26/05/2026
Mit dem ersten eigenen Pferd ging ein Traum in Erfüllung. Ein Leben ohne diese Tiere? Unvorstellbar, obwohl dafür schon immer viel Geld „draufging“. Man hat halt an anderer Stelle gespart.
Inzwischen ist das anders, nicht, weil man älter geworden ist oder die Begeisterung verloren hätte. Die Kostenexplosion in den letzten Jahren nimmt viel Freude, Unbehagen macht sich breit. Natürlich sind es nicht nur die gestiegenen Tierarztgebühren. Alles rund ums Pferd wurde ordentlich teurer. Aber gerade die Tierarztkosten sind seit der Neufassung der GOT 2022 zu einem kaum noch kalkulierbaren Faktor geworden.
Manche Behandlungen oder Untersuchungen, die als heutiger Standard der Tiermedizin bezeichnet werden, sind so teuer, dass man sich schon fast ein neues Pferd dafür kaufen könnte. Bei vier Sätzen und unzähligen Einzelleistungen ergeben sich für die gleiche Leistung oft mannigfaltige Kundenendbeträge. Begründungen zur Preisfindung? Eher unüblich. Beschweren traut man sich nicht. Man will den Tierarzt seines Vertrauens nicht verlieren. Das soll Transparenz sein? Der angebliche Deckel nach oben gleicht eher einem hohen Spargeltopf mit zu üppigem Inhalt, er schließt nicht richtig. Der Hinweis, doch einfach seine Versicherung aufzustocken, ist für Besitzer von älteren Pferden geradezu ein Witz.
Viele Pferdemenschen, mit denen man spricht, fühlen und denken so. Sie lieben Pferde nach wie vor, sind aber innerhalb kurzer Zeit an ein Limit gestoßen. Es sind keine superreichen Leute. Es sind aber gewissenhafte Tierhalter, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und der neuen Realität ins Auge blicken und deshalb kein Pferd mehr anschaffen. Die breite Basis, auf der der Wirtschaftsfaktor Pferd in Deutschland bisher gut gestanden hat, bricht gerade schleichend weg. Daran ändert auch die Möglichkeit der Aufteilung der Hausbesuchsgebühr nicht mehr viel.
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