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Puppy Yoga - eine Win Win Veranstaltung? Nein! Hier der Artikel
24/03/2025

Puppy Yoga - eine Win Win Veranstaltung? Nein! Hier der Artikel

Puppy Yoga: Finger weg!

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Das ist jetzt irgendwie schwierig: Ich gehe davon aus, dass meine Blogartikel fast ausschließlich von Tierbesitzer:innen gelesen werden, die natürlich nie auf so einen offensichtlich tierschutzwidrigen Lifestyle-Trend reinfallen würden. Da renne ich also mit Anlauf offene Türen ein. Deshalb würde ich ganz gegen meine sonstigen Gewohnheiten um lebhaftes Teilen dieses Textes bitten, damit er sich auch zu Personen verbreitet, die nicht die Sachkunde haben, um zu erkennen, dass sie da auf was reinfallen, was einfach nicht in Ordnung ist. Vielen Dank im voraus!

Irgendwann Anfang 2024 habe ich das erste Mal von Puppy Yoga gehört und schon Luft geholt und meine Finger gelockert, um mich dazu in der erforderlichen Schärfe zu äußern. Dann kamen mir dankenswerterweise verschiedene offizielle Stellen zuvor und haben sich eindeutig gegen diesen in meinen Augen typisch neodämlichen Trend positioniert. Also dachte ich, dass der Drops gelutscht wäre. Nun muss ich durch einen Artikel in einer unserer Fachzeitschriften (VETimpulse, 34. Jahrgang, Ausgabe 2, Februar 25) schockiert erfahren, dass dieser offensichtliche Quark immer noch lustig weiter angeboten wird. Da die VETimpulse natürlich nur in Fachkreisen gelesen wird, füge ich da mal meine Stimme dem Chor der Ablehnung hinzu.

Also, was ist Puppy Yoga? In aller Kürze: Eine Yoga-Stunde, bei der die ganze Zeit von den Veranstaltern sozusagen gemietete Hundewelpen (in der Regel ein Wurf einer Zuchtstätte) anwesend sind und sich da am Veranstaltungsort frei zwischen den Teilnehmer:innen bewegen. Die Stunde wird gern aufgeteilt in zum Beispiel 40 Minuten Yoga und 20 Minuten Beschäftigung mit den Welpen, gern beschrieben als „Kuscheln, Spielen und Fotografieren“. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Konzept für Leute, die keine Ahnung von Hunden haben, sie aber mögen, als durchaus attraktiv, herzig und süß rüberkommt. Wie VETimpulse schreibt: „Auf den ersten Blick erscheint es wie eine Win-Win-Situation. Die Welpen erfreuen die Besucher, die Besucher sozialisieren die Welpen. Doch der Schein trügt.“

Ja, der Schein trügt! Ein derartige Instrumentalisierung von in diesem Alter sehr vulnerablen Welpen für kommerzielle Lifestyle-Zwecke, die eigentlich keiner braucht, ist nicht nur nach meiner Meinung einfach tierschutzwidrig. Auf den gleichen Standpunkt stellen sich auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, der Deutsche Tierschutzbund, der zuständige Fachbereich der Ludwig-Maximilian-Universität München, das Veterinäramt Stuttgart und andere, das Schweizerische Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, der britische Tierschutzverein RSPCA und – last but not least – die italienische Regierung, die solche Veranstaltungen einfach pauschal untersagt hat.

Ich will hier jetzt gar nicht im Einzelnen auf die verhaltenskundlichen Gründe für eine strikte Ablehnung solcher (außer für den Geldbeutel der Veranstalter) nutzlosen Lifestyle-Events eingehen. Diese ethologischen Einwände werden in den verlinkten Stellungnahmen gründlich und für jede und jeden zugänglich erläutert.

Mir geht es um einen anderen und meiner Meinung nach ganz entscheidenden Punkt: Man könnte als zuständiges Veterinäramt solche Veranstaltungen eigentlich nur dann genehmigen, wenn man über die Mittel verfügen würde, die strikte Einhaltung einer korrekten und möglichst unschädlichen Durchführung durch den Einsatz von Undercover-Personal zu kontrollieren und zu gewährleisten. Da dieser Gedanke von vornherein illusorisch ist, sind Puppy-Yoga-Veranstaltungen in meinen Augen einfach nicht genehmigungsfähig! Das Missbrauchspotential ist viel zu hoch! Dieser Gedankengang wird bestätigt durch Undercover-Recherchen, die der britische Sender ITV (Channel 3) angestellt hat und die klar aufzeigen, dass bei solchen Events in der realen Welt eben doch ganz klare Tierschutzverletzungen vorkommen, von viel zu jungen Welpen über häufige Störungen schlafender Tiere bis hin zum verwehrten Zugang zu Wasser bei sehr hohen Raumtemperaturen, weil die Welpen bei ausreichendem Trinken ja zu oft pi***ln müssten.

