Hufpflege, Huftechnik & Hufschuh Service Lena Bauer

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Fruktan und Gesamtzucker verhalten sich sehr ähnlich, auch wenn Fruktan allein nicht mehr unbedingt als Auslöser gesehen...
23/05/2026

Fruktan und Gesamtzucker verhalten sich sehr ähnlich, auch wenn Fruktan allein nicht mehr unbedingt als Auslöser gesehen wird… Zuckerspitzen im Gras durch zu langes einspeichern von Zucker und zu wenig Wachstum in der Pflanze sind gefährlich für Stoffwechsel empfindliche Pferde!
Wir hatten dieses Jahr sehr lange noch sehr kalte Nächte. Und daher auch sehr viele Rehefälle, fühlige Pferde und anschwellende Fettdepots.
Jetzt langsam entschärft sich diese Lage, aber bleibt weiter wachsam, auch sehr lange Trockenphasen können gefährlich werden.

Warum ist es wichtig, sich mit dem Fruktangehalt im Gras auseinanderzusetzen? 🌿🐴

Fruktane sind Kohlenhydrate, die sich aus langkettigen Zuckermolekülen zusammensetzen und von Gräsern als Energiespeicher gebildet werden. Der Gehalt im Gras schwankt allerdings stark und hängt von vielen Faktoren ab: Temperatur, Sonneneinstrahlung, Tages und Jahreszeit, Grassorte und auch davon, wie intensiv die Wiese genutzt wird.

Hohe Fruktanmengen können bei empfindlichen Pferden Probleme verursachen, zum Beispiel:
▫️ Koliken
▫️ Durchfall
▫️ Stoffwechselbelastungen

Besonders kritisch sind kalte Nächte und sonnige Tage ☀️❄️
Denn wenn das Gras nachts aufgrund niedriger Temperaturen nicht weiter wachsen kann, speichert es die tagsüber gebildete Energie in Form von Fruktanen.

Deshalb lohnt es sich, Wetterbedingungen im Blick zu behalten! 👀
Wir haben für dich eine Übersicht erstellt, damit du den Fruktangehalt im Gras besser einordnen kannst. 🌾

21/04/2026

Übergewicht beim Pferd ist ein massives Risiko für Insulinresistenz und Hufrehe. Aber wie stark wirkt sich Abnehmen wirklich auf den Stoffwechsel aus? Eine Studie liefert dazu konkrete Zahlen.

🔬 Forscher*innen haben über den Zeitraum von einem Jahr 19 Islandpferde begleitet und bei ihnen fünf orale Glukosetests (OGT) durchgeführt, um die Insulinantwort im Verhältnis zu Gewichtsveränderungen zu messen.

📊 Das waren die Ergebnisse:

👉 Verbesserung: Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Gewichtsverlust und sinkendem Insulin. Im Durchschnitt führte ein Gewichtsverlust von nur 5 % zu einer massiven Reduzierung der Insulinantwort um ganze 22 %!

👉 Bewegung ist entscheidend: Einige wenige Pferde zeigten trotz Gewichtsverlust keine verringerte Insulinantwort. Die Forscher vermuten, dass neben dem Gewichtsverlust auch der Grad der körperlichen Bewegung eine wichtige Rolle spielt (alle Pferde, bei denen der Zusammenhang nicht gegeben war, standen gemeinsam auf einer sehr kleinen Weide). Der Einfluss von Bewegung wird in anderen Studien klar bestätigt.

💡 Was heißt das für die Praxis?

Oft fällt es uns schwer, Übergewicht überhaupt anzuerkennen, weil "zu dicke" Ponys und Pferde mittlerweile leider fast als normal gelten.

Das können wir konkret dagegen tun:

🌿 Cleveres Management: Haltungssysteme, die Bewegung anregen. Grasfreie Ausläufe, weniger All-you-can-eat-Buffets, ggf. Fressbremsen.

🌿 Analysiertes Heu: Wir müssen als Pferdebesitzer*innen analysiertes Heu verlangen (und dafür fair bezahlen!). Für Pferde mit Insulinresistenz brauchen wir zuckerarmes Heu. Das energiereiche Futter gehört zu den Pferden, die es tatsächlich brauchen!

