17/01/2026
Ich komme zu vielen Hunden mit Verhaltensauffälligkeiten und im ersten Telefonat weise ich schon darauf hin, dass es ohne Training nicht geht. Diesen gewissen Zauberspruch gibt es leider nicht. Aber bei vielen meiner Kunden stellt sich heraus, dass sie wohl doch insgeheim darauf gehofft haben. Eine Stunde Hundetrainer muss reichen, dann muss das mit meinem Hund funktionieren. Bei manchen mit Hundeerfahrung mag das klappen. Bei den meisten jedoch nicht.
Ich habe den Eindruck, dass sie die unbewusst Erwartungen haben, dass es mit ihrem Hund erst schön sein wird, wenn der Hund endlich gut erzogen ist. Die Arbeit vorher ist lästig und muss möglichst schnell erledigt werden. Und das kann nicht funktionieren. Der Hund merkt, dass er nicht gut genug ist. Und das ist Gift für die Beziehung.
Ich muss den gemeinsamen Weg, die Arbeit mit meinem Hund genießen. Muss mich auf jede Übungseinheiten und über jeden kleinen Erfolg freuen können. Muss Rückschläge als normal ansehen und die Motivation daraus schöpfen, vielleicht etwas anderes zu versuchen und gemeinsam daran zu wachsen. Ich muss lernen wie mein Hund tickt und auch an meinem Umgang mit ihm arbeitet. Nur so kann DIE Beziehung entstehen, die ich mir wünsche. Eine Beziehung voll Vertrauen weil wir den Weg gemeinsam geschafft haben und uns jetzt besser verstehen.
Ist ein Mensch dazu nicht bereit, wird es nichts werden mit der guten Beziehung. Da kann er so viele Hundetrainer ausprobieren wie er möchte.
Der Hund ist ein Familienmitglied das verstanden und geliebt werden will, dass Aufmerksamkeit und Geduld braucht genau so wie Struktur, Konsequenz und klare Grenzen.
Genießt euren gemeinsamen Weg.
Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut 🙏
Wie blickt ihr auf euren gemeinsamen Werdegang zurück?
Foto: 😘