22/05/2026
Amadeus - fünf Tage zwischen Hoffen und Bangen.
Bei manchen Anfragen zuckt alles in einem. Goldhamster Amadeus sollte abgegeben werden, weil die Besitzer sich keinen Tierarztbesuch leisten konnten. Nach einigem Hin und Her klappte die Übergabe dann doch noch, und der kleine Mann wurde von uns in Obhut genommen.
Und wir waren sprachlos: Was wir sahen, war ein apathisches Tier mit einem riesigen Tumor an der Vorderpfote, der bereits aufgeplatzt und verkrustet war und roch. Zudem hatte er einen Knubbel an der Hüfte sowie Atemgeräusche und er war stark abgemagert. Der erste Impuls war, ihn unverzüglich erlösen zu lassen. Doch etwas sagte, Nein. Denn Amadeus zeigte nach der Gabe von Schmerzmitteln auf einmal Lebensgeister, er begann zu fressen und wir beschlossen, ihn am nächsten Tag regulär in unserer Tierarztpraxis vorzustellen.
Die Ärztin bestätigte, dass der große Tumor an der Vorderpfote operabel sei, das Tier aber im aktuellen Zustand die OP nicht schaffen würde - also versuchten wir unser Bestes, ihn zu päppeln und medikamentös zu stabilisieren. Ein paar Tage ging das gut, und er zeigte Aktivität und Lebenswillen. Doch auf einmal wurde deutlich, dass wir gegen etwas kämpften, das stärker ist als wir.
Nur fünf Tage nach seiner Aufnahme, ließen wir Amadeus gehen. Für ihn kam unsere Hilfe zu spät. Seine Tumore und der Atemwegsinfekt waren zu weit fortgeschritten, und der kleine Körper hatte nicht mehr die Kraft, dagegen anzukämpfen.
Amadeus durfte in Würde sterben, wenigstens das. Doch man will sich die Höllenqualen nicht ausmalen, die er in den letzten Wochen seines Lebens durchstehen musste. Bis fast zuletzt musste er in einem Gitterknast mit einem viel zu kleinen Laufrad verbringen, und als es endlich möglich gewesen wäre, ein schönes Alter zu verleben, war seine Zeit schon abgelaufen.
Uns beibt nur die Trauer, die Wut und immerhin die Gewissheit, dass wir alles Menschenmögliche versucht haben, auch wenn wir ihm nur noch den schmerzfreien Tod schenken konnten.
Run free, kleine tapfere Seele. Jetzt hast du wenigstens keine Schmerzen mehr.
Unser besonderer Dank gilt der , die uns toll unterstützt hat.