10/06/2020
+++ "Blue Dog Syndrom" - Außergewöhnliches Fell, aber oft unheilbar krank +++
Manche Hunde haben eine außergewöhnliche Fellfarbe. So gibt es zum Beispiel blauschwarz schimmernde Dobermänner oder silbrig glänzende Labradore.
Was viele nicht wissen: Sie leiden unter einer Erkrankung, die CDA (Colour Dilution Alopecia) oder auch "Blue Dog Syndrom" genannt wird.
Bei betroffenen Tieren ist die Pigmentierung der Haare gestört. Hierdurch verändert sich die Fellfarbe. Die einzelnen Haare sind dabei schwächer und brechen schneller ab. Es kommt zum Fellverlust, in der Fachsprache Alopezie genannt.
Das Gemeine daran: Als Welpe sehen die Tiere wunderschön aus. Dann kommt das böse Erwachen. Erste kahle Stellen entstehen meist ab der Pubertät oder noch später. Hinzu können vermehrte Schuppenbildung und Entzündungen der Haut kommen. Oft müssen diese mit Antibiotika behandelt werden, um sie in Schach zu halten. Dann bessert sich das Krankheitsbild durch die Medikamente zwar kurzzeitig, eine echte Heilung gibt es aber nicht. Die Tiere sind nicht selten lebenslang gezeichnet.
Eine Ausnahme bildet hierbei der Weimaraner. Sein grausilbernes Fell ist in aller Regel auch im Alter dicht und weist keine Krankheitsanzeichen auf. Warum das so ist, ist noch nicht abschließend geklärt.
Verantwortungsvolle Züchter unterziehen ihre Zuchttiere einem Gentest vor der Verpaarung. Eine einfache Blutprobe reicht als Untersuchungsmaterial. So können sie sicherstellen, nur Elterntiere auszuwählen, deren Nachkommen keine Fehlfarben - so werden die Fellveränderungen nämlich von Fachleuten genannt – zeigen.
Echte Tierfreunde nehmen besser Abstand vom Kauf eines Hundes, der mit einer derartigen Fellfarbe ausgestattet ist. Und geht die Tierliebe noch eine bisschen weiter, verzichtet man gänzlich auf den Gang zum Züchter und besucht bei der Ausschau nach einem Vierbeiner lieber die Tierheime in der Umgebung.