06/12/2023
… weil‘s wahr ist und Corinnas Gedanken einfach immer lesenswert sind: 👇🏻
Was DU dazu beitragen kannst!
Die Entwicklungen in der aktuellen Hundewelt sind mehr als besorgniserregend.
Immer mehr Hunde passen nicht mehr in das Leben ihrer Menschen. Extreme Verhaltensauffälligkeiten sowie Bissverletzungen sind keine Seltenheit mehr. Hunde können gefährlich sein.
Doch ich möchte hier jetzt gar nicht von Extremfällen sprechen, sondern von "ganz normalen" Hunden.
Die Erwartungen an das Leben mit Hund sind schon lange nicht mehr deckungsgleich mit dem, was der Realität entspricht.
Was DU dazu beitragen kannst, dass sich das wieder ändert und Hundehaltung wieder ein realistischeres Bild in der heutigen Welt erlangt?
Sei ehrlich. Egal ob hier auf Social Media oder im Real Life. Gehe im Freundes- und Bekanntenkreis offen und ehrlich damit um, vor welchen Herausforderungen dich dein Hund stellt oder gestellt hat. Berichte darüber, wie anstrengend die Welpen- und Junghundezeit oft ist. Erzähle von den Startschwierigkeiten nach dem Einzug des Hundes.
Womit hast du nicht gerechnet?
Wieviel Zeit nimmt dir Erziehung und Versorgung des Hundes in Anspruch?
Was bereitet dir Sorgen?
Welche Schwierigkeiten traten auf?
Was bringt dich an deine Grenzen?
Erziehung ist anstrengend. Es kostet Zeit, Energie und Nerven.
Das ehrliche Arbeiten mit dem Hund, an der Beziehung. Das zueinander finden, das sich Kennenlernen und auch das Zurechtkommen mit dem Nichteintreten von bestimmten Erwartungen an das Gegenüber. Persönlichkeit kann man nicht backen, die ist da. Unsere Aufgabe ist es diese Persönlichkeit im Rahmen der Erziehung zu einer guten Version heranwachsen zu lassen.
Damit einher geht immer das Setzen von Grenzen und offene sowie ehrliche Gespräche über Konflikte.
So lange Hundehaltung weiterhin in ihrer Außenwirkung die "Easy Peasy Kinderspiel" Mentalität nicht verliert, wird sich auch nichts daran ändern, dass Hunde unüberlegt angeschafft werden.
Eine Stimme ist leise, viele Stimmen sind laut.
Deswegen sei ehrlich mit deinen Mitmenschen, wenn sie sich bei dir nach dem Leben mit Hund erkundigen. Sei offen über die Rasse, die bei dir lebt. Berichte eher von den Schwierigkeiten, das Schöne sehen die Menschen sowieso.
Natürlich ist es auch schön und lebenswert. Und natürlich macht es auch Spaß.
Aber das macht es vorallem dann, wenn der Hund in das Leben und zu den Lebensumständen passt und, wenn man dazu bereit ist, sich auf das Abenteuer der Erziehung einzulassen. Mit allem was dazu gehört.
Was ich mir wünsche?
Weniger "So habe ich mir das nicht vorgestellt".
Mehr Reflexion im Vorfeld in Bezug auf die Auswahl des Hundes.
Weniger "Wir dachten, das geht schon ohne Hundeschule."
Mehr Einsicht, dass Beratung von Beginn an präventiv vieles Vorbeugen kann und Probleme so erst gar nicht groß werden (und btw. auch oft in der Summe deutlich günstiger als Einzelberatungen im Erwachsenenalter).