23/08/2025
Seit einem Jahr betreue ich in regelmäßigen Abständen Hajo, einen Golden Retriever, der als sogenannter Anfängerhund aus dem Tierheim kam.
Neben vielen Dingen, die wir angegangen sind, ist das Autofahren immer noch ein Problem.
Mit "deutlicher Ansprache" geht er irgendwie ins Auto, das wollten wir aber ändern.
Wir möchten Freiwilligkeit und Entscheidungsfreiheit. Ja genau. Das steht natürlich erst mal im krassen Gegensatz, denn er muss ja ab und an rein, aber ihr werdet sehen, das das geht. Auch mit der Vorerfahrung, das er jetzt schon so oft einfach reinmusste.
Denn Arztbesuche standen an und die Familie hat ein Ferienhaus, wo sie oft hin sind zusammen.
Begonnen haben wir mit der sogenannten Behältersuche an dem Platz, wo das Auto normalerweise steht. Die Behältersuche ermöglicht dem Hund in seinem Tempo eine kleine Suchlandschaft, welche aus Behältern, die offen sind, besteht, abzugehen und den Inhalt zu fressen. Oder eben auch nicht. Er darf das ganze abbrechen und sich anderen Dingen zuwenden.
Ein Exittarget steht bereit, dort darf er auch hin, oder aber er darf in die Umwelt gehen, wenn er das lieber möchte. Er erfährt also absolute Entscheidungsfreiheit an diesem Ort.
Die Behältersuche haben wir an 3 Tagen wiederholt, einmal morgens und einmal abends. Jeweils 3 Durchgänge.
Weiterhin haben wir, dort, wo das Auto immer steht, allerdings erst mal ohne, ein blaues Target aufgebaut, welches der Hund aufsuchen soll, weil was zu fressen drauf liegt. Da das Target nur für die Autoeinstiegsgeschichte genutzt wird, sind wir da nicht so pingelig und arbeiten mit Locken. Dieses Lockmittel könnte man natürlich auch abbauen, wenn es wichtig wäre. Ist es aber nicht. Wir brauchen das Target, um positive Emotionen auszulösen beim Hund. Und um ihm den Einstieg zu erleichtern.
Nun könnte man einwenden, das man dann ja kein Target braucht, doch braucht man. Dieses Target mit dem drauflegenden Futter ist blau, und das ist nochmal eine Sichthilfe. Also Sichthilfe plus Futter.
Die nächsten Trainingsstufen MIT Auto in der Einfahrt:
-Behältersuche und Targettraining, Kofferraum zu und Auto in einigen Metern Entfernung
-Behältersuche und Targettraining, Kofferraum offen und Auto in einigen Metern Entfernung
-Behältersuche und Targettraining, Kofferraum zu und Auto nah dran.
-Behätersuche und Targettraining, Kofferraum auf und Auto nah dran.
Der Test nach dem Training ergab folgendes:
der Hund ist ohne ein Kommando des Halters, mit Hilfe des Targets, was für ihn sichtbar ins Auto gelegt wurde, ins Auto und konnte dort gefüttert werden, ohne das man hektisch die Klappe zumachen möchte. Das ist nämlich nicht das Ziel.
Sicherlich gibt es Autoproblematiken, wo eine andere Vorgehensweise gut gewesen wäre. Hier haben wir nur an der Emotion gearbeitet und haben immer drauf geachtet, das der Hund mit entscheiden kann und freiwillig mitmacht.
Demnächst folgt noch ein Film zur Veranschaulichung.
Weiterhin steht noch die Autofahrt selber an, da kann er nämlich nicht wirklich entspannen. Das werden wir ändern und zwar mit konditionierter Entspannung.
Video 1. Behältersuche plus Target aufladen. Ohne Auto .
Video 2. Behältersuche am Auto mit geöffnetem Kofferraum. Im 1. Kommentar