02/07/2025
Heute, am 02. Juli 2025, sollte unsere 40. Mahnwache gegen grausame Lebendtiertransporte zusammen mit dem Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln (TNKb) stattfinden. Zu diesem traurigen Jubiläum wollten wir uns erneut vor dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) einfinden. Aufgrund der amtlichen Hitzewarnung haben wir uns gemeinsam dafür entschieden, die Mahnwache abzusagen.
Wir übernehmen damit Verantwortung für das körperliche Wohlergehen unserer Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. Dasselbe Verantwortungsbewusstsein wünschen wir uns auch vom BMLEH, dem Landwirtschaftsminister Alois Rainer und den Veterinär:innen, wenn es um Tiertransporte geht. Wir haben die Wahl, uns der Hitze auszusetzen oder auf unsere Gesundheit zu achten – die Tiere nicht.
Zur Veranschaulichung: Rinder fühlen sich bei einer Temperatur von 15 °C wohl. Ab 25 °C beginnen sie zu leiden. Die aktuellen Temperaturen liegen bereits außerhalb des Transporters bei über 30 °C. Innen ist es noch weitaus heißer, da die Tiere selbst zusätzlich Wärme abgeben. Wer bei dieser Wetterlage schon mal im Auto ohne Klimaanlage ausharren musste, hat nur eine ungefähre Vorstellung von der erdrückenden Hitze, der die Tiere wie selbstverständlich ausgesetzt werden.
Die Symptome bei Rindern unter Hitzestress zeigen sich durch Muskelzittern, Muskelkrämpfe, Atemlähmung oder sogar Kreislaufversagen, bis hin zum Tod. Dennoch werden kaum Tiertransporte in Deutschland gestoppt. Deutsche Veterinär:innen lassen es sogar zu, dass Tiere über Länder mit Temperaturen von 40+ °C transportiert werden.
Jahr für Jahr sind Hitzewellen wie diese einer von vielen Beweisen dafür, warum ein Verbot von Lebendtiertransporten in Drittländer längst überfällig ist.
Bis ein solches Gesetz in Kraft tritt, fordern wir zudem, dass bei diesen Temperaturen keine Tiertransporte durchgeführt werden. Die EU-Verordnung erlaubt Langstreckentransporte mit 30 °C im Innenraum. Das ist bereits das doppelte der artgemäßen Wohlfühltemperatur für Rinder. Und dank zu weniger Kontroller und zu geringer Strafen bei Missachtung von Tierschutzgesetzen wird häufig nicht mal diese Grenze eingehalten.
Ein Verbot auf EU-Ebene wäre ein großartiger Erfolg. Wir sind aber der Meinung, dass die Tierquälerei nicht weitergehen darf, bis dieser Meilenstein auf EU-Ebene umgesetzt werden kann und fordern daher von unseren Verantwortlichen in Deutschland als Vorreiter voranzuschreiten und grausame Drittlandexporte lebender Tiere endlich bundesweit zu verbieten.