Wie immer gilt: Es macht keinen Sinn, irgendwelche Regularien aufzustellen, wenn man ihre Einhaltung hinterher gar nicht kontrollieren kann. Zudem bedeuten Regularien automatisch auch eine Art Anerkennung solcher Aktivitäten, in dem Sinne „wenn ihr die Regeln x, y, z einhaltet, dann ist das, was ihr da tut, okay“. Es wird aber selbst unter Einhaltung beliebiger Regeln nie okay sein, weil für die Welpen – und nur um diese geht es – absolut keine Vorteile, sondern nur potenzielle Nachteile erkennbar sind. Wie das Schweizerische BLV in seiner Fachinformation ausführt: „Die Risiken für die Gesundheit und das Wohlergehen der Welpen müssen höher gewichtet werden als ein allfälliger Nutzen für die Teilnehmenden, die Tierhaltenden oder die Veranstalterin. Welpen können auf vielseitige Art und Weise sozialisiert werden, ohne sie den weiter unten ausgeführten Risiken aussetzen zu müssen.“

Vorbild in dieser Sache sollte uns also Italien sein, das – wie schon erwähnt – Puppy-Yoga-Events einfach pauschal untersagt hat. Das ist in meinen Augen die einzig richtige Vorgehensweise. Ich kann meine Kolleginnen und Kollegen in den Veterinärämtern nur ermutigen, da komplett auf stur zu schalten. Sollen die Veranstalter doch deswegen Klage einreichen! Vor Gericht wird die Sachlage angesichts der vorliegenden fachlichen Stellungnahmen und Gutachten wohl ziemlich schnell geklärt sein.

Und an Sie, die potenziellen Verbraucher:innen, die Sie vielleicht dran denken, so eine schräge Veranstaltung zu buchen, kann ich nur appellieren: Bitte lassen Sie es! Das Ganze ist einfach nicht akzeptabel. Machen Sie sich nicht mitschuldig und sparen sich das Geld. Yoga ist eine feine Sache. Sie können auch ruhig „Doga“ machen, also Ihren eigenen Hund zuhause in ihre Übungen einbeziehen. Aber lassen Sie bitte Welpen raus aus der Sache!

Ein Gesichtspunkt noch, vor allem für uns Gewohnheits-Hundehalter:innen: Speziell im Umfeld von Großstädten, in denen man Anbieter von Puppy-Yoga finden kann, mag es Sinn machen, die Verwendung eines Welpen, den man sich in der Zuchtstätte schon ausgesucht hat, für solche Events abzufragen und gegebenenfalls zu untersagen. Ich wäre jedenfalls absolut nicht begeistert, wenn ein für mich reservierter Welpe noch schnell für sowas missbraucht wird, kurz bevor ich ihn dann bekomme.

Die Links:
Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz TVT:
https://www.tierschutz-tvt.de/alle-merkblaetter-und-stellungnahmen/?no_cache=1&download=Stellungnahme_PuppyYoga.pdf&did=409
Stellungnahme des Instituts für Verhaltenskunde an der LMU München:
https://www.tierhyg.vetmed.uni-muenchen.de/aktuelles/nachrichten/hundewelpen-veranstaltungen/index.html
Fachinformation Tierschutz des Schweizerischen BLV:
https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/tiere/heim-und-wildtierhaltung/fachinformation_puppy_yoga.pdf.download.pdf/D%20Fachinformation%20Nr.%201.5%20(1)%20Puppy%20Yoga%20und%20%C3%A4hnliche%20Veranstaltungen%20mit%20Hundewelpen%20-%20Beurteilung%20der%20Tierschutzrelevanz,%20April%202024.pdf
Der Spiegel über das Verbot von Puppy Yoga in Italien:
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/puppy-yoga-italien-verbietet-yoga-mit-hundewelpen-a-229696d1-c484-4da6-b69c-f7e4256cea6a
Die Undercover-Recherche von ITV (englisch):
https://www.itv.com/news/2023-07-03/is-puppy-yoga-ethical-the-dark-side-of-a-growing-wellness-trend

