05/06/2026
HTS-Team-Freitag
Es ist wieder HTS-Team Freitag und ich habe mir ein paar Gedanken zu folgendem Thema gemacht.
„AUSLASTEN MEINES HUNDES!“
Ich habe mir oft die Frage gestellt, wie wohl der Gedanke entstanden ist, seinen Hund „auslasten zu müssen/wollen.
In meiner Jugend (70er Jahre) gab es als Familien-Hunderassen: Pudel, Dackel, Boxer, Dobermann und Schäferhunde als häufigste Rassen in Familien. Ab und zu gab es noch Bernhardiner, aber das war es schon deutlich seltener.
Damals ging man mit seinem Hund spazieren und hat im Garten mit ihm gespielt. Im Prinzip waren die Hunde zu dieser Zeit einfach bei den Familienausflügen mit dabei.
Von Auslastung per se war nie die Rede. Die Hunde haben unser Leben entspannt begleitet und waren größtenteils unauffällig.
Mir ist im Laufe der Jahre aufgefallen, dass immer mehr verschiedene Rassen aufgetaucht sind, die ich teilweise gar nicht kannte und die zu bestimmten Arbeiten für den Menschen über die Zucht spezialisiert wurden. Ob für die Jagd oder Landwirtschaft, eben zum Nutzen der Tierhalter. Sie waren eher selten und somit auch interessant als Familienhund, eben, um auch einen besonderen Hund zu halten.
Ich vermute mal, dass es da auch zu unterschiedlichen Erwartungshaltungen zwischen Halter und Hund gekommen ist. ‚Der Hund sei nicht mehr als Arbeitshund eingesetzt worden und müsse daher anders ausgelastet werden.‘
Allerdings konnte man beobachten, dass einige Hunde immer nervöser wurden, je
mehr sie ausgelastet wurden.
Unsere Boxerhündin damals war eine extrovertierte „wilde Hummel“ und war nur ausgeglichen, wenn sie genug Ruhe hatte. Für mich war klar, sie brauchte nicht noch mehr Auslastung. Also begann ich verschiedene Hunde bei Freunden und Bekannten zu beobachten und es war häufig zu sehen, dass die Tiere ausgeglichener waren, wenn sie weniger Außenreizen ausgesetzt waren.
Bei einigen meiner Auslandaufenthalte, in denen ich wild lebende Hunde beobachten konnte, habe ich festgestellt, dass diese sich hauptsächlich mit schlafen, ruhen, gegenseitiger Pflege, genüssliche Nahrungsaufnahme und gemütlichem balgen im Liegen beschäftigt haben. Sollten sie einmal etwas energetischer unterwegs gewesen sein, dann nur um Nahrung aufzutreiben oder Ressourcen zu verteidigen, was nach kurzer Aufregung, gleich wieder mit ruhigem Verhalten endete.
Tatsächlich kam es mir so vor, als ob sie ihre Kräfte nicht unnütz vergeudeten.
Wenn ich jetzt meinen Hund beobachte (einen Australian Cattle Dog - gezüchtet um Rinder zu treiben) und mich lediglich um seine Bedürfnisse kümmere, dann schläft er am Tag 19 Stunden. In den restlichen 5 Stunden wird Nahrung aufgenommen, wir stiefeln durch den Wald er beobachtet mich bei der Stallarbeit und spielen natürlich auch miteinander. Fertig. Er ist super ausgeglichen und kann natürlich auch viel Energie aufwenden, wenn wir zum See fahren um gemeinsam zu schwimmen, oder auch mal am Pferd mitzulaufen. Das alles machen wir aber nur in überschaubarer Zeit und Energie-Level.
Danach wird lange geschlafen und pausiert.
Ich finde wichtig, dass man jedes Mensch-Hund-Team individuell betrachten sollte, aber mein Fazit daraus ist“ In der Ruhe liegt die Kraft.“
Natürlich interessiert mich auch was ihr bei Euch und euren Hunden beobachten konntet. Ich freue mich schon auf eure Bemerkungen dazu.
Liebe Grüße,
Jeanette und Cooper