Feine Reiterei

Feine Reiterei Unterricht in der klassisch-barocken Reitweise mit Elementen der iberischen Arbeitsreitweise (Doma Vaquera), Arbeit an der Hand und Freiarbeit

𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘢𝘵𝘵𝘦 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘑𝘰𝘺𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘷𝘦𝘳𝘴𝘱𝘳𝘰𝘤𝘩𝘦𝘯 - 𝘥𝘪𝘦 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘩𝘪𝘯𝘵𝘦𝘳 𝘥𝘦𝘮 𝘉𝘪𝘭𝘥 𝘮𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘳 𝘎𝘢𝘳𝘳𝘰𝘤𝘩𝘢 … 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘦𝘨 𝘻𝘶𝘳 𝘌𝘳𝘬𝘦𝘯𝘯𝘵𝘯𝘪...
07/06/2026

𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘢𝘵𝘵𝘦 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘑𝘰𝘺𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘷𝘦𝘳𝘴𝘱𝘳𝘰𝘤𝘩𝘦𝘯 - 𝘥𝘪𝘦 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘩𝘪𝘯𝘵𝘦𝘳 𝘥𝘦𝘮 𝘉𝘪𝘭𝘥 𝘮𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘳 𝘎𝘢𝘳𝘳𝘰𝘤𝘩𝘢 … 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘦𝘨 𝘻𝘶𝘳 𝘌𝘳𝘬𝘦𝘯𝘯𝘵𝘯𝘪𝘴 𝘶̈𝘣𝘦𝘳 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘯 𝘸𝘢𝘩𝘳𝘦𝘯 𝘡𝘶𝘴𝘵𝘢𝘯𝘥. 𝘋𝘢𝘴, 𝘸𝘢𝘴 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘢𝘮 𝘌𝘯𝘥𝘦 𝘢𝘮 𝘮𝘦𝘪𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘶̈𝘵𝘵𝘦𝘳𝘵𝘦, 𝘸𝘢𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘒𝘭𝘦𝘪𝘯𝘪𝘨𝘬𝘦𝘪𝘵, 𝘶̈𝘣𝘦𝘳 𝘥𝘪𝘦 𝘷𝘦𝘳𝘮𝘶𝘵𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘯𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘯𝘢𝘤𝘩𝘨𝘦𝘥𝘢𝘤𝘩𝘵 𝘩𝘢̈𝘵𝘵𝘦 …

Joy wurde als „liebevolle Vollblutstute“ inseriert, 12 Jahre alt, direkt aus dem Polotraining, für 1.500 Euro. Die beiden Besitzerinnen, passionierte Polospielerinnen, wollten sie in Freizeitreiterhände verkaufen, weil Joy – die anders hieß und ihren Namen bei mir bekam als Start in ein neues Leben – „zu stark“ im Spiel war für die jüngere der Schwestern, die sie eigentlich reiten sollte. Ein Screenshot aus einem Verkaufsvideo, das ich später durch Zufall fand, ist bei den Fotos …
Joy war Polo-üblich ausgerüstet: Stehendes Martingal, dazu ein zweites Reithalfter mit gedrehtem Rohhautnasenriemen, Aufziehtrense mit doppeltem Zügelpaar sowie ein Sattel, der – das lernte ich auch erst beim Proberitt – bewusst auf der Schulter gesattelt wird, weil er im Spiel sonst ohnehin nach vorne rutschen würde.

Als Joy im Sommer 2016 zu mir kam, befand ich mich bereits in meiner Pferdephysio-Ausbildung. Einige ihrer körperlichen und seelischen Probleme konnte ich also schon analysieren, die ich teils später beheben konnte; andere zeigten sich im Laufe der Zeit …
- • Ihr Rücken und ihre Schultern waren völlig unbeweglich. Die Schulterblätter konnten keinen Zentimeter am Rumpf gleiten, die gesamte BWS und LWS war ein steifes Brett. Es war ihr nicht möglich, den Hals zu beugen, um eine Karotte zu nehmen.
• Sie hatte einen ausgeprägten „Hunter’s Bump“, vermutlich von den Sprintstarts und -stops.
• Sie hatte weiße Vernarbungen am Widerrist und an den Vorderröhren.
• Sie hatte Narben vom Reithalfter auf dem Nasenrücken.
• Sie hatte eine Narbe quer über die Zunge, potenziell von einem Zungenband im Galopprennen. Sie war in Frankreich gestartet; nach meinen Recherchen wurde in Deutschland das Zungenband erst 2018 verboten, in Frankreich ist es bis heute erlaubt. Bei der ersten Zahnbehandlung bei mir wurde zudem ein entzündeter Wolfszahn entfernt.
• Sie konnte die Hinterhufe nicht geben und schlug sofort nach dem Menschen, wenn man es versuchte. Möglicherweise war sie mit Schlinge aufgehalten worden und gestürzt; in jedem Fall wurde zunehmend deutlich, dass sie Panik hatte, die Balance zu verlieren.
• Sie dissoziierte bei fast allen Berührungen und Anforderungen. Nur die Hand sanft auf ihre LWS zu legen machte ihr schon Angst.
• Sie hatte starken Gurtzwang.
• Sie reagierte auf jedes Gebiss mit sofortigem Sperren, auch wenn kein Zügel angenommen wurde.
• Beim Anblick eines Pferdeanhängers begann sie am ganzen Körper zu zittern.
• Bei der leisesten Berührung mit einer Gerte erstarrte sie vollständig.

