06/04/2026
Schweinefüße - Schweinekrankheit - schmerzfreies Leben???
Dies sind zufällige aber eben auch alltägliche Bilder von Tieren auf Lebenshöfen, Gnadenhöfen, Tierschutzeinrichtungen, bei Privathaltern von Heimtieren ... von Nord bis Süd und Ost nach West in ganz Deutschland, Österreich etc.
Diese Schweine sind Tiere aus der Landwirtschaft, wo sie einzig zur Gewinnung ihres Fleisches für Nahrung der Menschen durch Schlachtung nach kurzem Leben geschaffen wurden und durch Zuchtauswahl dafür entstehen konnten.
Das Ziel ist hier nicht und niemals ein gesundes und schmerzfreies oder gar natürlich langes Leben. Das Ziel ist ein Schlachtkörper mit entfernt von der Biologie festgelegten Messgrößen (Muskelmasse, Fettanteil, pH-Wert etc.). Diese erfüllten die einzelnen Exemplare - oder auch nicht, weshalb sie noch früher aus dem Geschehen genommen wurden.
Nun kommt da Problem. Menschen mit mehr Empathie und Emotionen als Fachwissen, Erfahrung und Realitätsnähe möchten den Tieren helfen, bzw. zu einem gesunden langen Leben verhelfen, das sie als „glücklich“ vorhersehen. Faktisch ist das nicht machbar.
Wenn man - wie ich durch Beobachtung, Kombinationsgabe und Erfahrung seit etwa 1990, gepaart mit Ausbildung in der Landwirtschaft und permanenter Weiterbildung ebendort - pro Tier urteilt - ist garantiert nur der Zustand nach dem Tod schmerzfrei.
Diese Bilder zeigen die normalen durchschnittlichen Klauen und Beine von Großschweinen, wie sie mir begegnen oder im Idealfall auch als Patienten vorgestellt werden. Sie sind allesamt krank, meist auch chronisch krank ohne Perspektive auf Ausheilung. Das hat viele Faktoren. Erbanlagen, Zustand des Körperbaus, Stoffwechsel durch (meist sehr falsche, aber kaum machbar gute) Fütterung, zu wenig Lebensraum, zu wenig Betreuung, zu wenig Geld für die Aufgaben dieser nicht der Norm eines gesunden Körpers entsprechenden Behinderung.
Es ist trotzdem sehr viel in die richtige Richtung passiert in den letzten fünf Jahren. Fachwissen aus der Landwirtschaft der Schweinefleischzüchter (Klauenpflegemaßnahmen regelmässig bei Zuchtsauen und Zuchtebern aufgrund der Stallhaltung) und Schweinemäster (Entscheidung zu Tötungszeitpunkt) wird unverzichtbar, gepaart mit dem eher geringen Hintergrundwisssen der Veterinärmedizin, auch der Fachtierärzte für Schweine, - schlicht weil diese ja keine anderen Tiere je begleitet haben außerhalb des geplanten Schlachtweges (beispielsweise getreidefreie Fütterung) - ist Grundaufgabe für jeden Tierhalter, der sich diese Aufgabe selbst gegeben hat. Unverzichtbare Hilfsmittel wie Behandlungsstand, Maschinen, Werkzeug, Behandlungsmittel, Tiertraining schließen ein stimmiges Konzept.
Das Ziel ist und bleibt unverhandelbar, all diese schlechten Zustände zu vermeiden. Jedes Tier hat nur sein eines Leben, und das muss gut sein, nicht lang.
Der Aufwand für ein gutes UND langes Leben muss daher vorher genau überlegt sein. Planung vor der Umsetzung in die Tat ist die Königsklasse.
Das ist dann der wirkliche Tierschutz als Schutz des Tieres vor dem Menschen.
Schnelle Tierrettung ist nur eine populistische Selbstdarstellung, die oft den guten Glauben der Unterstützer schnelllebig ausnutzt.
Meine Vision sind Schweine, die betreut werden von Menschen, die eine Vision haben von einem wirklich gesunden Schwein, wie das aussieht, wie das lebt, wie das läuft, wie das rennt ... und wissen, was dafür alles benötigt wird.