05/06/2026
25. Mai 2026
Unser Tag auf Meran 2000
Nachdem wir den Tag davor ein bisschen ruhiger gemacht hatten, wusste ich schon beim Aufstehen, heute passiert wieder etwas Besonderes. Frauchen hatte dieses kleine Funkeln in den Augen, das immer bedeutet, dass wir irgendwohin fahren, wo die Welt ein bisschen größer ist.
Und tatsächlich wir fuhren mit Stefan und seiner Frau nach Meran.
Ich sah schon von weitem die Seilbahn. Aber diesmal ging's rauf nach Meran 2000.
Ich war erleichtert, dass ich auch hier keinen Maulkorb brauchte. Ein Profi wie ich, der schon das Vigiljoch gemeistert hat, braucht schließlich freie Schnauze zum Atmen, Gucken und gelegentlichem Kommentieren.
Mit der Seilbahn ging es ganz schön hoch. Aber ich dachte nur:"Benni, du bist jetzt ein Bergsteiger-Westie, ein richtiger."
Und mit diesem Gedanken fühlte sich die Höhe gar nicht mehr so hoch an.
Oben angekommen haben wir erst einmal die schöne Aussicht bewundert. Frauchen stand ganz still neben mir. Ich glaube, sie hat in diesem Moment genauso tief geatmet wie ich. Manchmal braucht man nur einen Blick über die Berge, um zu merken wie schön die Welt ist.
Dann sind wir losgelaufen und obwohl wir so weit oben waren, war es trotzdem richtig heiß. Gut, dass wir Getränke dabei hatten. Der Weg ging immer weiter hinauf, Schritt für Schritt. Bis wir zu einer großen Hütte kamen. Und dann kam der Moment, der meinen ganzen Tag zum Strahlen gebracht hat.
Schnee.
Echter Schnee.
Im Mai.
Ich konnte es kaum glauben. Ich hab nicht lange überlegt. Ich hab mich einfach hingelegt, direkt mit dem Bäuchlein rein, und mein Schwänzchen stand so hoch, dass Frauchen meinte, es sehe aus wie eine Benni- Antenne.
Ich glaube, sie hatte Recht, ich war so glücklich, dass ich fast geflattert habe wie ein kleiner weißer Vogel. Ich wollte gar nicht mehr raus aus dem Schnee und als ich Frauchen ansah, dachte ich kurz, sie würde sich vielleicht auch reinwerfen. Hehe, die Vorstellung war so komisch, dass ich fast vor Lachen in den Schnee gepieselt hätte.
Es war so schön dort oben, so ruhig, so weit, so voller kleiner Glücksmomente, dass ich am liebsten für immer geblieben wäre. Manchmal gibt es Orte, an denen man merkt, hier fühlt sich auch die Seele wohl. Ich glaube, Frauchen hat das genauso gespürt wie ich.
In der Nacht habe ich dann schön geträumt. Frauchen und ich für immer oben auf dem Berg. Auf einer bunten Wiese. Wo die Luft nach Sonne und Schnee riecht und die Welt ganz weit wird. Ich habe im Traum die Pfötchen bewegt, als würde ich noch einmal den Weg hochlaufen. Schritt für Schritt ganz leicht. Als hätte der Berg mich getragen.
Frauchen hat mir am Morgen erzählt, dass meine Beinchen die ganze Nacht noch gelaufen sind. Ich glaube mein Körper wusste einfach nicht, dass wir längst wieder unten waren. Vielleicht wollte er auch gar nicht runter. Vielleicht wollte er noch ein bisschen dort bleiben, wo die Wiese bunt war, der Schnee kühl und Frauchen's Lachen so hell wie die Bergluft.
Manchmal wenn ein Tag besonders schön war, läuft man im Schlaf weiter, weil das Herz noch nicht fertig ist mit Glück. Und ich glaube genau das ist passiert. Ich bin einfach weitergelaufen. Zu Frauchen hin, zu dem Berg hin, zu diesem Gefühl von:"Hier möchte ich bleiben." Und Frauchen hat mich beobachtet, wie meine Pfötchen gezuckt haben und ich wette, sie hat gelächelt. Vielleicht hat sie sogar gedacht, dass sie gerne mitgeträumt hätte. Denn manchmal träumen wir beide denselben Traum, nur jeder auf seine Art.
Fortsetzung folgt
Tschüss für heute Euer Benni