30/04/2026
Warum wir nicht in Einzelhaltung vermitteln 🐾
Alleine diese Woche haben mich bereits drei Anfragen erreicht, in denen gezielt nach Kitten für Einzelhaltung gefragt wurde.
Wir nehmen uns gern die Zeit jeder Familie die eine Anfrage stellt persönlich aufzuklären warum wir dies nicht tun, möchten das Thema hier jedoch einmal etwas ausführlicher und transparent erklären - wegen der gehäuften Anfragen.
Vorweg:
Ich kann den Gedanken nachvollziehen. Eine Katze bedeutet Verantwortung, Zeit und Kosten – da wirkt „erstmal eine“ oft wie der einfachere Weg zum Schauen wie es läuft.
Ein häufiger Denkfehler
Katzen sind Einzeljäger, aber keine Einzelgänger.
Gerade Kitten wachsen im sozialen Gefüge auf. Sie spielen, raufen, lernen Grenzen und Kommunikation – all das passiert nicht allein, sondern im Miteinander.
Ein Kitten braucht sozialen Kontakt. Punkt.
Aber: Das bedeutet nicht automatisch, dass es zwingend ein zweites Kitten sein muss.
Zwei Kitten zusammen sind oft am unkompliziertesten, weil sie auf dem gleichen Entwicklungsstand sind und sich intuitiv verstehen. Ein Kitten + eine passende erwachsene Katze kann jedoch genauso gut funktionieren – wenn das erwachsene Tier sozial ist und Katzenkontakt gewohnt ist.
Entscheidend ist nicht das Alter –
sondern, dass ein sozialer Partner vorhanden ist.
Ein Kitten komplett ohne Artgenossen:
- hat keinen gleichwertigen Spielpartner
- lernt soziale Grenzen schlechter
- sucht sich oft Ersatz beim Menschen (Überfokusiert sich auf die Menschen, was leider oft noch Gut gefunden wird)
- neigt eher zu Verhaltensauffälligkeiten
„Aber es gibt doch Katzen, die alleine gehalten werden“
Ja, die gibt es. Das sind meist ältere Tiere, Katzen mit bestimmten schlechten Erfahrungen oder Tiere, die sich im Laufe ihres Lebens so entwickelt haben - Einzelne Individuen.
Ein bewusst einzeln abgegebenes Kitten fällt nicht in diese Kategorie.
Wenn wir sagen, wir vermitteln nicht in Einzelhaltung, heißt das:
Das Kitten zieht nicht in einen Haushalt ohne andere Katze - nicht „Sie müssen bei mir zwei Kitten adoptieren“
Uns ist (fast) egal, woher die zweite Katze kommt. Wichtig ist nur, dass Charakter, Alter und Dynamik zusammenpassen.
Zum Thema Kosten…
Ja, zwei Katzen kosten mehr – das ist nicht weg zu diskutieren aber im Alltag bringen sie oft mehr Ausgeglichenheit mit sowie Erleichterung für die Besitzer. Man kann länger außer Haus bleiben ohne das die Katze alleine ist und auch wenn man etwas eingespannter ist als üblich, hat die Katze durch den Partner Beschäftigung.
Wenn ihr euch unsicher seid, ob eure Situation passt, besprecht dies mit dem Züchter oder Tierschutzvereins eures Vertrauens. Dort wird man euch sagen können, ob eure Bedingungen zur Artgerechten Katzenhaltung passen oder ehr von der Katzenhaltung Abstand genommen werden sollte.