21/06/2026
Warum soll ich meinen Hundekot weg machen?
1. Weil es deine Pflicht ist!
2. Weil es Krankheitserreger übertragen kann!
Junger Schabrackentapir gestorben
Wir haben eine sehr traurige Nachricht zu verkünden: Der in der Nacht auf den 20. Mai in unserem Zoo geborene Schabrackentapir ist letzte Nacht gestorben.
Wie bereits von uns berichtet, trägt Laila, die Mutter des Jungtiers, einen parasitären Erreger in sich, gegen den es kein Medikament gibt. Dieser Erreger wird über Hundekot übertragen, der unentdeckt im Futterheu vorhanden sein kann, wenn Hunde auf Futterwiesen koten. Rinder und andere Wiederkäuer sind vor allem Zwischenwirt dieses Erregers, aber auch Tapire können wie im Fall von Laila Zwischenwirt sein. Werdende Mütter können den Erreger über die Plazenta an das noch ungeborene Jungtier übertragen, der sich dann im Jungtier vermehrt und dieses schwächt, was dann zum Tod führen kann. Auch der neugeborene Schabrackentapir in unserem Zoo wies unter anderem einen deutlich unsicheren und eher steifbeinigen Gang auf, was auf eine durch den einzelligen Parasiten zurückzuführende Infektionskrankheit hervorgerufenen wird.
Dennoch schlug der junge Bulle sich so weit gut, war sehr aufgeschlossen, trank ordentlich und folgte seiner Mutter. Und auch Leila kümmert sich sehr vorbildlich um ihren Sprössling. Daher waren wir vorsichtig optimistisch und sehr überrascht und tief getroffen, als wir den jungen Schabrackentapir heute Morgen tot vorfanden.
Das Jungtier wurde intensiv von unseren Zootierpflegern und Zootierärzten überwacht. Darüber hinaus standen wir im engen Austausch mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) bzw. EAZA Ex‐situ Programme für Schabrackentapire, welches innerhalb der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA - the European Association of Zoos and Aquaria) im Tiergarten Nürnberg koordiniert wird und den zuständigen beratenden Fachtierärzten, um das Jungtier entsprechend unter anderem physiotherapeutisch bestmöglich zu therapieren.
Wir und vor allem die zuständigen Tierpfleger sind sehr traurig über den Tod des Jungtiers. Auch wenn der junge Tapir von Anfang keine guten Chancen hatte, haben wir, vor allem die zuständigen Tierpfleger und unsere Zootierärzte, natürlich unser Bestes für den Kleinen gegeben!
Vielen Dank an unsere Tierpfleger, unsere Zootierärzte und alle anderen involvierten Mitarbeiter für den leidenschaftlichen Einsatz für den jungen Schabrackentapir!
Eine Zucht mit Laila war nicht geplant. Nachdem Laila in ihrem vorherigen Zuhause, dem Zoo Leipzig, bereits mehrfach Nachwuchs verloren hatte, zog sie in Absprache mit dem EEP in unseren Zoo um. Hier sollte Laila gemeinsam mit Schabrackentapir-Opa Jinak leben. Denn bei einer Untersuchung von Jinaks Samenflüssigkeit wurden lediglich inaktive oder missgebildete Spermien nachgewiesen, sodass er als unfruchtbar eingestuft wurde. Daher war Lailas Trächtigkeit eine nicht vorhersehbare Überraschung.
Ergänzung: Vielen Dank für Eure vielen lieben Nachrichten! Da so viele gefragt haben: bei dem parasitären Erreger handelt es sich um 𝘕𝘦𝘰𝘴𝘱𝘰𝘳𝘢 𝘤𝘢𝘯𝘪𝘯𝘶𝘮.
Foto: Ida Andrae
Text: Marcel Stawinoga/Der Zoolotse