06/11/2021
Seit dem 1.Januar 2017 ist unsere Tierklinik Regensburg das neue Tiergesundheitszentrum Regensburg.
Der Wolf als Allesfresser und gelegentlicher Fleischfresser
Es ist unstreitig, dass unsere Hunde vom Wolf abstammen. Studien der letzten Jahre besagen, dass die Domestikation des Hundes vor über 35 tausend Jahren oder noch früher begann. Der moderne Wolf ist ebenso wie der Haushund in hohem Maße ein Produkt des Einflusses des Menschen, und dies insbesondere in Bezug auf seine Ernährung. Im Beutespektrum des modernen Wolfes dominieren je nach Region vor allem Elche, Hirsche, Bisons und Karibus. Bei uns Menschen führte diese Beobachtung zu der Erkenntnis, dass es sich hierbei um die natürliche Nahrung von Wölfen handeln müsse, und dass Wölfe wie auch Haushunde deshalb nahezu reine Carnivoren sind. Durch die Entwicklung der Landwirtschaft vor über 10 Tausend Jahren und die Ausbreitung des Menschen kam es zu einer erheblichen Einschränkung des Nahrungsspektrums des Wolfes, welches nicht unbedingt dem seiner Vergangenheit entspricht. Die Tatsache, dass der moderne Wolf überwiegend große Huftiere jagt, ist das Resultat der Einschränkung seiner Futterwahlmöglichkeiten und der Konkurrenz durch andere Jäger. Letztere These wird durch verschiedene Aspekte der Anatomie des Wolfes gestützt. So zeigt das Gebiss des Wolfes Ähnlichkeiten mit dem des allesfressenden Schakals. Aufgrund seines gegenwärtigen Nahrungsspektrums aus Säugetieren, Schlangen, Reptilien, Vö**ln und deren Eiern, Fischen, Primaten, Aas, Beeren, Gemüse und Obst und der Morphologie seines Gebisses kann der moderne Wolf als fakultativer Carnivore eingestuft werden. Das heißt Wölfe können Fleisch fressen, müssen es aber nicht. Die Ernährungsgewohnheiten des frühen Wolfes vor der Verfolgung durch den Menschen und vor der Einschränkung seines Lebensraumes durch den Menschen waren deutlich vielseitiger und eher omnivorer Natur. Der frühe Wolf war also eher ein Allesfresser, der auf der Grundlage einer vollständig tierfreien Nahrung überleben konnte.