03/09/2026
Was ist eigentlich euer Geheimnis bei der Haltung von atemwegskranken Pferden?
Diese Frage haben mir zwei Interessentinnen am Ende einer Hofführung tatsächlich gestellt: „Was ist Ihr Geheimnis? Was ist das Wundermittel, damit es bei Ihnen funktioniert?“
Meine Antwort? Eigentlich ziemlich unspektakulär: Es gibt keins. Wir haben keine geheime Zutat. Und wir tanzen auch nicht bei Dreiviertelmond ums Lagerfeuer. 😉
Im Gegenteil: Ich kann ziemlich transparent zeigen, was wir hier machen. Und vieles davon ist nicht einmal außergewöhnlich. Andere Betriebe füttern ebenfalls Heulage, achten auf staubarme Einstreu, viel Bewegung, frische Luft oder gutes Raufuttermanagement.
Vielleicht suchen wir manchmal nur an der falschen Stelle nach dem „Geheimnis“.
Denn möglicherweise liegt der entscheidende Unterschied gar nicht in einer einzelnen Maßnahme, sondern darin, wie viele Faktoren zusammenspielen – und nach welchem Prinzip die vielen kleinen Entscheidungen eines Stalltages getroffen werden.
Welches Raufutter setzen wir ein? Wo entsteht Staub? Wie bewegen sich die Pferde durch den Aktivstall? Was beobachten wir am einzelnen Pferd? Und vor allem: Was verändern wir, wenn wir feststellen, dass etwas in der Praxis nicht so funktioniert wie gedacht?
Denn eine einzelne gute Maßnahme macht noch kein Gesamtkonzept.
Für uns bedeutet Spezialisierung deshalb nicht, irgendwann ein fertiges Konzept zu haben und daran für immer festzuhalten. Sie bedeutet: beobachten, hinterfragen, anpassen – und manchmal Entscheidungen wieder verändern.
Natürlich gibt es auch bei uns keine Garantie, dass jedes Pferd beschwerdefrei wird. Atemwegserkrankungen gehören diagnostiziert und gegebenenfalls tierärztlich behandelt. Aber Haltung ist das Umfeld, in dem ein Pferd Tag für Tag lebt.
Vielleicht ist unser „Geheimnis“ deshalb am Ende gar keines. Es sind viele sichtbare und unsichtbare Entscheidungen, die immer wieder an derselben Frage ausgerichtet werden:
Was können wir im täglichen Umfeld dieser Pferde besser machen?