Darüber hinaus …
… hatte die Anzeige damals eines sehr richtig erfasst: Joy war eines der liebevollsten Pferde, die ich je kennenlernen durfte. Sie hatte ein riesiges Herz und beinahe etwas Mütterliches an sich, wie sie später den Schülern beim Aufzäumen half oder ihnen geduldig zeigte, wie fein die Hilfen nur sein müssen. Dieses Pferd, das so angefasst worden war, ließ sich wunderbar über die Balance, ohne Zügel reiten. Sie liebte die Stille, war aber auch unglaublich nervenstark im Trubel. Im Gelände war sie ein entspanntes Pferd, das am langen Zügel im Schritt bummelte und auch im Trab und Galopp immer die Ruhe selbst blieb. Wenn ich sie als Handpferd mitnahm, galoppierte sie neben meinem Reitpferd, ohne je überholen zu wollen.

Anfangs ging ich nur spazieren, machte Handarbeit, begann langsam, immer mal zu reiten. Ich ließ sie oft selbst entscheiden – etwas, was sie gar nicht kannte und was ihr zu Beginn Sorgen machte, aber nach und nach wurde sie selbstsicherer. Dann begann sie, für ihr neues Leben zu lernen, und machte das mit Freude – erst an der Hand, dann unter dem Reiter. Schulterherein, Kruppeherein, Traversalen, Zeitlupenschritt, Garrocha und mehr.

Sie liebte es, wenn man sie ganz sanft an der Stirn berührte. Sie liebte auch ihr Futter und schleuderte es beim Fressen durch den halben Stall, um es dann wieder aufzusammeln. Sie war zu jedem Menschen freundlich und in der Herde eher ranghoch, aber immer sozial und stand dicht bei ihren Freundinnen.
Der Rücken begann wieder – im Rahmen seiner Möglichkeiten, denn der Hunter’s Bump war nicht heilbar – zu schwingen, die Schultern wurden locker, Joy immer beweglicher.

Und auch ihre Seele kam irgendwann an … ich habe nie so lange gebraucht, einem Pferd das Gertentarget beizubringen – denn in Joy war keinerlei natürliche Neugier mehr vorhanden. Als sie es aber begriffen hatte, konnten wir andere Kunststücke in Angriff nehmen. Ich brachte ihr – als einzigem Pferd bisher – bei, bei einem Wischen mit der Gerte durch die Luft auf mich zuzuspringen. Ich machte das bewusst, damit sie lernte: Ich darf auf den Menschen zu, ich darf dem Menschen gegenüber meine Energie zeigen, vielleicht sogar ein bisschen Aggression, ich muss mich nicht immer zurückziehen, klein machen, am besten nicht existieren. Sie liebte diese Übung. Man musste schnell sein, manchmal, denn so ein Anspringen eines Galopprennpferdes ist gewaltig. Aber sie passte immer, in jeder Situation, auf einen auf.

Manches blieb, wie es war. Joys Stress mit dem Gebiss nahm etwas ab, aber es gab für mich keinen Grund, sie diesem Stress auszusetzen – sie wurde gebisslos geritten. Sie konnte ihren Hals zwar später mehr beugen, aber nie am Zügel gehen. Musste sie auch nicht, wozu? Wenn sie aus dem Linksgalopp in den Trab bremste, sprang sie vorher immer für einen Sprung in den Kreuzgalopp, weil sie anders die Hinterhand nicht ausreichend untersetzen konnte. Nach sechs Jahren war sie so weit, dass man an guten Tagen ganz tief die Hinterhufe aufnehmen und schnell auskratzen konnte; etwas früher ging es schon, sie nach vorne zu nehmen, nur mit der Hand gestützt, und rundzuraspeln. Richtig geben konnte Joy die Hinterhufe nie. Ihre Wundheilung war schlecht; sie neigte zur Bildung von wildem Fleisch schon bei kleinen Verletzungen.