🌿 Umdenken: Wir müssen aufhören, Fettpolster als "süß" zu romantisieren. Diese Pferde & Ponies sind nicht “herzig” und “moppelig” und auch kein Pummel-Einhorn” - sie sind ganz oft krankhaft fett, weswegen ihnen Bewegung und Atmen schwer fällt und sie am Ende viel zu oft wegen Hufrehe eingeschläfert werden. Es braucht ein Umdenken. Wir schulden es der Gesundheit unserer Pferde!

🧑‍🎓 Quelle: Delarocque, J., et al. (2020). Weight loss is linearly associated with a reduction of the insulin response to an oral glucose test in Icelandic horses. BMC Veterinary Research, 16(1), 151.

20/04/2026

Die weit verbreitete „Fruktanampel“ suggeriert, dass Fruktan der entscheidende Auslöser für Hufrehe ist, die wissenschaftliche Evidenz zeigt jedoch ein deutlich differenzierteres Bild:

Fruktan verursacht keine Insulinspitzen wie Zucker oder Stärke.
Fruktane sind für Pferde nicht im Dünndarm verdaulich und gelangen weitgehend unverändert in den Dickdarm. Dort werden sie mikrobiell fermentiert – ohne direkte Glukoseaufnahme und ohne primären Insulinanstieg.

Damit fehlt der zentrale Mechanismus, der für hyperinsulinämie-bedingte Hufrehe entscheidend ist.

Insulin und Fruktan wirken über unterschiedliche Pathomechanismen
Studien zeigen klar:
- Hufrehe kann experimentell durch Insulin ausgelöst werden
- oder durch hohe Fruktan-/Oligofruktosegaben

Das sind zwei unterschiedliche Krankheitswege, nicht derselbe.

Entscheidend für endokrine Hufrehe sind Zucker & Stärke, nicht Fruktan
Hohe Insulinreaktionen entstehen primär durch leicht verfügbare Kohlenhydrate (Zucker, Stärke) und eine bestehende Insulinresistenz.

Fruktan in sehr hohen Mengen (im realen Leben wird das nur in sehr seltenen Konstellationen passieren) dagegen wirkt vor allem im Dickdarm (mikrobielle Dysbiose, Azidose), das ist eine Vergiftungsrehe, keine typische „Futterrehe“.

Die Fruktanampel greift hier zu kurz.
Sie vermischt zwei völlig unterschiedliche Hufrehe-Mechanismen und kann daher keine sichere Orientierung zur Prävention bieten.

Ja, Fruktan steigt zwar i. d. R. parallel mit dem Gesamtzucker an (also Fruktanampel gelb/rot = meist auch gleichbedeutend mit erhöhtem Gesamtzuckergehalt), aber eine grüne Fruktanampel stellt keine zuckerarme Grasqualität für Insulindysregulierte Pferde sicher.

Hier spielen auch noch Faktoren wie der Wachstumszustand des Grases, die Zusammensetzung der Grünfläche (Gras- und Kräutersorten), die Nährstoffversorgung aus dem Boden, der Proteingehalt, die insgesamt aufgenommene Menge usw. eine Rolle.

Wer Hufrehe wirklich vermeiden will, sollte den Fokus legen auf:
1. Insulinstoffwechsel des Pferdes
2. Gesamtgehalt an Zucker & Stärke
3. individuelle Risikofaktoren (EMS, Übergewicht, Genetik)

Nicht auf einen einzelnen Parameter wie Fruktan.

