12/04/2026
Sabulöse Cystitis beim Pferd – ein oft unterschätztes Krankheitsbild
Eine mögliche Ursache für Inkontinenz beim Pferd ist die sog. sabulöse Cystitis. Dabei kommt es zu sandartigen, kristalloiden Ablagerungen ventral in der Harnblase. Diese führen zu mechanischer Irritation, wodurch Entzündungen und Ulzerationen der Blasenschleimhaut entstehen können. Sekundär kommt es oft zu bakteriellen Infektionen und die Produktion von Ammoniak kann irritierend auf die Harnblasenwand wirken.
Ursächlich für die sabulöse Cystitis sind Harnblasenentleerungsstörungen. Diese treten entweder im Rahmen neurologischer Erkrankungen (z.B. im Rahmen eines Cauda equina Syndroms, nach EHM, Polyneuritis equi) auf, wobei je nach Lokalisation der neurologischen Schädigung und klinischer Symptomatik zwischen sog. „upper motor neuron“ oder „lower motor neuron“ bladder unterschieden wird. Klinische Beobachtungen zeigen, dass ca. 50 % der Pferde mit sabulöser Cystitis neurologische Defizite aufweisen. Ohne zusätzliche neurologische Problematik geht man meist vom Vorliegen einer idiopathischen Harnblasenparese oder -paralyse aus.
Die therapeutischen Ansätze sind meistens multimodal und beinhalten Harnblasenspülung(en), Entzündungshemmer, Antibiose bei bakterieller Infektion und bei Bedarf auch Medikamente zur Förderung der Blasenentleerung. Langfristig erfolgt das Management der Erkrankung u.a. mittels Fütterungsanpassung, unter anderem mit dem Versuch den pH des Harns zu senken, um die kristalloiden Ablagerungen zu reduzieren, aber auch Phytotherapie.
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