Zugleich wurden manche ihrer körperlichen Probleme immer deutlicher, je älter sie wurde. Sie hatte sehr flache und sehr schlechte Hufe, die mir immer mehr entglitten. Nageln war aufgrund der schlechten Qualität und der hohlen Wände unmöglich; Klebeeisen hielten oft nur kurz, weil die Hufform so abnorm war. Ihre Schiefe – bedingt durch die Trageschwäche, möglicherweise auch durch HWS-Deformationen oder -Arthrosen, die bei Vollblütern nicht selten sind – verstärkte sich. Das rechte Hinterbein hatte ein auffällig gerades Sprunggelenk; vorne links wurde die lange Fessel immer weicher. Sie ging nie lahm, sie wurde nur nach einigen guten Jahren wieder zunehmend steif. Entsprechend reduzierte ich immer mehr die Anforderungen an sie, weniger unter dem Sattel, mehr lockeres Laufenlassen, Arbeit an der Hand.
Und sie wurde müder.

Im Winter 2022 gab ich ihr eine Woche lang Schmerzmittel, um zu sehen, ob es ihr damit besser ginge.
Und ja – sie lebte auf. Ich hatte in sechs Jahren dieses Pferd nie buckeln sehen, jetzt rannte sie durch die Halle und bockte. Sie hatte wieder Lebensfreude, wollte wieder laufen. Damit hatte ich gerechnet.

Ihre Hinterhufe gab sie immer noch nicht – das war also nicht nur schmerzbedingt.

Was mich am meisten berührte aber war – ich habe keine Ahnung, ob das für irgendwen nachvollziehbar ist –: Ihre „seltsame Angewohnheit“, ihren Hafer aus dem Eimer am Boden durch den halben Stall zu schleudern, war weg. Sie ließ den Kopf im Eimer und fraß ganz ruhig. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Bei einer so einfachen, unwichtigen Sache, bei etwas, das ihr eigentlich eine gute Zeit hatte bescheren sollen, beim Fressen hatte sie offenbar ebenfalls immer Schmerzen gehabt.

Ab da gab es keine Frage mehr. Ich stellte sie auf Previcox ein, sie wurde nicht mehr geritten und stand zunehmend bei der dreißigjährigen Paprica und Deseo, wo sie sich sehr wohl fühlte, und weniger bei der für sie zu aktiven Herde.
Einige Wochen später wurde sie vermutlich von einem anderen Pferd getreten, hatte eine Wunde am Hinterbein. Nicht schön, aber auch nicht sonderlich schlimm; ich machte die angezeigte Erstversorgung, am nächsten Tag kam der Tierarzt, nichts zu nähen, nur Verbandswechsel, weiterhin Entzündungshemmer und entsprechende weitere Wundversorgung. Es bildete sich wildes Fleisch, auch das wurde behandelt. Wochen später hatte sich nichts gebessert: Das wilde Fleisch bildete sich nicht zurück, riss immer wieder auf, Vulketan, dann aggressivere Mittel, natürlich Verbände und der Versuch, ihr ein möglichst schönes Leben zu machen.

Das Previcox musste ich inzwischen schon höher dosieren, damit sie mit ihren anderen Problemen nicht zu starke Schmerzen hatte. Sie war gerade mal 18 Jahre alt. Und dann traf ich die Entscheidung.

Über Joys letzten Tag möchte ich nicht schreiben. Es war ein guter, ein langer Frühsommertag auf der Weide für sie, zusammen mit Deseo, und in der Abendsonne gingen wir vor zum Hof.

Das ist Joys Geschichte.

01/06/2026

Gestern wurden mir immer wieder Reels der gezeigt. Also dachte ich mir heute morgen - warum nicht mal wieder schauen, wie gut Luar und ich ohne Zaumzeug miteinander funktionieren?.. Meine Einschätzung: hervorragend 🥰 Kurzkehrt und Traversalen benötigen noch etwas Feinschliff, zugegeben. Dafür schenkte sie mir zum Schluss sogar eine kleine Arbeitspirouette.

Hashtag der Woche 😎

Ü𝘣𝘳𝘪𝘨𝘦𝘯𝘴: 𝘐𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘍𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘙𝘦𝘪𝘵𝘦𝘳𝘦𝘪 𝘪𝘴𝘵 𝘥𝘦𝘮𝘯𝘢̈𝘤𝘩𝘴𝘵 𝘸𝘪𝘦𝘥𝘦𝘳 𝘦𝘪𝘯 𝘗𝘭𝘢𝘵𝘻 𝘧𝘶̈𝘳 𝘈𝘶𝘴𝘣𝘪𝘭𝘥𝘶𝘯𝘨𝘴/𝘉𝘦𝘳𝘪𝘵𝘵 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘴𝘵𝘢𝘵𝘪𝘰𝘯𝘢̈𝘳𝘦𝘴 𝘙𝘦𝘩𝘢𝘵𝘳𝘢𝘪𝘯𝘪𝘯𝘨 𝘧𝘳𝘦𝘪!