Am 27.6.2026 findet der nächste Workshop bei und mit mir statt. Freu mich auf euch ✌️
14/04/2026

Am 27.6.2026 findet der nächste Workshop bei und mit mir statt. Freu mich auf euch ✌️

Es war mir eine Freude mit euch, weitere Termine werden folgen. 😊🙋‍♀️
25/03/2026

Es war mir eine Freude mit euch, weitere Termine werden folgen. 😊🙋‍♀️

12/02/2026

Schon ne Weile her, die ersten Prototypen Klebelaschen von Wolf Busch ausm 3D Drucker… jetzt nicht mehr wegzudenken aus dem Alltag 👍👍👍
Mega Erfindung, toll weiterentwickelt 😃
Busch Duplo Verbundbeschläge / H. Frank Kunststofftechnik GmbH

27/11/2025

Bröckelnde Brücken und hilflose Behörden | Zoff um Klimaschutz in der Landesverwaltung | Mehr Reisefreiheit für Reiter | Förderschulen am Limit: Die Personalnot wächst | AfD-Verbot: Bewegung in der CDU | durch die Sendung führt Henrik Hübschen

Was für mich erklärt, dass so manches Pferd trotz „aber ich bedampfe das Heu doch jetzt“ einfach nicht ausm Reheschub ko...
21/11/2025

Was für mich erklärt, dass so manches Pferd trotz „aber ich bedampfe das Heu doch jetzt“ einfach nicht ausm Reheschub kommen mag…

Wenn man vergleichen will, müssen Proben vergleichbar sein. Und man auch die Unterschiede sehen können.

Hui, die Tage ist mir in einer Heuanalysengruppe was ganz besonderes begegnet:

Jemand fragt, ob andere schon mal bedampftes Heu untersuchen haben lassen, im direkten Vergleich mit dem unbedampften. Da ging es vor allem um Nährstoffverluste, insbesondere Protein.

Und während der/die ein oder andere versucht aufzuklären, dass das (zumindest in Punkto Protein) nicht sinnvoll ist, weil pcvXp (also das dünndarmverdauliche Protein) ein reiner Rechenwert ist und der Maillard-Effekt, der sich auf die Verdaulichkeit auswirkt, in der normalen Analyse leider unentdeckt bleibt…

…da kommt jemand um die Ecke und verlinkt seinen älteren Beitrag, in dem er genau das gemacht hat. Also bedampft und unbedampft eingeschickt.

Und die Kommentare da drunter waren das, was mich wirklich schockiert das.

Und wisst ihr warum? Weil die Freude bei sehr vielen sehr groß war, dass die Energie und der Zucker im bedampften Heu fast um
die Hälfte gesunken waren. Nicht „nur“ das Protein.

Aber hoppala. Bedampfen hat eigentlich kaum bis keinen Einfluss auf Zucker im Heu.
Was ist passiert?

Es wurde nicht die Trockensubstanz, also die Inhaltsstoffe nach vollständigem Wasserverlust, sondern die Original-/Frischsubstanz verglichen.

Das unbedampfte Heu hatte einen völlig normalen TS-Wert, das bedampfte Heu wurde hingegen nass, also ohne erneute Trocknung eingeschickt. Das Ergebnis: ca. 50 % Trockensubstanz, also 35-40 % mehr Wasser als im trockenen Heu.

Dementsprechend waren die Ergebnisse also wortwörtlich „verwaschen“ und hätte man die Trockensubstanz verglichen, wäre man zum Ergebnis gekommen, dass sich eigentlich nix wirklich relevant geändert hat.

Denn die relevante Veränderung beim Bedampfen, den Maillard-Effekt, kann man ja leider in der normalen Analyse nicht sehen. Der pcvXp-Wert war also falsch hoch.

Zurück bleiben leider viele Leute, die abgespeichert haben, dass man mit bedampfen Zucker reduzieren kann oder, bei denen denen das mit der TS aufgefallen ist, dass sich am Protein ja gar nix tut.

Joa. Super. Immerhin ihr wisst es (jetzt) und schaut bei solchen Beiträgen (zukünftig) kritischer hin. Damit ist ja auch schon mal was gewonnen.

Ich freu mich sehr drauf 😃👍
30/09/2025

Ich freu mich sehr drauf 😃👍

2025 ist das Jahr der Fachtagungen. Unser Kernthema "Hufrehe" wird auch beim "Fachhuf" das Thema sein. Diese Fachtagung ist Hufbearbeiter (Hufpfleger, Huftechniker, Hufschmiede und alle anderen die mit Huf beginnen ;) sowie Tierärzte konzipiert. Da ein Maß an Huf-Grundwissen vorausgesetzt wird sin...

23/03/2025

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