10/05/2026
Die Koppelsaison startet morgen mit 1 Stunde Weidezeit für die Pferde, aber eigentlich hat die Saison bereits vor 2 Wochen begonnen, als mit 10 Minuten grasen an der Hand gestartet wurde und alle 2 Tage um 5 weitere Minuten gesteigert wurde.
Und von der 1 Stunde Weidezeit wird ebenso weiter behutsam die Zeit gesteigert bis auf etwa 5 Stunden Weidezeit den Sommer über.
Doch warum sollten Pferde überhaupt so langsam angegrast werden?
Die Antwort ist, weil im Pferdedarm Milliarden von verschiedenen Arten von Bakterien leben, die jeweils verschiedene Aufgaben erfüllen.
Wird vermehrt Heu im Winter gefüttert, so gibt es mehr Bakterien die sich um mehr strukturreiche Fasern und Cellulose kümmern.
Im Sommer hingegen sinkt der Anteil jener Bakterien geringfügig und andere Bakterien vermehren sich etwas mehr, die sich dann um die Kohlenhydrate im Gras kümmern, also leicht verfügbaren Zucker, Stärke und Fruktan.
Wenn nun Pferde zu schnell zu viel Gras fressen würden, so würden sich die Bakterien die sich auf einfacher Zucker spezialisiert haben zu schnell vermehren und viel Milchsäure produzieren, womit der Darm zu sauer wird.
Das wiederum mögen jene Bakterien nicht, die sich auf strukturreiche Fasern und Cellulose spezialisiert haben, da sie eher einen neutraleren ph-Wert benötigen. Diese würden dann teils absterben, und die damit entstehenden Endotoxine führen dann zu Fehlgärungen.
Bestenfalls gibt es dann Durchfall, schlimmstenfalls aber Koliken oder Hufrehe, welche für Pferde lebensbedrohlich sind.
Die Futterumstellung sollte also eher langsam erfolgen, sodass einerseits der Darm die Säure etwas mit Wasser abpuffern kann, andererseits sich Mikroorganismen anhäufen die die Milchsäure verstoffwechseln also abbauen, heißt, alles in Allem muss sich erst langsam ein Neues Gleichgewicht im Darm bilden, was ein paar Wochen in Anspruch nehmen kann.
Das Gleichgewicht ist dabei dynamisch, heißt es ist immer im Wandel um sich auf verschiedenste Veränderungen der Futtersituation anpassen zu können.