Der letzte Beitrag zu Joy hat weit mehr Resonanz erzeugt, als ich erwartet hätte. Viele der Kommentare bestätigen das, w...
28/05/2026

Der letzte Beitrag zu Joy hat weit mehr Resonanz erzeugt, als ich erwartet hätte. Viele der Kommentare bestätigen das, was ich tagtäglich erlebe, wenn ich Pferdemenschen und ihre Pferde begleite auf dem Weg zu einer gemeinsameren (das ist kein Tippfehler) Sprache. Es geht so oft nicht wirklich um das Pferd ...

Dieses Bild hatte ich mal als Profilbild. Ich bin so dämlich. Um genau zu sein: Ich wurde darauf angesprochen, als ich d...
26/05/2026

Dieses Bild hatte ich mal als Profilbild. Ich bin so dämlich.

Um genau zu sein: Ich wurde darauf angesprochen, als ich dieses Bild als Profilbild hatte, mit den Worten, dass das schon ganz schön „mutig“ sei. Ich bin mir ziemlich sicher, gemeint war „ganz schön dämlich“.

Warum, fragte ich. Das sind Joy, ich und meine ‚Garrocha für Arme‘ (eine Vorhangstange, mit der ich übe, bevor es an die schwerere und längere richtige Garrocha geht). Was ist daran mutig?

Weil Joy das Maul so aufreißt …

Joy trägt ein Bosal auf dem Bild. Ja, sie reißt das Maul auf, aber sie hat kein Gebiss drin. Mir war tatsächlich nicht klar, dass auch bei gebisslosem Reiten das Maul des Pferdes be- und meine Zügelhand verurteilt wird, wenn das Maul nicht schön aussieht.

Ein aufgerissenes Maul bedeutet hartes Reiten. Punkt. Wer braucht schon Differenzierungen, wenn man mit Schwarz und Weiß einfach ALLES abbilden kann? Also, gefühlt. Binär ist doch auch eine schöne Weltsicht.

Nein, Joy reißt nicht wegen meiner harten Hand das Maul auf. Wer genauer hinsieht, bemerkt auch, dass noch nicht mal der Zügel des (gebisslosen!) Bosals in Kontakt ist. Das ist albern.

So, und jetzt - denn es gibt nun mal mehr als schwarz und weiß - die andere Seite. Ich könnte jetzt die Argumentation wiedergeben, die ich so oft lese: „Schaust du im Fitnesstraining immer glücklich aus? Nein? Na also!“ … aber das ist leider auch Unsinn. So angenehm diese Deutung für mich als Reiter wäre.

Hat Joy in diesem Moment Stress gehabt?
Ja, hat sie. Leider. Sehr viel Stress.

Dazu muss man nicht nur den Moment der Aufnahme kennen, sondern auch die Geschichte dahinter. Dann wird ein Bild draus, das dem Pferd gerecht wird.

Joy war erst Galopprennpferd, dann Polopferd. In beiden „Jobs“ kannte sie das Sprintbeschleunigen von 0 auf 100, unter höchstem Druck und auf nicht eben sanfte Hilfen hin. War sie erst einmal im Laufen, musste sie sich für viele Hundert Meter verausgaben und wurde angetrieben, mehr zu geben, oder sie wurde nach wenigen Metern unsanft wieder gestoppt.
Auf dem Foto ist der Moment des ersten Galoppsprungs aus dem Schritt heraus zu sehen. Diese plötzliche Kraftentwicklung konnte sie, aber sie erinnerte sie auch an die vielen vielen Male, in denen sie dasselbe tun musste in Verbindung mit Angst und Schmerz. Dass Joy Schmerzen gehabt hat zumindest in ihrer Zeit als Polopferd, das weiß ich mit absoluter Sicherheit - ich kenne schließlich den Zustand, in dem sie zu mir kam, und das war direkt aus dem Polotraining.

Möglicherweise hatte sie auch im Moment des Fotos Schmerzen. Sie war immer willig, immer bemüht, bis ins eigene Verderben. Ein riesiges Herz in einem zerschundenen Körper. Ich habe viel zu lang gebraucht, das zu sehen.

Es ist nie einfach, die Geschichte eines eigenen Pferdes zu erzählen, ohne in Emotionen abzugleiten … es ist auch für mich nahezu unmöglich, vor allem bei Pferden wie Joy.

Aber es ist auch gefährlich. Mit-Leid hilft dem Pferd nicht. Was wir als Empathie bezeichnen, ist oft nur Projektion, unsere Annahme, wie schlecht es unserem Pferd gehen muss. Oder auch: wie gut, weil wir nicht sehen wollen, wie viele kleine Schmerzsignale und Widerstände uns die ganze Zeit gesendet werden.

Bei Joy war es ein Experiment, das mir das wahre Ausmaß ihrer Not klarmachte, weit über das Erwartete hinaus. Das war der Anfang des Prozesses, der dazu führte, dass ich sie mit gerade mal 18 Jahren erlösen ließ.

