30/12/2025
‼️Fundtiere und Sicherstellungen ab dem 01.01.2026‼️
Der über den Regionalverband geschlossene Tierbetreuungsvertrag mit den Städten und Gemeinden läuft am 31.12.2025 aus.
Einen neuen Vertrag gibt es derzeit nicht!
Alle Verhandlungen und Treffen bzgl. des neu zu gestaltenden Vertrages endeten erfolglos.
Ab dem 01.01.2026 müssen Fundtiere beim Ordnungsamt oder den zuständigen Städten und Gemeinden abgegeben werden. Das Bertha Bruch Tierheim nimmt keine Fundtiere und Sicherstellungen mehr auf.
Die Städte und Gemeinde sind laut Gesetz für die Verwahrung und Versorgung der Fundtiere verantwortlich. Da diese aber kaum Unterbringungsmöglichkeit und auch wenig Erfahrung in der Tierbetreuung haben, wurde diese Aufgabe über den Tierbetreuungsvertrag an uns übertragen. Dieser Vertrag ging über 5 Jahre.
Für diese von uns erbrachte Leistung, zahlten die Kommunen 0,40 € pro Einwohner (Einwohnerzahl in den Städten und Gemeinden), der Rest der Kosten musste aus Spenden von uns selbst gestemmt werden. Im Vergleich bekommt das Tierheim Homburg und Niederlinxweiler mittlerweile 1,40 € pro Einwohner und das Tierheim Dillingen sogar noch mehr. Diese Unterschiede liegen einzig und alleine daran, was den Kommunen, die Arbeit, die die Tierheime für sie leisten und übernehmen, wert ist.
Die Kosten sind bei allen der genannten Tierheime gleich.
Das abgegebene Angebot über den Regionalverband Saarbrücken, dass der alte Vertrag bis 31.03.2026 so weiterlaufen soll, müssen wir ablehnen.
Es gab genug Vorlaufzeit und Angebote unserseits um in gemeinsamen Gesprächen eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Leider ist dies nicht passiert und wir können die finanzielle Differenz, die entsteht, die immensen Kosten, nicht mehr stemmen.
Daher müssen ab dem 01.01.2026 die Städte und Gemeinden für passende Unterbringungsmöglichkeiten nach Vorgaben des Tierschutzgesetzes sorgen und dementsprechende Mitarbeiter mit Sachkundenachweis einstellen. Es müssen also geeignete, tiergerechte Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden sein, die den notwendigen Hygieneanforderungen entsprechen ( hochinfektiöse Tiere, gibt es Quarantänen?) Dies muss alles bedacht und umgesetzt werden.
All diese Faktoren, vom stetig steigenden Mindestlohn, bis hin zu den fehlenden Rahmenbedingungen für die Pflicht der Kommunen zu kostendeckender Erstattung sowie zum fehlenden Onlinehandelsverbot für Tiere und der fehlenden Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen, treiben uns Tierheime und die Tierschutzvereine an den Rand der Verzweiflung.
Hinzu kommt, dass wir immer noch wegen der vielen unüberlegten Anschaffungen von Tieren während der Coronazeit mitten in der vom Tierschutz prophezeiten Abgabewelle sind. Besonders belastend ist die große Zahl von abgegebenen Hunden mit Verhaltensauffälligkeiten, die ins Tierheim abgeschoben werden und lange Zeit nicht vermittelt werden können. Des Weiteren haben wir mehrmals im Jahr mit Katzenschwemmen zu kämpfen.
Es geht aber auch um die Wertschätzung des Ehrenamtes und der Arbeitsplätze. Ohne unsere ehrenamtlichen Helfer wäre unser Tierheim schon lange am Ende. Unsere Mitarbeiter arbeiten am absoluten Limit und das für den Mindestlohn. Sie verrichten eine verantwortungsvolle, körperlich harte Arbeit und wir haben nicht die finanzielle Mittel sie durch Aufstockung von Personal zu entlasten und ihnen eine angemessene Vergütung zu zahlen.
Zur Information, das Bertha Bruch Tierheim ist ein privates Tierheim, das sich selbst größtenteils durch Spenden trägt und finanziert. Die Erhöhung des Mindestlohnes (hinter dem unser Verein steht), die steigenden Tierarztkosten, die enorm hohen Futterpreise und die hohen Energiekosten führen dazu, dass die Kosten zur Betreibung des Tierheimes in die Höhe schnellen.
Alleine werden wir das kaum mehr stemmen können, zumal die Spendengelder rückläufig sind.
Wir sind jetzt auf schnelle und unbürokratische Hilfe angewiesen.
So könnte auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, einen bestimmten Betrag der Hundesteuer, die ja nicht zweckgebunden ist, an die Tierheime abzugeben.
Wir fordern hiermit eine neuen, für unserer Tierheim tragbaren Tierbetreuungsvertrag.
So lange hier nichts entschieden ist, müssen wir schweren Herzes den Aufnahmestopp ab dem 01.01.2026 verkünden.
@saarland