Augenwischerei!

Bleiben Sie uns gewogen, bis bald,

Ihr Ralph Rückert, Ihre Johanne Bernick

© Kleintierpraxis Ralph Rückert, Römerstraße 71, 89077 Ulm

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Die Situation der deutschen Tierärztelandschaft.
17/09/2022

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Immer mehr Tierarztpraxen und Kliniken werden von großen Ketten übernommen, hinter denen die Konzerne Mars oder Nestlé stehen. Für Hunde- oder Katzenhalter hat das Folgen. Von Sabine Göb.

Ein interessanter Beitrag zum Bewegungsablauf des Hundes.
06/08/2022

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Das Norwegergeschirr ist eines der beliebtesten Führgeschirre für Hunde. In diesem Artikel wird aufgezeigt, weshalb ich aus biomechanischer und physiotherapeutischer Sicht diese Art Brustgeschirr nicht empfehlen kann.

Wer zuerst kommt, rauft zuerst...
27/07/2022

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Wenn die Verträglichkeit ins Wasser gefallen ist ...

Wir suchen Menschen, die mit ihrem Hund in Bezug auf andere Hunde ein Problem im Freilauf empfinden und sich damit in einer Raufergruppe auseinandersetzen wollen. Drei Tage. Viel Praxis. Kostenlos.
Was du dafür brauchst: Einen Raufer, der an einen gut sitzenden Maulkorb gewöhnt ist, Offenheit und Zeit.

Entweder zu unserem Modul in Bad Oldesloe (Nähe Hamburg) vom 07.10. bis 09.10.2022 oder zum Modul in Warmensteinach (Nähe Bayreuth) vom 21.10. bis 23.10.2022.

Für weitere Infos und Bewerbung melde dich gern im dogument Büro unter [email protected].

Die Plätze sind sehr begehrt und meist schnell ausgebucht. Deshalb gilt: Wer zuerst kommt, rauft zuerst.

Dass Hunde grundsätzlich an einen Maulkorb gewöhnt sein sollten, ist nicht nur für den Transport im Rettungshubschrauber...
28/04/2022

Dass Hunde grundsätzlich an einen Maulkorb gewöhnt sein sollten, ist nicht nur für den Transport im Rettungshubschrauber sinnvoll.

Ohne Maulkorb geht's in Deutschland nicht in den Öffis, im Ausland tw. Pflicht für Restaurants, öffentliche Plätze etc.

Sie gingen teils in Shorts und mit einem neun Monate alten Baby auf den Berg. Deutsche haben in Österreich einen Bergwacht-Einsatz ausgelöst, der ...

Sehr gut beschrieben.
21/03/2022

Sehr gut beschrieben.

Führen ist nicht so mein Ding..

Diesen Satz höre ich immer öfter so, oder so ähnlich. Jeder will einen Hund, aber niemand möchte Führung übernehmen, anleiten und verbieten müssen. Erziehung wird dazu degradiert den Hund in jeder möglichen und unmöglichen Situation zu loben und zu locken, das eigene Bedürfnis immer die/der „Nette“ zu sein steht vor jedem Bedürfnis des Hundes.

Da stehen Hund und Mensch mit großen Augen voreinander und fragen sich gegenseitig, was man denn jetzt machen möchte.
Hunde wollen Klarheit. Hund brauchen jemanden, der für sie Entscheidungen übernimmt, der überschauen kann, was diese Entscheidungen auslösen. Und sie brauchen jemanden, der diese Entscheidungen durchsetzt. Dafür braucht der Mensch echte Führungsqualitäten. Er muss vorausschauend denken, Entscheidungen klar und selbstbewusst treffen und dafür Sorge tragen, dass er verständlich vermittelt, was ok, und was verboten ist.
Ohne Bestechung, Zögern und Ablenken und ohne jedes Mal aufs Neue zu diskutieren.