Heute versuche ich anderen Menschen zu vermitteln, was ihr Pferd leisten kann und will - oft weit mehr, als wir glauben, denn Pferde haben Freude daran, über sich hinauszuwachsen -, aber eben auch, was es nicht kann und wo es nur noch seinem Menschen zuliebe weitermacht. Denn das tun sie leider sehr, sehr oft für uns: Sich körperlich oder mental immer nochmal zusammenreißen, weitermachen, obwohl eigentlich alles dagegen spricht.

20/05/2026

Alle Jahre wieder … das Anweiden.

Aber!

Warum zeigst du dann Stroh fressende Pferde?
Und warum kommst du JETZT damit, 20. Mai, wo die Pferde schon längst auf der Weide sind?

Naja, deshalb: Weil das hier ein Diätstall ist, in dem Pferde mit langjähriger Hufrehe- und EMS-Vorgeschichte stehen. Die durften lange, lange nicht aufs Gras - bei mir gelingt das erstmals wieder ohne gesundheitliche Probleme, weil Stroh. Und weil jetzt erst (seit 3 Tagen) Weide. Und während ich rundrum schon wieder die Meldungen höre von Rehefällen wegen zu schnellen Anweidens, habe ich (toi toi toi) derzeit noch nicht mal Kotwasser oder Durchfall in der Herde.

Aber!
Ja, das ist anstrengend. Zumindest für mich.

Seit drei Wochen habe ich das Haferstroh eingeschlichen zu jeweils einer, später auch mal zwei der täglichen Fütterungen. Ab Beginn der Weidezeit werden die nachts zugänglichen Raufen mit den 3-cm-Netzen nämlich mit Futterstroh statt Heu befüllt, um einen Ausgleich zu schaffen zur vermehrten Kalorienaufnahme durch Gras. Und das meint noch nicht mal unbedingt die Wiesen - sondern auch, es ist ja eine große Paddocktrailfläche für nur 15 Pferde, die vielen Halme, die an allen Ecken und Enden aus dem Boden kommen.

Vor ebenfalls drei Wochen habe ich erst sporadisch, seit zwei Wochen täglich einer Fütterung Grünschnitt dazugegeben - also langes Gras, das ich rund ums Gelände mit der Sense gemäht habe. Der Rücken jubelt. Aber so kann ich die Pferde „soft“ anweiden, wenn die Weiden noch nichts hergeben … und dieses Jahr gaben die leider lange gar nichts her. Und als sie anfingen, was herzugeben, hatten wir nachts immer noch 3 Grad. Tagsüber Sonne. Die Hufrehepferd-Besitzer wissen, wovon ich spreche ...

Und dann sind da noch die Besitzer (die von den Nochnierehegehabt-Pferden), die mit traurigen Augen auf die Weiden schauen und leise fragen, wann die Pferde denn endlich aufs Gras dürfen … und warum denn dann nur so kurz …😉

Ich weiß, haben alle schon ein Dutzend Mal gehört, und ich bin mir nicht zu gut, es zum Dutzendersten Mal zu sagen: Pferde sind Steppentiere, keine Weidetiere. Die vielen vielen gesundheitlichen Katastrophen allerorten, entweder spontan auftretend jetzt im Frühjahr oder sich über die Jahre schleichend anbahnend und in einem „aber bisher hat er das doch auch immer vertragen“ eskalierend, sind vermeidbar.

Aber!
Es ist anstrengend. Und gibt halt sehr wenig coole Bilder her, nix mit „Herde galoppiert ins sattgrüne hüfthohe Gras“. Nur mich und meine Sense.
Wobei ich da schon ziemlich beeindruckend aussehe, finde ich. Nur würde Social Media das vermutlich als „Gewaltdarstellung“ zensieren 😅

𝘋𝘪𝘦 „𝘚𝘤𝘩𝘮𝘦𝘳𝘻𝘧𝘢𝘭𝘵𝘦“ 𝘷𝘰𝘯 𝘭𝘦𝘵𝘻𝘵𝘦𝘮 𝘗𝘰𝘴𝘵 𝘪𝘴𝘵 𝘫𝘢 𝘯𝘶𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘜𝘯𝘴𝘪𝘯𝘯𝘪𝘨𝘬𝘦𝘪𝘵𝘦𝘯, 𝘥𝘪𝘦 𝘮𝘪𝘳 𝘴𝘵𝘢̈𝘯𝘥𝘪𝘨 𝘪𝘯 𝘚𝘰𝘤𝘪𝘢𝘭 𝘔𝘦𝘥𝘪𝘢 𝘶𝘯𝘵𝘦𝘳𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯 𝘰𝘥𝘦...
18/05/2026

