05/05/2026
Run free, lieber Emil! 🌈🐾🐾
Fast 13 Jahre hast du uns auf dem Hof begleitet. Ein kleiner, schüchterner Bub mit gerade mal 5 Monaten, der große Angst vor allem hatte und Menschen nicht freiwillig an sich heranließ, wurde über die Jahre zu einem stattlichen Rüden, der am Ende mit einem eher sanften Wesen Streicheleinheiten genießen konnte.
Manche Hunde finden bei uns auf dem Hof ihre endgültige Heimat und ihre Familie. Du hattest hier immer deine festen Freunde. Dein allerbester Freund Jamie ist dir vorausgegangen und hat dich gestern sicherlich freudig am anderen Ende des Regenbogens empfangen. Auch deine Bezugsperson Andrea ist nun wieder bei dir.
Im Rudel hast du dich wohlgefühlt und warst der Anführer. Fremde Menschen blieben dir bis ins hohe Alter suspekt. Seit einem Jahr konntest du deine Umgebung leider nicht mehr sehen, hast dich aber sehr gut zurechtgefunden. Leider kam zum fehlenden Sehvermögen immer mehr körperliche Schwäche hinzu. Das Aufstehen wurde mühsamer, der Gang wackelig, aber mit Hilfe von Schmerzmitteln ging es dir lange gut.
Seit ein paar Wochen konntest du fressen, was du wolltest, es blieb einfach nichts mehr an den Rippen hängen. Das Wackeln führte manchmal zum Torkeln und wir Zweibeiner begannen langsam zu überlegen, wann der „richtige Zeitpunkt“ gekommen ist, um dich gehen zu lassen. Es war nicht so einfach, denn dein Kopf war da, die Freude, wenn jemand „zu Besuch“ kam, war da, der Appetit war da.
Du hattest dein festes Rudel um dich und hast dich bis zum letzten Tag wohlgefühlt. Du hast den Frühling genossen, die warmen Sonnenstrahlen, hast mit den anderen das „Jungvolk“ im Nachbargehege angekläfft, wenn sie es mal wieder übertrieben haben, und lagst gerne unter „deinem“ Busch. Deine größte Freude und deine wahre Familie war über all die Jahre die liebe Bianca. Sie hat dich auf deinem ganzen Lebensweg begleitet. Sie ist mit dir und dem restlichen Rudel Gassi gegangen, hat euch all das beigebracht, was ihr in einem neuen Zuhause auch gelernt hättet, hat viele Stunden mit Fellpflege, Intelligenzspielen oder einfach nur Kuscheln mit dir und den anderen verbracht. Ihr hast du vertraut, sie abgöttisch geliebt und solch eine Freude in den Augen gehabt, wenn du nur ihr Auto gehört hast. Früher konntest du die Spaziergänge kaum erwarten, jetzt war es einfach ihre Nähe, die dich glücklich gemacht hat.
Solange es dir gut geht – das waren noch einige Wochen seit der ersten Überlegung. Wir wollten dir keinen schönen Tag nehmen.
Gestern konntest du morgens nicht mehr selbstständig aufstehen und für uns war das das Zeichen, dass wir nun Abschied nehmen müssen. Mittags hast du dich doch noch einmal aufgerappelt und bist hinaus ins Grüne gegangen, hast noch einmal deine Runde gedreht und dich unter deinen Lieblingsbusch gelegt. Als die Tierärztin dich dort erlöst hat, war dein ganzes Rudel bei dir. Du wurdest gehalten und gestreichelt und durftest ganz friedlich gehen.
Auch wenn wir wissen, dass es richtig war, tut es uns weh. Wir vermissen dich, lieber Emil, und behalten dich für immer in unseren Herzen. Wir waren gerne deine Familie und trösten uns damit, dass du nun wieder mit Jamie um die Wette rennen kannst.
Danke für die schönen Jahre.
Igor, Mimi, Alexa, Silva
und deine ganze Schlatthoffamilie