Was ich stattdessen immer wieder beobachte, sind Menschen, die einfach nur ein Kuscheltier wollen, an dem sie sich ein Bild von sich beweisen können, was aus höchst egoistischen Motivationen heraus entsteht.
Sie möchten Eine Beziehung, in der sie nur umsorgen und betüddeln können, in der alles flauschig und rosarot ist und nicht zu Konflikten kommen kann. Stress gibt es schon genug in der Welt und der Hund soll nun der Ersatz zu all den sozialen Ansprüchen anderer Menschen sein und einfach nur Projektionsfläche für eine eingebildete heile Welt aus überbemuttern eines vermeintlich immersüßen Regenbogenponys. Durchtriebene Gedanken, Aggression, Sexualität? Nein, sowas darf Flauschi nicht haben. Probleme? Ignorieren wir einfach weg! Pubertät, Jagdverhalten und andere Dinge werden einfach mit der bunten Biotaneleine unterbunden. Solche Menschen träumen von der eigenen Unentbehrlichkeit und der Allmachtphantasie für jeden netten Wesenszug ihres Hundes verantwortlich zu sein. Gleichzeitig sind für alle nicht so netten Wesenszüge ausschließlich Andere verantwortlich. Der Vorbesitzer*in, die anderen Hunde, das Wetter, egal, Hauptsache jemand der nicht Hund oder ich heißt.

Dem gegenüber steht ein hochsoziales Lebewesen, dass kein Kind bleibt, sondern erwachsen wird. Ein Lebewesen, dass zu komplexen Gedanken und sensibler Kommunikation fähig ist. Das in einem sozialen Gefüge leben und sich anpassen kann und Beziehungen eingeht. Genau wie ein Mensch.
Würde uns jemand lebenslang so unselbständig wie möglich halten, alles was wir tun gut und richtig finden, oder eben nicht richtig finden, es aber es mit aufgesetztem Lächeln so sagen. Würde uns jemand nicht zutrauen mit Grenzen klarzukommen, oder auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht nehmen zu können, was wäre das für ein Leben?
Ist es schön, wenn einem nichts zugetraut wird, bei jeder Entscheidung jemand um einen herumtanzt und gut gemeinte Vorschläge bringt und jeden Atemzug bewertet und kommentiert? Und dieser Jemand auch noch der wichtigste Sozialkontakt des Lebens ist.

Natürlich macht das nicht glücklich. Und es ist nicht nett. Auch Hunde möchten ernst genommen werden und aus ihren Fähigkeiten schöpfen. Auch Hunde möchten ihre sozialen Möglichkeiten für etwas benutzen dürfen, um eine Beziehung tiefgründig und echt zu machen.

Hunde mögen es, wenn jemand führen kann und sich dieser Aufgabe annimmt. Wenn jemand weiß, wo der Unterschied zwischen Gewalt und Durchsetzungskraft liegt. Was Konsequenz und streng sein voneinander trennt und weshalb das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat. Hund kennen die unterschiedliche Bedeutung von Grenzen setzen und ausrasten.

Menschen leider nicht immer.

Und anstatt sie zu erlernen und sich selbst weiterzuentwickeln, tun sie einfach so, als sie das alles dasselbe und alles zu verabscheuen.
Als sei Führung, Klarheit und Präsenz gegen den Hund gerichtet. Als hätte es etwas damit zu tun wie ein wütender Wurzelzwerg auf den Hund einzuschlagen und dabei herumzubrüllen.
Und genau mit dieser Pervertierung des Begriffs von Führung und Grenzen rechtfertigt man sich die eigene Unfähigkeit sich sozial dem Hund gegenüber zu verhalten.
Das ist soziale Verwahrlosung, das ist Gewalt am Hund aus Egoismus.

Denn Hunde sind nicht dafür da unsere Freizeit von sozialen Ansprüchen zu sein. Sie haben es nicht verdient, dass wir unsere Unfähigkeit uns fair abzugrenzen an ihnen nicht erlernen wollen, weil es für uns so unbequem ist uns zu verändern und zu wachsen.
Wir nehmen sie zu uns, ohne dass sie ein Mitspracherecht haben. Und wir sind es ihnen schuldig besser zu werden, wenn wir nicht wissen, wie man sich durchsetzt, ohne auszurasten.
Sie brauchen keine dauerflötenden Futterspender und keinen militärischen Drill. Sie müssen auch keine Zirkusvorführung aus jedem Spaziergang machen. sie brauchen Freunde, die sie fordern und fördern, die ihnen etwas zutrauen und auch etwas abverlangen, sie lieben und in ihrer Andersartigkeit akzeptieren. Weil all das nun einmal zum Zusammenleben dazu gehört.
Sie brauchen jemanden der es selbst schafft zu ertragen, dass sie mal wütend oder beleidigt sind, weil nicht immer alles nach ihrer Nase läuft.
Hunde erlernen Frustrationstoleranz ganz fantastisch, schnell und gut.
Wer ihnen für gewöhnlich im Weg steht sind Besitzer*innen, die es nicht schaffen zusehen zu müssen, wie ihr Hund ein paar Minuten genervt ist und mal kurz nachdenken muss, bevor er sein Problem selber lösen darf.