𝘋𝘪𝘦 „𝘚𝘤𝘩𝘮𝘦𝘳𝘻𝘧𝘢𝘭𝘵𝘦“ 𝘷𝘰𝘯 𝘭𝘦𝘵𝘻𝘵𝘦𝘮 𝘗𝘰𝘴𝘵 𝘪𝘴𝘵 𝘫𝘢 𝘯𝘶𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘜𝘯𝘴𝘪𝘯𝘯𝘪𝘨𝘬𝘦𝘪𝘵𝘦𝘯, 𝘥𝘪𝘦 𝘮𝘪𝘳 𝘴𝘵𝘢̈𝘯𝘥𝘪𝘨 𝘪𝘯 𝘚𝘰𝘤𝘪𝘢𝘭 𝘔𝘦𝘥𝘪𝘢 𝘶𝘯𝘵𝘦𝘳𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘯𝘢𝘤𝘩 𝘥𝘦𝘯𝘦𝘯 𝘪𝘤𝘩 𝘪𝘮 𝘜𝘯𝘵𝘦𝘳𝘳𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘨𝘦𝘧𝘳𝘢𝘨𝘵 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦.

Es ist manchmal wirklich erstaunlich: Da fragt mich eine Pferdebesitzerin, ob sie sich Sorgen machen müsse, weil ihr Pferd neuerdings beim Antraben mit dem Schweif peitscht (möglich, „trocken“ kaum zu beantworten). Während sie mich fragt, schrubbt („streichelt“) sie mit den Fingerspitzen und manikürten Nägeln am Kopf ihres Pferdes herum, das sich wegzudrehen versucht, aber leider angebunden ist.

Sag ich jetzt was?

Na gut, da muss ich niemanden auf die Folter spannen: Ich kann meine Klappe ja doch nicht halten, ich sage was. Höflich, über die Höflichkeit im Umgang mit dem Pferd, die beidseits gelten sollte …

… und frage mich im Stillen oft, wie diese unzweifelhafte Liebe zum und Sorge um das Pferd zusammenpassen mit einer völlig selektiven Wahrnehmung dessen, was das Pferd sendet. Im einfachsten Falle: Streicheln ist ein Zeichen der Liebe, mein Pferd mag es normalerweise, gestreichelt zu werden, also mag es das genau heute genau jetzt genau so sicher auch. Und dass das Pferd was anderes anzeigt - geht völlig unter.

Das andere Extrem sind die allwissenden Analysten pferdischen Verhaltens und der equinen emotionalen Lage auf der Basis einzelner Indikatoren. Ähnlich wie: Wenn ich die Telekom-Aktie ansehe weiß ich, wo der DAX insgesamt steht. Spoiler: Weiß ich nicht.

Da werden in den sozialen Medien reell gerittene Pferde bzw. deren Reiter zerfleischt, weil das Maul kurz geöffnet wird oder der Schweif immer mal (nach einer Fliege) schlägt. Und dann wieder wird Gurus gefolgt und alles verklärt, deren Pferde dies nonstop tun - denn „ist doch schön, wenn das Pferd im Maul tätig ist und kauen darf!“. (Kauen und Klappern sind unterschiedliche Tätigkeiten, übrigens.) Nach hinten gerichtete Ohren sind entweder Stress, Angst und ein Zeichen der Unterwerfung oder „toll, wie der dir zuhört!“. Das dreieckige Auge ist entweder der Ausdruck höchster Konzentration („Ich sehe auch nicht glücklich aus, wenn ich Sport mache!“) oder ein Zeichen von größter seelischer Not.

Und. So. Weiter.

Und jeder interpretiert alles so, wie es in sein Weltbild passt und zu dem, was er gerne erreichen möchte. Will ich reiten, sind Zeichen von Schmerz blöd; will ich an der Piaffe arbeiten, bedeutet das Schweifschlagen sicher nur Vorfreude und nicht Stress.

Ich habe ja schon mit vielen vielen „Problem-“Pferden gearbeitet. Da wird es essenziell, ja: lebensnotwendig, hinzuhören. Genau zu sehen und zu spüren, wo sich Widerstände aufbauen und was der Hintergrund ist. Mitunter dauert die Suche lange …

Vor allem aber hinterfrage ich ständig, ob ich gerade mein Seelenleben auf das Pferd projiziere oder ob das, was ich wahrnehme, wirklich vom Pferd kommt. Und wo immer möglich hole ich mir die Unterstützung oder auch die Berichtigung durch die Wissenschaft, denn es gibt zu so vielem rund ums Pferdeverhalten inzwischen spannende Studien.

Ich möchte interessierten Pferdemenschen (das ist kein „Pferdisch für Anfänger“-Seminar - das geht 𝗱𝗲𝘂𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵 tiefer!) die zentralen Studien und Kriterien vorstellen, die für unser Training mit dem Pferd unter dem Stichwort Pferdewohl und Faires Training relevant sind. Und gemeinsam mit euch mal ein paar Pferde im Training unter die Lupe nehmen.

