Pferdephysiotherapie Natascha Douven

Pferdephysiotherapie Natascha Douven Gerne komme ich zu Ihnen an den Stall, um Ihr Pferd zu behandeln

24/12/2025
17/10/2025

Die Sättigung von Pferden hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sehr viel mit dem Körperbau und der Herkunft zu tun haben.

Pferde aus Regionen mit sehr karger Nahrung, haben Verdauung quasi perfektioniert. Sie mussten (insbesondere im Vergleich zu sehr hochgezüchteten Pferden) viel mehr, dafür deutlich energieärmeres und schwerer verdauliches, Futter aufnehmen, um ihren Bedarf zu decken.

Die Folge: Breitere und kräftigere Kiefer, ein breiterer Rumpf, viel größeres Darmvolumen und damit auch ein größerer, runderer Bauch.
Und das führt dazu, dass Sättigung viel später einsetzt.

Denn: Die Sättigung beim Pferd hängt nicht von der Magenfüllung, sonderen u. A. von einer gleichmäßigen Füllung verschiedener Darmabschnitte mit Rohfaser und auch ein wenig (!) von der Ermüdung der Kaumuskulatur 😊 Kauschläge) ab.

Ein kräftigerer Kiefer ermüdet später, ein Darm mit mehr Volumen ist später voll.

Einen schmalen Rumpf, einen zarten Kopf und einen schlanken Bauch mit stark hochgezogener Bauchlinie kann sich hingegen nur ein Pferd leisten, dass das ganze Jahr über einem gleichförmigen und energiereichen Futterangebot ausgesetzt ist.

Ein Shetlandpony, ein Konik oder ein Norweger ist also immer viel später satt als ein rein ägyptisch gezogener Araber oder ein Holsteiner Springpferd mit viel Blut.

Ganz einfach, weil diese robusten sogenannten „Nordpferdetypen“ schlicht und ergreifend verhungert wären, wenn sie so schnell satt geworden wären, wie ein modernes schmales Sportpferd.

Ein Voll- oder auch normal gebauter Warmblüter kann mit einer Futtermenge von ca. 2 kg Heu/100 kg voll zufrieden und satt sein. Daher ist diese Regel auf diese Pferde auch tatsächlich halbwegs anwendbar.

Die Herkunft alleine ist aber nicht entscheidend, daher finde ich den Begriff „Nordpferdetyp“ auch unpassend.
Auch aus Südeuropa oder anderen heißen und in der Vegetation eher kargen Regionen (wie z. B. Teilen der USA) kennt man Pferde, die sehr leichtfuttrig sind.

Dazu gehören z. B. iberische Pferderassen, aber auch viele Quarter Horses sind sehr rundrumpfig (übrigens auch sehr anfällig für EMS und Hufrehe, da kenne ich leider einige).

Die Appetitsgrenze dieser Pferdetypen (also die Menge die sie bei freiem Futterangebot fressen möchten) liegt sehr häufig bei ~ 3 kg Heu / 100 kg Körpergewicht. Teilweise sogar mehr.

Eine Menge, die aufgrund des Energiegehaltes des Wiesenheus unseres Breitengrades für die allerwenigsten dieser Pferde geeignet ist, ohne massives Übergewicht mit entsprechenden Folgeschäden zu verursachen.

Das Problem ist also nicht das Pferd, sondern die fehlende Anpassung an unser Mitteleuropäisches Futterangebot.
Oder: Wir haben das falsche Futter, für diese Pferde.

Allerdings ist nicht das Futtermittel an sich relevant, sondern dessen Rohfasergehalt. Wir können also die an Heu gemessene Appetitsgrenze auch auf andere, energieärmere und rohfaserreichere Futtermittel übertragen und so die gleiche Sättigung bei weniger Energie herstellen.

16/01/2025

‼️ Wir würden uns freuen, wenn der Beitrag geteilt wird um möglichst viele Menschen zu erreichen. Vor allem nicht Pferdebesitzer‼️

Heute kam die Nachricht: ein fremder Mann füttert Brot an die Pferde. Ja und dieser Mann war auch nicht begeistert davon, dass er darauf hingewiesen wurde es zu unterlassen. „Es ist ja nur Brot“. Die Einstellung „es ist nur Brot“ kann manchen Pferden das Leben kosten. Ebenso wie „nur Möhren, nur Äpfel, nur das was ich am Rand gepflückt habe“. Ich wiederhole: tödlich! Auch wenn nett gemeint! Pferde haben ein empfindlichen Magen und Verdauungstrakt. Für uns Pferdehalter gehören diese schönen Wesen zur Familie, sie erhalten von uns alles was sie brauchen! Das Futter für unsere lieben Pferde ist besser durchgeplant wie unsere eigene Ernährung. Versprochen! Wir kennen jede Giftpflanze und auch so eine kann am Wegesrand wachsen, deswegen auch nichts gepflücktes vom Wegesrand.
Bitte füttert keine fremden Pferde! Es führt zu Koliken (schwere Bauchschmerzen, Aufenthalte in der Tierklinik, können oft tödlich enden!) oder auch zu einer sogenannten Hufrehe. Um es einfach zu erklären: es ist eine Entzündung im Huf. Lebenswichtige Verbindungen im Huf können sich dadurch lösen. Das sorgt dafür, dass ein Pferd den Huf verliert. Das heißt: es muss erlöst werden bei unendlich großen Schmerzen. Wir möchten das alles unseren Tieren ersparen! Wir möchten sie nicht verlieren! Wir möchten nicht, dass sie leiden!
Jetzt ist das Kind bereits das Kind in den Brunnen gefallen.
Wenn ihr unsere Pferde kennenlernen möchtet oder einmal mit uns gemeinsam füttern wollt, sprecht uns bitte an! Wir sind da ganz offen und freuen uns!

