24/02/2026
Ein neuer Tollwutfall bei einem Hund in Deutschland – ja das stimmt!
Deutschland gilt seit 2008 frei von der silvatischen Tollwut - die Fledermaustollwut gibt es hier weiterhin. Dennoch ist es wichtig seine Tiere gegen Tollwut zu impfen. Warum?
Vor kurzem gab es einen Tollwutfall in Rheinpland-Pfalz bei einem jungen Hund, der post mortem (nach dem Tode – nur so kann Tollwut im Gehirn sicher nachgewiesen werden) sicher nachgewiesen ist. Dieser Hund wurde im November als Junghund aus einem nicht tollwutfreien Drittland aus Russland mit einem Tiertransport, der weitere Hunde dabeihatte, eingeführt. Wie man inzwischen weiß, ist das Alter des Hundes gefälscht (wurde älter gemacht um als geimpft eingeführt werden zu können) und die Tollwutimpfung und der Tollwuttiternachweis wahrscheinlich ebenso. Tollwut kann auch Wochen bis Monate nach der Infektion ausbrechen. Die Infektion erfolgt über Biss und den in die Bisswunde gelangten infizierten Speichel.
Die nicht gegen Tollwut geimpfte Katze der Familie, die den tollwütigen Hund bei sich bis zu seiner Erkrankung wohnen hatte, musste ebenfalls leider einschläfert werden. Warum? Weil laut Tollwutverordnung nicht geimpfte Tiere, die nachweislich Kontakt zu einem tollwütigen Tier hatten, eingeschläfert werden müssen!
Die Veterinärämter in Deutschland haben alle Hunde des Transporters, die in ganz Deutschland verteilt gewohnt haben, ausfindig machen können, und eine Quarantäne angeordnet. Hatte einer dieser Hunde vom Transporter nachweislich Kontakt zu einem nicht geimpften Tier, ist das ein Problem für die ungeimpften Tiere solange man nicht weiß, ob ein Tier nicht doch infiziert ist.
Ein Welpe aus diesem Transport hat im Dezember für ca. 2 Wochen im Landkreis Cuxhaven in Geestland gelebt und wurde abgegeben bevor der Tollwutfall bekannt war, weil er gebissen hat (nicht aufgrund einer ausgebrochenen Tollwuterkrankung, sondern ein "normaler" Beißvorfall).
Tollwut ist ungeimpft und ohne entsprechende Sofort-Impfung und Prophylaxe nach Biss und dadurch Speichelübertragung in die Bisswunde durch ein infiziertes Tier zu 100% tödlich beim Menschen und natürlich auch bei unseren Hunden und Katzen. Daher empfiehlt meine Praxis schon immer und auch weiterhin die Tollwutimpfung alle 3 Jahre, auch wenn die StikoVet diese Impfung nicht mehr als Core Vakzine (= absolut unerlässliche Impfung) einstuft.
Müssen jetzt alle in Panik verfallen? Nein. Aber bitte lassen Sie Ihre Hunde und Freigängerkatzen gegen Tollwut impfen, sollte diese keinen Impfschutz (mehr) haben! Nur das verhindert sicher eine Infektion und das Überleben Ihres Haustieres nach Kontakt zu einem an Tollwut erkrankten Tier - egal wie unwahrscheinlich einem das erscheint.
Zuletzt gab es 2021 in der Tierklinik Posthausen bei einem illegal aus der Türkei eingeführtem ungeimpften Kangalwelpen einen Tollwutfall (danach mussten 30 Mitarbeiter der Tierklinik not geimpft werden).
Das Bild ist meine Saluki-Italienisches Windspiel-Mix Hündin ohne Tollwut, aber mit einem bezaubernden Grinsen im Gesicht wenn Sie sich über jemanden freut (zugegeben: bei Kontakt mit fremden Hunden benimmt sie sich leider oft wie ein tollwütiger Hund)
https://www.instagram.com/tierarztpraxis.bexhoevede?igsh=MXVrdXRoM2hvaGJqbA==