Ich wünsche mir so sehr, dass sich das Wissen, das wir heute bereits haben, mehr verbreitet. Ich hatte in den letzten Wochen ein paar Verzweiflungsmomente, weil ich manchmal den Eindruck bekomme, all der Kampf um mehr Verstehen führt nicht mal in meinem direkten Umfeld dazu, dass den Pferden besser zugehört wird …
… aber vielleicht, dachte ich dann, braucht es einfach nur einfach zugängliche Angebote. Ich versuche es also. Für die Pferde 🥰

𝘈𝘤𝘩 𝘴𝘰: 𝘋𝘢𝘴 𝘚𝘦𝘮𝘪𝘯𝘢𝘳 𝘧𝘪𝘯𝘥𝘦𝘵 𝘷𝘰𝘯 𝟣𝟥-𝟣𝟩 𝘜𝘩𝘳 𝘴𝘵𝘢𝘵𝘵 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘚𝘤𝘩𝘮𝘢𝘤𝘩𝘵𝘦𝘯𝘩𝘢𝘨𝘦𝘯𝘦𝘳 𝘋𝘰𝘳𝘧𝘴𝘵𝘳. 𝟤𝟥 𝘪𝘯 𝟣𝟨𝟧𝟣𝟧 𝘖𝘳𝘢𝘯𝘪𝘦𝘯𝘣𝘶𝘳𝘨. 𝘒𝘢𝘧𝘧𝘦𝘦, 𝘛𝘦𝘦 & 𝘒𝘦𝘬𝘴𝘦, 𝘏𝘢𝘯𝘥𝘰𝘶𝘵 & 𝘥𝘪𝘦 𝘜̈𝘣𝘶𝘯𝘨𝘴𝘱𝘧𝘦𝘳𝘥𝘦 𝘴𝘪𝘯𝘥 𝘪𝘯𝘬𝘭𝘶𝘴𝘪𝘷𝘦 𝘪𝘮 𝘚𝘦𝘮𝘪𝘯𝘢𝘳𝘱𝘳𝘦𝘪𝘴 𝘷𝘰𝘯 𝟧𝟫 €

11/05/2026

🤪

(Und nein, ich heiße weder die Corrida de Rejones (Tauromachia) noch die … Doggomachia? gut! Aber in Jerez wäre ich doch gerade gerne …)

Heute aus der Serie  ?!? …Wobei die Rubrik vielleicht besser einfach nur  ???? heißen muss.Unter einem Video wurde gerad...
07/05/2026

Heute aus der Serie ?!? …
Wobei die Rubrik vielleicht besser einfach nur ???? heißen muss.

Unter einem Video wurde gerade kommentiert, wie erschreckend die - ich zitiere - „Schmerzfalte“ des gezeigten Pferde sei.
Damit gemeint war die Rinne unter den Rippen, die auch bei dem Pferd auf dem Foto zu sehen ist.
Ja, sowas kann auf eine körperliche Problematik hinweisen und eine Dampfrinne sein - wenn man sie im Stand sieht bei einem offensichtlich in Ruhe befindlichen Pferd.
Aber ansonsten … schaffen wir jetzt Bauchmuskeln ab?

Bilder: Pixabay / Pezibaer // Adobe Stock

05/05/2026

Unpünktlich nach dem Tag der Arbeit mache ich mir seit Tagen Arbeitsgedanken ... Genauer: Pferdearbeitsgedanken. Ich grüble über die wenigen Pferde nach, die nicht nur Freizeitvergnügen und Seelenpartner sind, sondern auch eine wirtschaftliche Größe für einen Betrieb. Die, die arbeiten müssen. Meine, zum Beispiel (nicht, dass das nicht dennoch Hachseufzseelenpferde wären, und nicht, dass sie mir nicht dennoch unendlich viel Vergnügen machen würden).

Eine Pferdebusinessberaterin hat gesagt, ein Schulpferd könne 2000 bis 4000 Euro Umsatz im Monat machen. Pferdefreundlich und schonend, das Pferd habe zwei Tage pro Woche (unterrichts)frei und müsste an den übrigen fünf Tagen nur zwei Einheiten pro Tag im Unterricht laufen.
Und jetzt schaue ich mir meine Pferde an … sie laufen zwei Mal pro Woche unter Schülern, manchmal, ganz selten, drei Mal. Und wenn ich das über einige Wochen oder wenige Monate hinweg mache, brauchen sie eine Auszeit – so wie gerade. Weil sie psychisch wieder zur Ruhe kommen müssen und weil sie mir körperlich gerade alle nicht gefallen. (Naja klar, ich bin sehr pingelig.) Luar stolpert neuerdings. Ein Mal pro Einheit, das ist nicht viel, aber sie ist früher nie gestolpert macht mir das Sorgen. Emigrante hat mit nachts kalt, tags heiß, Staub und Sonne und Pollen massiv zu tun. Und Suerte wächst ja ohnehin gerade erst in ihre Rolle als Lehrpferd rein und soll ihre Unbeschwertheit so lange wie irgend möglich behalten.

