18/02/2026
Es gab mal eine Zeit, da hat jeder in dem Job gearbeitet, in dem er halbwegs gut war und etwas zu stande gebracht hat. Da gab es bestimmte Vorstellungen von Leistungen, bestimmte (WICHTIGE!) Grundvoraussetzungen und Fähigkeiten, sowie Fertigkeiten wurden benötigt und vorallem geprüft und überprüft.
Heute gibt es die einen, die anderen und diejenigen, die auf den Zug aufspringen "sich neu zu erfinden". Soweit so gut. Wäre auch nur halbso schlimm, wenn man sein Herumprobieren nicht an Lebewesen auslassen würde. Egal ob im Pferdesport, am Hund, oder sonst wo wenn es sich um Lebewesen handelt.
Da werden teilweise Ernährungsberater über einen Onlinefragebogen, Hundetrainer über's Wochenende geboren und Physios schießen wie Pilze aus dem Boden. Berufserfahrung? Nicht vorhanden. Zertifikate mit fundierter Ausbildung und praxisnahe Erfahrung? Fehl am Platz. Schulungen und Überprüfungen? Nie. Weiterbildungen und fachliche Kompetenzen? Absoluter Lottogewinn an eine Fachkraft zu geraten. Ich kriege langsam zuviel wenn ich diese ganzen Onlinehundetrainer sehe, die schlechten Ernährungsberater und die ganzen schwarzen Schafe die einfach nur Geld verdienen wollen mit SC***SS- Leistungen. (Oder gar keiner Leistung!)
Unsere Hundebranche hat so viele tolle FACHLEUTE zu bieten und mittlerweile wird es unmöglich für einen Laien, eine qualifizierte Beratung oder einen wirklich guten Dienstleister von einem "Wochenend"- Guru zu unterscheiden. Traurig, dass das Spiel so mitgespielt wird und immer mehr Gurus ihr Unwesen treiben dürfen.
Ich bekomme dann wieder Nachrichten, wo sich mir alle Nackenhaare aufstellen und ich teilweise zwischen Tränen der Verzweifelung und Wut kaum mehr unterscheiden kann. Leid tragende sind nicht nur das Tier, sondern auch der Mensch, der alles tun würde, um seine Situation zu verbessern.
Nachrichten, in denen einer netten Cane Corso Besitzern empfohlen wird, (von einer Ernährungsberaterin!) ihrem Hund im Wachstum mindestens (!) 16 Wochen lang Karottensuppe zu geben, obwohl dieser Hund vollkommen abmagert.
Nachrichten von einer verzweifelten Hundebesitzerin, weil ihr Aussi das Kind beißt, obwohl der Trainer meinte das Kind (6!) müsse sich nun endlich am Hund durchsetzen.
Nachrichten, darüber, dass Hunde in Kursen 1h durchbellen, 1h schreien, aber keine Lösung Seiten des Trainers angeboten wird. Da muss man halt durch.
Nachrichten, darüber, dass der 60 Kilo Hund nun nicht mehr zu halten ist, aber das teuerste Brustgeschirr trägt, weil der Trainer es so empfohlen hat.
Nachrichten, über Nachrichten. Ich verstehe manchmal nicht mehr, wo oben und wo unten ist. Hoffentlich ist dieser Job bald keine Mode mehr. Hoffentlich.