21/04/2026
Es ist großartig, dass sich heute so viele Menschen Gedanken darüber machen, ihre Hunde gut auf den Alltag vorzubereiten. 🐾
„Den Hund überall mit hinnehmen“ soll oft ein Zeichen von Verbundenheit, Vertrauen und gutem Training sein.
Und genau da möchte ich einen kleinen Perspektivwechsel anbieten:
Hunde im / am Einkaufswagen oder einfach beim Einkaufen dabei - im Baumarkt oder bei Ikea oder ähnlichem – für mich persönlich trotzdem ein absolutes No-Go.
Denn so gut die Intention auch ist: Viele dieser Situationen sind für unsere Hunde schlicht zu viel.
Klappernde Einkaufswagen, rutschige Böden, fremde Menschen, tausend Gerüche, keine echte Rückzugsmöglichkeit – das ist oft eher Reizüberflutung als sinnvolles Training.
Gutes Hundetraining bedeutet für mich:
👉 individuell
👉 kleinschrittig
👉 am Bedarf von Hund und Halter orientiert
Und genau da kommt für mich ein ganz wichtiger Punkt ins Spiel:
Ich trainiere das, was ich im Alltag wirklich brauche.
Wenn ich z.B. regelmäßig mit dem Bus / Zug fahren müsste, würde ich das gezielt und fair aufbauen – in kleinen Schritten, angepasst an meinen Hund, mit ausreichend Pausen und der Möglichkeit, die Situation jederzeit zu verlassen.
Aber:
Ich gehe im Alltag NICHT mit meinen Hunden in den Baumarkt oder zu IKEA – also muss ich ihnen das auch nicht „beibringen“.
Ich möchte entspannt über den Markt schlendern oder einkaufen, ohne nach meinem Hund und anderen Menschen zu schauen oder mich auf viele Dinge gleichzeitig zu konzentrieren – mein Hund hätte davon nichts, außer Stress.
👉 Viele dieser Ausflüge erfüllen unser Bedürfnis nach "Shoppen, Gessellschaft, Zerstreuung" – nicht das des Hundes.
Ich nehme meine Hunde daher bewusst NICHT mit in solche Umgebungen.
Stattdessen dürfen sie zu Hause bleiben – in einer sicheren, ruhigen Umgebung, ohne Reizüberflutung.
Nicht jeder Hund muss alles können.
Und nicht jede Situation ist Training.
Manchmal ist das fairste Training, bewusst zu entscheiden, wo der Hund eben nicht dabei ist.
(Kleiner Fun-Fakt am Rande: Wenn mein Hund lernen durfte, dass ich ihn nicht überfordere - dass er sich voll und ganz auf mich verlassen kann, wird er später auch dann selbstbewusst mit mir in neue Siturationen gehen, wenn er sie nicht schon früh geübt hat. Denn Überforderung macht viel kaputt - echtes Vertrauen aufbauen, zu sich und zum Halter, verbindet und macht selbstbewusste Hunde!)
Wie handhabt ihr das? Trainiert ihr gezielt für euren Alltag – oder nehmt ihr eure Hunde bewusst überall mit hin?
Bild: KI-generiert