Dass meine Lehrpferde eine Pause brauchen, liegt nicht an meinen Schülern. Alle lieben diese Pferde und wollen nur das Beste für sie. Alle bemühen sich, schnell zu lernen und ihre Fehler, die die Pferde möglicherweise belasten, auszumerzen. Meine Schüler sind allesamt großartig – aber sie lernen halt noch, irgendwie muss man es ja lernen, und meine Pferde sind nunmal alle nicht eisenhart.
Ich müsste, sagte mir eine Pferdebusinessberaterin auf einer Messe letztes Jahr, meine Pferde vielleicht besser verkaufen und andere besorgen. Solche, die zehn Einheiten pro Woche durchhalten. Mein Anspruch wäre: Nicht nur durchhalten, sondern die sie fröhlich, gesund, feinfühlig und ohne Probleme leisten.

Dann überlege ich, welches Pferd ich kenne, dass das kann … Welches Pferd ist uneingeschränkt, ohne aufwendiges Zusatztraining (das man bei zehn Einheiten pro Woche gar nicht unterbringt), dauerhaft auch unter unausbalancierten Reitern losgelassen, gesund, motiviert reitbar?
Ich kenne keines. Ich kenne kein Pferd ohne irgendeine Kompensationshaltung oder mindestens ein auffälliges Bewegungsmuster oder irgendeinen Ausgleichstrainingsbedarf. Traurig genug, als Pferd für einen oder zwei liebende, engagierte Besitzer aber oft problemlos handhabbar.
Aber kenne ich keines, das die Mehrbelastung durch intensiven Einsatz als Schulpferd einfach so wegstecken würde. Kenne ich einfach nur die falschen Pferde? Bin ich zu vorsichtig oder nachsichtig?

Es geht mir um Himmels willen hier nicht darum, Reitschulen schlechtzureden oder Kollegen zu diffamieren. Es ist eher so: Ich verzweifle gerade selbst ein wenig am Konzept „Unterricht auf Schulpferden“. Auf der einen Seite brauchen wir den, unbedingt! Mir wäre es mehr als recht, wenn viele Menschen viel länger lernen würden, bevor sie sich ihr eigenes Pferd kaufen. Gerne auch am Boden, denn Handarbeit bringt so viel und verschafft den Reitlehrpferden kleine körperliche Verschnaufpausen (erstaunlicherweise möchten die meisten auf Lehrpferden ausschließlich reiten. Meine reinen "Handlehrpferde" haben viel viel Freizeit. Sobald dann aber eigene Pferde da sind, werde ich zur Bodenarbeit gerufen, weil man merkt, dass das Reiten gar nicht das wichtigste Thema ist …).

Aber am Ende sind Lehrpferde eben nicht profitabel, wenn sie pferdefreundlich eingesetzt und gesunderhaltend trainiert werden sollen. Und wenn sie profitabel sein sollen, müssen Abstriche gemacht werden. Das bedeutet: Viele Reiter lernen auf Schulpferden, die körperliche Probleme haben. Man lernt also als allererstes, dass normal ist, was nicht normal sein sollte, und dass Pferde halt so laufen. Beim Satteln weggehen. Sich dem Aufzäumen entziehen möchten. Beim Gurten schnappen. Oder einfach „brav“ alles mit sich machen lassen – weil sie dissoziieren.

Gibt es einen anderen Weg? Und wenn ja – wie? Und ich frage damit nicht nach „aber in der Reitschule, in der ich war, waren die Pferde alle total happy und gesund, du redest Blödsinn!!“ – denn dafür hätte ich gerne Belege, möchte die Pferde im Stand und in der Bewegung sehen. Mein erstes Pony war auch viel mehr reitbar als meine heutigen Pferde. Weil ich einfach nicht gesehen habe, was alles nicht in Ordnung war.

Ich frage nach wirklich tragfähigen Konzepten, um Lehrpferde motiviert und gesund zu erhalten und damit sie als Vorbild dienen können, wonach man sein eigenes Pferd aussuchen und woran man die eigene Arbeit mit diesem dann messen sollte. Lehrpferde, die den Schülern lebenslang als Paradebeispiel eines tragfähigen, bewegungsnormalen, psychisch ausgeglichenen Pferdes vor Augen bleiben. Und zugleich Lehrpferde, die genug Geld verdienen, um sich und ihren Menschen finanziell zu tragen.

Geht das?

Adresse

Schmachtenhagener DorfStr. 23
Schmachtenhagen
16515

Telefon

01629138843

Webseite

http://www.feine-reiterei-reha.de/

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Feine Reiterei erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen

Kategorie