15/01/2026
‼️Wie jedes Jahr bringt der Winter den Tod oder das beinahe Sterben vieler Koi mit sich.‼️
Kaum hat der Winter begonnen, gibt es bereits die ersten toten Fische. Da der Winter sicherlich noch einmal zurückkehren und in Wellen durch das Land ziehen wird, ist mit deutlich mehr Verlusten in den Koiteichen zu rechnen. Dieses Muster wiederholt sich jedes Jahr, und in vielen Teichen steht das Schlimmste noch bevor. Besonders kritisch ist die Phase, wenn der Frühling einsetzt und die Wassertemperatur über 10 °C steigt.
❓Warum kommt es dazu, und wie lässt sich dieses Drama vermeiden?❓
Im Grunde genommen beginnt es bereits im Frühjahr des Vorjahres. In vielen Teichen wird zu wenig oder falsch gefüttert. Die Gründe reichen von mangelhafter Beratung über die Angst vor Übergewicht der Fische und schlechten Wasserwerten, bis hin zur Sorge vor Algen. Keine dieser Begründungen rechtfertigt jedoch eine unzureichende Pflege, sie sind Ausdruck eines schlechten Teichmanagements.
Darüber hinaus kommt es nicht selten zu unzureichenden Teilwasserwechseln und einer Futterproblematik, die sich bis in den Winter fortsetzt. Im Oktober werden oft Filter abgeschaltet oder abgebaut, um den Teich für Monate ungestört zu lassen. Die Fische erhalten dann entweder gar kein Futter oder nur gelegentlich kleine Mengen bei milden Temperaturen. Gleichzeitig frieren viele Teiche vollständig zu, oder es bleibt lediglich ein kleines Loch durch den Sauerstoffsprudler. Temperaturmessungen oder Wasserwechsel finden nicht statt.
❓Wie können wir die jährlichen Massensterben von Fischen im oder nach dem Winter verhindern?❓
Koi benötigen eine jahreszeitlich angepasste, ausreichende Fütterung, um ihren Energiehaushalt aufrechtzuerhalten und Fettreserven aufzubauen. Eine Unterversorgung schwächt nicht nur den Allgemeinzustand, sondern auch das Immunsystem. Hunger und Mangelernährung bedeuten Stress und machen die Fische langfristig krank. Gute Wasserwerte über das ganze Jahr hinweg sind selbstverständlich. Dazu gehört jedoch auch die regelmäßige Frischwasserzufuhr, da der Filter weder Hormone, Stoffwechselprodukte, Bakterien noch andere unsichtbare Stoffe im Wasser abbaut. Selbst bei scheinbar guten Messwerten kann das Wasser für die Fische eine erhebliche Belastung darstellen und somit erneut zu einem Stressfaktor werden.
⚠️ In bestimmten Situationen ist es notwendig, den Filter im Winter abzuschalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Fütterung und Wasserwechsel vollständig eingestellt werden sollten. Wo immer möglich, sollte der Filter zumindest gedrosselt weiterlaufen. Ebenso wichtig ist die regelmäßige Kontrolle von pH- und KH-Werten. Regen, Schnee und biologische Prozesse im Teich können das Calciumcarbonat im Wasser reduzieren. Sinkt die Karbonathärte zu stark ab, droht ein Säuresturz. Eine häufige, oft unterschätzte Todesursache nicht nur im Winter.
⚠️ Ein weiterer kritischer Faktor ist die Wassertemperatur. Koi vertragen Temperaturen unter 4 °C nur schlecht. Werte um 3 °C werden kurzfristig toleriert, darunter wird es lebensgefährlich. Viele Teichbesitzer glauben immer noch an Schichtwasser im Teich und eine konstante Temperatur von 4 °C am Boden. Schichtwasser gibt es in unseren Gartenteichen jedoch nicht, und die 4 °C am Boden sind in vielen Teichen nicht gegeben. Oftmals entzieht der Untergrund unter dem Teich dem Wasser sogar die Wärme. Ein Thermometer mit Sonde zur Kontrolle der Temperaturen im Teich und am Boden ist eine einfache, kostengünstige und oft lebensrettende Maßnahme.
⛔️ Nicht selten hört man, dass Fische seit 10 oder 20 Jahren „unbeaufsichtigt“ überwintert hätten, ohne dass es Probleme gegeben habe. Solche Teiche sehe ich häufig im Sommer. Mangelnde Pflege über den Winter ist nicht selten für Krankheiten und Schwächezustände verantwortlich, die sich auch im Sommer bemerkbar machen.
⛔️ Fische sterben meist im Winter, weil die Bedingungen im Teich lebensfeindlich werden. Organische Ursachen wie Tumore oder Herzschwächen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Auch Fische, die kurz nach dem Winter sterben, verenden meist aufgrund mangelhafter Pflege und/ oder weil die Bedingungen im Teich lebensfeindlich sind.
🙏 Jeder Teichbesitzer sollte sich daher ehrlich fragen, ob seine Fische nur überleben, oder ob er seine Fische ausreichend und angemessen pflegt. Das bloße Überstehen des Winters ist kein Maßstab für Wohlbefinden. Bei anderen Tieren würden wir dieses häufig als Tierquälerei bezeichnen, beim Fisch wird dies allzu häufig relativiert.
❗️Zum Abschluss ein Hinweis, der selbstverständlich sein sollte: Wenn Fische ohne ersichtlichen Grund oder äußerlich erkennbare Ursache sterben, ist es oft ratsam, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Häufig kann so ein weiteres Sterben im Teich verhindert werden. Untätigkeit oder hektischer Aktionismus mit falschen Maßnahmen verschlimmern die Situation meist nur. Man kann aus Fehlern lernen, oder sie ignorieren und darauf hoffen, dass der nächste Winter oder Frühling gnädiger verläuft.
THP Kornelia Röder