10/01/2025
05/11/2024

Merida ist wieder da

Meinerzhagen - Merida ist wieder da: Die sechs Jahre alte Stute wurde heute Morgen auf dem Gelände des Reiterhofes entdeckt. Zu den weiteren Umständen ihres Verschwindens können im Moment keine Angaben gemacht werden.

11/09/2024

Mal zum Nachdenken - da ist viel dran... Deshalb geht gerade mit Jungpferden und auch mit allen älteren Pferden viel raus ins Gelände!!!

IM KREIS GEHEN
Als Pferde noch durch die Prärie streiften, taten sie genau das: Sie zogen umher und gingen auf geraden Linien.
Als Arbeitspferde, gingen sie auch weiterhin geradeaus, sie gingen vor dem Pflug von einem Ende des Feldes zum anderen, zogen einen Milchwagen durch die Straßen der Stadt oder bewegten die Vieherden.
Auch als Freizeitpferd gingen sie im Allgemeinen auf einigermaßen geraden Linien weiter, über Wege und den Wald.
Natürlich mussten sie bei der Arbeit auch mal schnelle Bewegungen und harte Stopps vollführen (wie im Cutting).
Bei Fuchsjagden sprangen sie über Wälle und Zäune hinter der Beute her.
Auf den Rennstrecken gingen sie in einem großen Oval.

Als sie jedoch in die Show- und Wettkampfarena gingen, änderten sich das Spiel und sie wurden zu Laufstegmodels.
Wir ritten sie in immer kleineren Räumen und sie mussten immer mehr festgelegte Manöver (Lektionen) zeigen. Wir verlangen immer sich ständig wiederholende Bewegungen von ihnen – meist in Kreisen ... kleinen, engen Kreisen.
Und sie hatten immer mehr Gelenkproblemen, Weichteilverletzungen und die allgemeinen Lahmheiten nahmen zu.

Wir machten eine schlechte Zuchtauswahl und schlechte Genetik für ihre Misserfolge und Ausfälle verantwortlich; wir machten schlechte Hufschmiede und unzureichende Tierärzte für ihr Versagen verantwortlich.
Wir machten schlechtes Training und Kondition, schlechte Haltung und fehlerhafte Fütterung und viele andere Dinge für ihre zunehmenden Ausfälle verantwortlich.
Und obwohl das sicher alles auch eine Rolle spielt, ist es eine Tatsache, daß die Hauptursache für all diese Probleme die ewig gleichen Bewegungen auf engem Raum ist.

Schauen wir uns also die Anatomie des Pferdes an und insbesondere in Bezug auf sportliche Manöver und Aktivitäten.
In erster Linie ist das Pferd durch seine Anatomie darauf ausgelegt, viel Gewicht auf der Vorhand zu haben. (Die Kraft der Hinterhand wird in gerader Linie auf die Vorhand übertragen. Auf engen Wendungen wird in der Regel das innere Vorderbein stark belastet.) Wir Reiter arbeiten häufig gegen dieses Konzept und verlangen vom Pferd sich auf der Hinterhand zu „versammeln“.
Und sie sind dazu in der Lage … aber sie sind nicht dafür gemacht oder „programmiert“, eine solche Aktivität über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.
Wenn sie dies in „natürlichen“ Umgebungen und Situationen tun, spielen sie, erschrecken oder zeigen Imponiergehabe. Bei keiner dieser Aktivitäten handelt es sich um Aktivitäten über einen längeren Zeitraum, sondern immer nur für einen kurzen Moment.

Wenn sie sich angreifen, stürmen sie im Allgemeinen nach vorne, springen zur Seite oder springen nach oben. Und das tun sie normalerweise mit einem Geschwindigkeits- und Energieschub, also mit Schwung - nicht in Zeitlupe.
Letztendlich ist die „versammelte“ Arbeit auf Kreisen einfach nicht förderlich.

Jedes Gelenk, von der Schulter bis zum Boden, ist für Beugung und Streckung ausgelegt in einer Vorwärtsbewegung, nicht für eine Seitwärtsbewegung.
Tatsächlich sind die Gelenke des Pferdes so konzipiert, dass sie seitliche Bewegungen minimieren und einschränken und diese dadurch eine große Belastung für das Pferd darstellen.

Aus dem Englischen von prl
Originaltext des Hufschmiedes Danver Child (Ausbilder für Schmiede, Lafayette IN/USA)

Foto: Julia Divkovic : Helen mit 2jährigem Handpferd

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