Bleiben Sie mir gewogen, bis bald, Ihr

Ralph Rückert

© Ralph Rückert
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Deswegen bin ich Motglied im IBH e.V. 👍
11/12/2023

Deswegen bin ich Motglied im IBH e.V. 👍

⛔️ Keine Gewalt im Training, bei der Ausbildung & der Erziehung von Hunden! ⛔️

Besonders im Hundetraining ist der Begriff „Gewalt“ immer wieder hart umkämpft.

Es ist kein klarer oder eindeutig definierter Begriff. Weder in der Wissenschaft noch im allgemeinen Sprachgebrauch. Ob eine Handlung Gewalt ist, bewerten wir Menschen immer als Individuum. Gewalt ist das, was sich für uns falsch anfühlt – nicht aber unbedingt für den Ausübenden.

Was also der eine als gewaltvoll empfindet, kann für den anderen angemessen und notwendig sein. Eigene Erfahrungen beeinflussen das Empfinden ebenso, wie die eigene Haltung und Überzeugung. Wie Hunde Gewalt beurteilen, lässt ich daher extrem schwer sagen. Einzig ihre Körpersprache kann uns darüber Aufschluss geben.

In der Ausbildung von Hunden sind wir (eigentlich) weg von Schlägen, Stachelhalsband und Co. Darüber besteht in der Trainer:innenwelt ein breiter Konsens. Allerdings wird es bei anderen Maßnahmen, die keine direkte physische Gewalt ausüben, wieder uneins.

ℹ️ Für den IBH e.V. und seine Mitglieder definiert sich Gewalt am Hund natürlich durch alles, was ihm absichtlich Schmerzen zufügt. Sei es via Leinenruck, Kneifen oder andere direkte körperliche Einwirkungen.

ℹ️ Darüber hinaus definiert sich Gewalt für den IBH e.V durch alles, was den Hund absichtlich erschreckt, um sein momentanes Verhalten abzubrechen und damit (kurzfristig) zu hemmen. Dazu zählen z.B. der Einsatz einer Wasserpistole, einer Rütteldose, bedrohliches Zischen, Klatschen etc.

ℹ️ Ebenso gehört absichtliches körperliches Bedrängen/Bedrohen dazu, welches dazu dienen soll, dem Hund Grenzen aufzeigen oder ihm Respekt abnötigen will. Dazu gehört z.B. massives in den Weg stellen, sich „großmachen“, fixieren, blocken, „Raum“ beanspruchen, etc. pp.

Hunde passen ihr Verhalten rein situativ den Konsequenzen an, die dieses Verhalten in direkter Folge hat - ohne dabei zu einer Form von Einsicht in „falsch“ oder „richtig“ zu gelangen. Gezeigtes Demuts- oder Meideverhalten lässt sich NICHT als ein "Verstehen" der eingeforderten Regeln interpretieren.

Auf Gewalt im Hunde- & Tiertraining kann und MUSS daher verzichtet werden.

!


www.ibh-hundeschulen.org
Foto: castenoid - stock.adobe.com

06/05/2023

Heute fand der 1.Hilfe Kurs mit der Tierheilpraktikerin Ines Redlich statt. Jeder durfte auch direkt am lebendigen Hund üben wie man den Puls, den Herzschlag und die Atmung misst. Wie man Maulschlingen und Verbände richtig anlegt. Wie man in Schockzuständen richtig reagiert und welche 1. Hilfe man grundsätzlich leisten kann. Trotz des Wetters wieder eine wichtige und gelungene Veranstaltung.

21/01/2023

Hundeführerscheinkurs 2023 über den IBH

Vorbereitungskurse starten ca. Mitte/Ende März 2023. Die Prüfung soll ca. Ende Mai 2023 stattfinden.
Mit theoretischem Sachkundenachweis und praktischer Prüfung.

