29/05/2026
❗️Fallbericht: Was passiert, wenn mein Hund eine LED Fernbedienung frisst❓
Unsere Patientin, eine Briard-Hündin, wurde uns mit dem dringenden Verdacht vorgestellt, Teile einer Fernbedienung aufgenommen zu haben.
Im Röntgen zeigten sich feine Drahtstrukturen sowie eine rundliche, etwa 50-Cent-große Lithium-Knopfzelle im Magenbereich. (1.Bild)
Erstmaßnahmen:
Vor der medikamentösen Induktion von Erbrechen wurde die Hündin mit Katzenfutter und Sauerkraut gefüttert. Das faserreiche Sauerkraut kann Fremdkörper umhüllen und dadurch sowohl das sichere Erbrechen als auch, falls kein Erbrechen erfolgt, den schonenderen Weitertransport durch den Darm unterstützen.
Zwar konnten Fremdkörperanteile (vermutlich Kunststoffteile der Fernbedienung) erbrochen werden, die Batterie befand sich jedoch weiterhin im Magen und war in der Kontrollröntgenaufnahme sichtbar.(2.Bild)
Folgetag:
Die Batterie war weiterhin im Magen lokalisiert. Erneut wurde nüchtern Erbrechen ausgelöst, jedoch ohne Erfolg hinsichtlich der Batterie.
(3. Bild)
Der klinische Allgemeinzustand der Hündin war stabil:
- Herz-Kreislauf unauffällig
- Abdomen weich
- rektal Kotabsatz vorhanden (noch ohne erkennbare Sauerkrautanteile)
Therapieempfehlung:
Aufgrund des Risikos durch die Knopfzelle rieten wir zur endoskopischen Bergung. Die Hündin wurde daraufhin an eine Fachpraxis überwiesen.
Dort wurde entschieden, unter engmaschiger Kontrolle zunächst abzuwarten, ob ein spontaner Weitertransport der Batterie erfolgt.
Verlauf:
Am dritten Tag konnte die Batterie in den Röntgenaufnahmen nicht mehr dargestellt werden. Sie wurde vollständig über den Kot ausgeschieden, wie man das auf Bild 4 und 5 sehen kann.
Eine bereits geplante, endoskopische Entfernung musste nicht mehr durchgeführt werden und wurde abgesagt.
❗️Wichtig ist jedoch: Solche Knopfzellen sind sehr gefährlich.
Wenn sie im Magen verbleiben, sollten sie in der Regel möglichst schnell per Endoskop entfernt werden, da es sonst zu schweren Schäden wie Verätzungen der Magen- oder Darmschleimhaut kommen kann. Bei kleineren Tieren besteht zusätzlich die Gefahr eines Darmverschlusses!