25/08/2026
Tiermedizinischer Notfall: Pyometra (Gebärmutterentzündung)
Wir konnten heute zufällig Haltern, die uns um Rat gebeten hatten, da es der Hündin nicht gut ging, den entscheidenden Tipp geben. Das ist für uns der Anlass, mit diesem Info-Post für diesen Notfall zu sensibilisieren.
Eine Pyometra – eine eitrige Gebärmutterentzündung – ist ein medizinischer Notfall, unkastrierte Hündinnen betreffen kann. Sie kann sich innerhalb kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand entwickeln.
Folgende Symptome sollten Halterinnen und Halter ernst nehmen:
• deutlich mehr Durst und häufigeres Wasserlassen
• Appetitlosigkeit oder Futterverweigerung
• Müdigkeit, Schwäche oder ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit
• Fieber – manchmal kann die Körpertemperatur aber auch normal oder sogar erniedrigt sein
• Erbrechen oder Durchfall
• gespannter, schmerzhafter oder auffällig vergrößerter Bauch
• starkes Hecheln oder Unruhe
• übelriechender, eitriger, gelblicher oder blutiger Ausfluss aus der Scheide
Wichtig an dieser Stelle: Kein Ausfluss bedeutet nicht, dass keine Gebärmutterentzündung vorliegt! Bei einer sogenannten geschlossenen Pyometra kann sich der Eiter in der Gebärmutter sammeln, ohne dass etwas nach außen abfließt. Diese Form ist besonders tückisch.
Wann wird es zum akuten Notfall?
Wenn eine unkastrierte Hündin nach der Läufigkeit plötzlich deutlich mehr trinkt, nicht fressen möchte, schlapp wirkt, erbricht, einen schmerzhaften Bauch bekommt oder sich ihr Allgemeinzustand sichtbar verschlechtert, sollte eine Pyometra sofort tierärztlich abgeklärt werden.
Bei Schwäche, Kreislaufproblemen, starkem Hecheln, blassen Schleimhäuten, wiederholtem Erbrechen, einem aufgeblähten Bauch oder Bewusstseinsstörungen gilt: Nicht abwarten – direkt in eine Tierklinik oder zum tierärztlichen Notdienst!
Eine Pyometra kann zu einer Blutvergiftung (Sepsis), Kreislaufversagen und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Die Diagnose kann nur tierärztlich gestellt werden, unter anderem mithilfe von Blutwerten und Ultraschall. Häufig ist eine schnelle operative Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken die notwendige Behandlung.
Deshalb der Appell an alle Hundehalter:
Kennt euren Hund und nehmt Veränderungen ernst. Gerade nach einer Läufigkeit sollte eine unkastrierte Hündin bei den genannten Symptomen nicht einfach „beobachtet“ werden. Bei Verdacht zählt Zeit. Lieber einmal zu früh zum Tierarzt als einmal zu spät.
Danke fürs Lesen und gerne teilen. Manchmal ist man froh, wenn man einen Impuls bekommt, der einen im Alltag mit seiner Hündin wieder aufmerksamer sein lässt.