11/06/2026
Augen auf bei der Berufs- äh Hundewahl …👀
Ein bisschen anders haben wir uns diesen Job damals schon vorgestellt.
In letzter Zeit häufen sich die Anfragen, bei denen man sich ernsthaft fragt, wer hier eigentlich zuerst eine fragwürdige Entscheidung getroffen hat. Der Mensch, der sich genau diesen Hund ausgesucht hat? Der Tierschutzverein, der Züchter oder der Privatverkäufer, die genau diesen Hund an genau diesen Menschen vermittelt haben? Oder vielleicht einfach alle gemeinsam?
Gefühlt verbringen wir immer mehr Zeit damit, Hund und Halter irgendwie notdürftig in der Mitte zusammenzuflicken, obwohl beide eigentlich auf völlig verschiedenen Planeten leben.
Ja, Hunde sind anpassungsfähig. Ja, Hunde profitieren vom Zusammenleben mit Menschen. Aber nur weil ein Hund vieles ertragen *kann*, heißt das noch lange nicht, dass er alles ertragen *sollte*.
Mittlerweile sitzen regelmäßig Mensch-Hund-Kombinationen vor uns, bei denen nach zehn Minuten Training die erste existenzielle Krise einsetzt. Nicht beim Hund. Bei uns.
Da trifft der knallharte Arbeitshund auf Menschen, die eigentlich einen flauschigen Sofabewohner gesucht haben. Der jagdlich motivierte Spezialist soll plötzlich zum entspannten Stadtbegleiter werden. Der Anführer einer Straßenhundgang soll zum Behindertenbegleithund werden.
Oder schlussendlich der Hund, der schon mit seiner eigenen Existenz überfordert ist, landet bei jemandem, der eigentlich „einfach nur einen netten Hund“ retten wollte.
Und jedes Mal stellt sich dieselbe Frage: Wie genau kam es zu dieser Entscheidung?
Früher konnte man Hunde bei Quelle per Katalog bestellen. Heute heißt das Internet. Der Unterschied? Damals musste man wenigstens noch auf die Lieferung warten. Heute reicht ein Klick, ein hübsches Foto und eine rührende Beschreibung – und schon zieht das vermeintlich perfekte Hündchen ein.
Ob Hund, Mensch oder Vermittler sich vorher Gedanken gemacht haben, scheint dabei manchmal eher optional zu sein.
Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen macht die Sache übrigens nicht besser. Es ist kein Einzelfall. Es ist inzwischen Alltag.
Arbeitslos werden wir also sicher nicht.🤫
Alt vermutlich auch nicht. Dafür sorgen schon die Menschen, die einen Ferrari 🚘 kaufen und dann überrascht feststellen, dass er kein Fahrrad 🚲 ist. Nur dass am anderen Ende der Leine eben ein Lebewesen hängt 🐕
🐾🐺