08/06/2023
Guten Morgen meine lieben Helden und Tierretter.
An dieser Stelle mal ein paar aufklärende Worte in der Hoffnung, dass Sie in der Zukunft so manches Vögelchen retten mögen.
Man unterscheidet, je nach ihren von der Natur vorgeprägten Verhaltensmustern, auch in der Vogelwelt zwischen Nesthockern und Nestflüchtern. Wobei das erste Lebensjahr für beide immer das gefährlichste ist und nur ein sehr geringer Prozentsatz der Jungtiere es schafft, dieses zu überleben.
Jeder Vogel durchlebt, je nach Art,in seinem Leben mehrere, verschiedene Entwicklungsstadien.
Nestflüchter verlassen gleich nach dem Schlüpfen das schützende Nest und werden allerdings weiterhin von ihren Eltern geführt,versorgt,beschützt und für das selbstständige Leben angelernt.
Für Nesthocker ist der Weg etwas länger. Er führt vom Ei zum Nestlingsstadium. Hierbei bleiben die Jungvögel etwa noch 3 Wochen ausschließlich im Nest und werden von den Altvögeln versorgt.
Dann beginnt das Ästlingsstadium. Wobei sie kurzzeitig das Nest verlassen, um auf den Bäumen oder der Umgebung herum zu klettern. Sie sind schon recht gut befiedert und machen erste flatterte Bewegungen, um ihre Motorik zu trainieren. Sie kehren aber nach ihrem "Spaziergang" wieder ins Nest zurück.
Sollte so ein Vogel mal herunterfallen, kann er ruhig wieder in die Nähe seines Nestes, oder auf den nächsten sicheren, erhöhten und schattigen Platz gesetzt werden. Die Altvögel nehmen dann Kontakt mit ihm auf und versorgen ihn garantiert weiter.
Es ist auch für Fachleute sehr schwierig, aufwendig und eigentlich unnötig einen solchen Vogel, der schon auf seine Eltern geprägt ist, zu versorgen. Außerdem beinhaltet eine solche Aufzucht auch ein großes Stresspotential für den Vogel.
Für den Laien ist es unmöglich. Und für den Vogel, in ungeübten Händen, ist es meistens das Todesurteil.
Ðer nächste Lebensabschnitt ist die sogenannte Bettelflugphase. Sie dauert etwa ein bis zwei Wochen. Der Jungvogel ist schon recht gut befiedert und sitzt mit lautem Geschrei in der Nähe des Nestes. Sein Aktionsradius wächst mit jedem Flugversuch und mit jedem Tag.
Hierbei kommt es leider oftmals zu unglücklichen Zwischenlandungen. Wenn der Vogel dabei nicht verletzt ist, ist es unnötig, ihn zu sichern und aufzunehmen. Die richtige Lösung ist es, ihn aus einem eventuellen Gefahrenbereich zu verbringen und auf einen erhöhten und schattigen Platz zu setzen, von wo aus er seine weiteren Flugversuche fortsetzen kann. Er wird auf jeden Fall wieder Kontakt mit seinen Eltern aufnehmen und von ihnen versorgt werden.
Solltet ihr bei einem dieser beschriebenen Szenarien nicht sicher sein was zu tun ist, dann wendet euch bitte an die sachkundigen, zuständigen Stellen wie Vogelschutzwarte, Untere Naturschutzbehörde beim zuständigen Landratsamt, Rettungsleitstelle des Landkreises, oder das örtliche Tierheim. Oftmals kann man mit einem Bild und einer kurzen Beschreibung der Situation über WhatsApp schon die richtigen Ratschläge erhalten.
Ich bin gerne bereit, auf diesem Wege zu helfen. Ich bin per WhatsApp erreichbar unter 01714 830639
Mit freundlichen Grüßen
Walter Theiß
Tierheim Sondershausen