Ich spreche hier nicht von Lob oder Strafe, von Training oder Fehlverhalten, sondern vom alltäglichen Zusammenleben, von der Einstellung und dem grundsätzlichen Umgang mit dem Hund. Von der grundsätzlichen Annahme der Aufgabe erziehungsberechtigt zu sein und den Hund in der Welt anzuleiten.

Das alles klingt irgendwie wütend und übertrieben für Dich?
Ja, ich bin grade wütend, denn ich erlebe diese Fälle in meinem Beruf grade jeden Tag. Auch ich bin mal kurz frustriert und muss diesen Artikel schreiben. Seit der steigenden Hundemenge durch die Pandemie auch immer häufiger und häufiger. In meiner Arbeitswelt ist das ein Teil des Alltags und es macht mich wütend.

Ich lese in Hundeforen, wie sich Laien untereinander immer weiter irgendwelchen Quatsch erzählen und als Wahrheit hinstellen, weil es vorher schon zehn andere Laien weitergeplappert haben, ohne zu wissen, wovon sie reden. Jeder ist Profi, weil er im Fernsehen was gesehen hat und im Internet das immer wieder aufgekochte Unwissen anderer liest.

Ich liebe „meine“ reflektierten Seminarbesucher*innen, meine fleißigen Einzeltrainingskund*innen, die wirklich versuchen an sich selbst zu arbeiten. Es gibt sie und sie schaffen erstaunliches mit ihren Hunden.
Und dann sind immer wieder die dabei, die ich im Text benenne und ich frage mich, ob die Hundewelt verrückt wird. Wie es möglich sein soll gegen all das Unwissen in der Packung der absoluten Meinung anzukommen. Ob es wohl so weiter geht und wir auch irgendwann unsere Hunde mit einem Katzenklo ausgerüstet täglich acht Stunden allein zu Hause lassen, damit wir abends nicht so einsam vor dem Fernseher sitzen müssen. Ob wir hier auch zehnwöchige Welpen kastrieren, damit sie „lustig“ bleiben. Ob Qualzucht der Normalfall wird und gesunde Hunde die Rarität.
Ich hoffe nicht.

Dieser Nerd-Rage darf gerne geteilt werden. Alle Rechte daran verbleiben aber bei der Autorin Maren Grote. Gepöbel und Hate wird gelöscht und gesperrt.

Weil ich jetzt mehrfach angeschrieben wurde, ob ich dazu etwas sinnvolles zum weiterbilden im Angebot habe: Bei Canis Symposia habe ich den Online-Kurs "Würdevoll Führen" im Programm. Der gibt ein paar erste Einblicke in die Art des Zusammenlebens und der Denkweise von Hunden im Miteinander. Wer sich den holen möchte findet ihn hier:

https://fortbildungen.canis-symposia.de/s/dogflix/maren-grote-fuehren

Der ganze Garten duftet nach Leberwurst.Kleines  Picknick im Garten. Auf dem Teller ein Löffel davon, auf dem Stuhl über...
05/03/2022

Der ganze Garten duftet nach Leberwurst.

Kleines Picknick im Garten.

Auf dem Teller ein Löffel davon, auf dem Stuhl über ihm ein offenes Glas mit Leberwurst.

Max, 16 Wochen alt, durfte heute durch seine Leute lernen, dass hund sich beherrschen kann.

Und pennte dann ein.

Adresse

Skaby 1
Spreenhagen
15528

Öffnungszeiten

Dienstag 09:00 - 19:00
Mittwoch 09:00 - 19:00
Donnerstag 09:00 - 19:00
Freitag 09:00 - 19:00
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