Wer Interesse hat, meldet sich einfach Fach. Dann gibt es nähere Infos :-)

21/01/2023
1. Hilfe Kurs am 6.5.2023 11 Uhr in Motzen (15749)Wie leiste ich 1. Hilfe für meinen Hund - Überhitzung beim Hund- Unter...
21/01/2023

1. Hilfe Kurs am 6.5.2023 11 Uhr in Motzen (15749)

Wie leiste ich 1. Hilfe für meinen Hund

- Überhitzung beim Hund
- Unterkühlung beim Hund
- Vitalwerte
- Gesunder Hund
- Kranker Hund
- Verbände
- Schock erkennen und behandeln
- Hausapotheke

Es sind noch 2 Plätze frei.
Mit Hand Out und Praxisanteil
79,- Euro
Meldet euch an :-)

Vorsicht ist besser als Nachsicht. Ein paar Tage den Hund durch die Leine sichern, kann das Leben eures Hundes retten.
29/12/2022

Vorsicht ist besser als Nachsicht. Ein paar Tage den Hund durch die Leine sichern, kann das Leben eures Hundes retten.

Alle Jahre wieder - der Countdown läuft❗️

Silvester naht in großen Schritten und die ersten Hunde, die durch Angst vor gezündeten Böllern entlaufen sind, wurden schon als vermisst gemeldet.

Passiert Euch nicht? Das haben schon einige Hundebesitzer vor Euch auch gedacht.
Also seid bitte so vernünftig und unterschätzt nicht die Gefahren!
Auch schusssichere Hunde können erschrecken und in Panik entlaufen - bedenkt dabei die vielen unterschiedlichen Frequenzen, von schrillen Pfeifern 🧨, bis hin zu Donnerschlägen 💣.

Vorsicht ist besser als Nachsicht!
Wie Ihr einen Hund richtig sichert, seht Ihr in unserem Video:

https://www.facebook.com/totehunde/videos/266799547099166/

Wir wünschen Euch einen entspannten Jahreswechsel, viel Glück und vor allem Gesundheit für das kommende Jahr! 🍀

(ab/idh)

Silvester naht und damit leider auch die Böllerei 💥 Manchen Hunden macht es nicht viel aus. Aber auch hier....Vorsicht: ...
20/12/2022

Silvester naht und damit leider auch die Böllerei 💥 Manchen Hunden macht es nicht viel aus. Aber auch hier....Vorsicht: Der Schein trügt! Manche Hunde reagieren mit Schreck, Angst und/oder sogar Panik. Leider kenne ich auch Kundenhunde die panisch davongelaufen sind. Manche waren über Tage weg. Daher: Es tut nicht weh, es kostet kein Geld...sichert eure Hunde. Auch die Reaktionen eurer Hunde können sich verändern. Habt einen guten Jahreswechsel und startet gesund in das neue Jahr.

Dein Hund ist geräuschempfindlich? Dann wird es jetzt höchste Eisenbahn! 🔥

Auch wenn wir glauben, uns wird es niemals passieren: Doch, es passiert.. 😞

Deswegen:

✅ Bitte sichere deinen Hund ausreichend und nimm ihn in der nächsten Zeit an die Leine

✅ keine Flexileine zum Jahresende!

✅ informiere Familienmitglieder und Betreuungspersonen, dass dein Hund zum Jahreswechsel angeleint bleiben muss

✅ Kinder sollten die Leine bitte nicht in der Hand halten, wenn Böller hoch gehen könnten

✅ ängstliche Hunde tragen bitte ein gut sitzendes Sicherheitsgeschirr

✅ zusätzlich sollte dein Angsthund eine zweite Leine an einem Zugstophalsband tragen

✅ eine der beiden Leinen wird am Körper befestigt

✅ dein Hund ist gechippt und bei Tasso registriert

✅ ein GPS-Empfänger am Hund kann Leben retten, insbesondere in der Silvesternacht

Ja, ich weiß: Alle Jahre wieder dieselben Tipps! 🙄

Aber: Alle Jahre wieder entlaufen hunderte von Hunden und alle Jahre wieder schafft es ein Teil dieser Hunde nicht, den Jahreswechsel zu überleben. 😓

Wir können die Knallerei nicht stoppen - aber wir können unsere Hunde schützen. 🙏🏻

Sei dabei, sichere deinen Hund und gehe mit gutem Vorbild voran.

Adresse

12355
Schönefeld
12529

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 18:00
Dienstag 09:00 - 18:00
Mittwoch 09:00 - 18:00
Donnerstag 09:00 - 18:00
Freitag 09:00 - 18:00
Samstag 09:00 - 18:00

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