28/07/2026
„Der weiß doch genau, was er machen soll.“
Diesen Satz hören wir bei pubertierenden Junghunden sehr häufig.
Tatsächlich ist das Verhalten in der Adoleszenz meist kein bewusstes Austesten und schon gar keine persönliche Provokation. Das Gehirn befindet sich in einer tiefgreifenden Umbauphase: Impulskontrolle, Emotionsregulation und die Fähigkeit, bereits Gelerntes unter Ablenkung zuverlässig abzurufen, können vorübergehend deutlich eingeschränkt sein.
Ein Signal, das zu Hause sicher funktioniert, ist deshalb auf der Hundewiese, bei Hundebegegnungen oder in aufregenden Situationen nicht automatisch verfügbar. Der Hund hat es nicht „vergessen“ – sein Gehirn kann in diesem Moment nur möglicherweise nicht darauf zugreifen.
DIP ist dabei kein wissenschaftlicher Fachbegriff, sondern eine kleine Merkhilfe für die vorübergehende Delle in der Adoleszenz.
Was jetzt hilft:
– Anforderungen vorübergehend anpassen
– Signale in leichteren Situationen erneut festigen
– Ablenkungen kleinschrittig steigern
– erwünschtes Verhalten konsequent verstärken
– ausreichend Schlaf und Erholung ermöglichen
– Grenzen ruhig, vorhersehbar und fair gestalten
Wichtig: Nicht jedes plötzlich veränderte Verhalten lässt sich mit der Pubertät erklären. Starke Ängste, Aggressionsverhalten, anhaltende Unruhe, Rückzug oder ungewöhnliche Reizbarkeit können auch auf Schmerzen, körperliche Erkrankungen oder eine beginnende Verhaltensstörung hinweisen und sollten verhaltensmedizinisch abgeklärt werden.
🐶
Dein Junghund arbeitet nicht gegen dich. Sein Gehirn arbeitet gerade mit Hochdruck an sich selbst.
Speichere den Beitrag für den nächsten schwierigen Pubertätstag – oder schicke ihn jemandem, der gerade an seinem Junghund verzweifelt.