07/03/2026
Heute möchte ich für Millionen von Reiterinnen und Reitern in Deutschland ein gutes Wort einlegen :
DANKE!
(Vorwort: Verfolgt man bestimmten Seiten und Strömungen, könnte man meinen, das Sportreiten, das Reiten überhaupt und die Pferdehaltung in Deutschland sollten verboten werden.
Es wird meines Erachtens ein vollkommen verzerrtes Bild gezeigt.
Es ist einfach und spektakulär, möglichst prominenten Reitern vorzuhalten, WIE schlecht sie reiten. Das bringt Clicks und man erntet Zustimmung. Der gemeinsame Feind eint.
Man sucht sich vor allem schlechte Passagen aus Videos und schlechte Fotos heraus, um zu belegen, wie heutzutage geritten wird.
Und ja, das finde ich oft auch gruselig. Man darf aber nie das große Ganze außer Acht lassen. Wenn ein Ritt kritisiert wird, schaue ich mir den Ritt ganz an und idealerweise noch die Entwicklung eines Pferdes oder eines Paares.
Nur so komme ich zu einer ganzheitlichen und fairen Betrachtungsweise.
Und dann beachte ich auch die Umstände…. es ist etwas ganz anderes, im stillen Kämmerlein gemütlich vor sich hin zu reiten als eine Aufgabe auf einem Turnier zu bewältigen. Da würde ich mir manchmal wünschen, dass vielleicht wenigstens mal eine Aufgabe der Klasse A zu Hause (vor)geritten würde, vor laufender Kamera.
Und dann sollten die Reiter*innen mal ehrlich schauen, ob der Takt durchgehend passt, ob das Pferd nie hinter oder über den Zügel kommt und ob es durchgehend Losgelassenheit zeigt und niemals das Maul leicht öffnet oder mit dem Schweif schlägt.)
Es geht mir heute aber eigentlich um etwas ganz anderes.
Ich möchte die Reiter*innen erwähnen, die vollkommen „hinten herunter fallen“ in jeglicher Berichterstattung. Weil sie unspektakulär sind.
Es geht um diejenigen Reiterinnen und Reiter, Ausbilder und Richter,
✅ die für ihr Pferd immer das Beste wünschen! Auch, wenn es vielleicht manchmal an Wissen oder Pferdeverstand fehlt
✅die sich bemühen, dass die Haltung ihrer Pferde so angenehm und bedarfsgerecht wie möglich ist, denn dort verbringt das Pferd mindestens 80% seiner Zeit
✅die ihr Pferd so gut wie möglich auch mit dem passenden Futter versorgen, technische Höchstleistungen verbringen, um automatische Heuraufen zu konstruieren, Futterrationen abwiegen….. wenn es denn nötig ist-
✅die jeden Tag mindestens einmal oder im Notfall oder freiwillig auch mehrfach zum Pferd fahren, egal wie das Wetter ist oder wie es ihnen selbst geht
✅die bei Wind und Wetter und bei Frost und im Schlamm die Koppeln und Paddocks abäppeln und die Pferde versorgen
✅die verschlammte Pferdedecken waschen und flicken
✅die die medizinische Versorgung ihrer Pferde sicherstellen, auch, wenn das teuer geworden ist
✅die ihre Zeit ihren Pferden widmen und den Spagat bewältigen zwischen Familie, Beruf, Haushalt und Pferd
✅die auf Urlaub verzichten, weil das Pferd auf nichts verzichten soll
✅die Sattel, Zubehör und Hufpflege immer wieder optimieren, so gut es eben geht
✅die sich hingebungsvoll und geduldig der Pflege und Versorgung ihrer Pferde wirdmen
✅die gemeinsam mit ihren Pferden die Natur geniessen
✅die gemeinsam mit ihren Pferden auch kleine Abenteuer erleben
✅die das alt gewordene Pferd weiter betreuen, ihm einen schönen „Rentnerplatz“ mit guter Versorgung bieten
✅die ein Pferd vielleicht aber auch wieder abgeben, wenn sie merken, dass es einfach nicht passt, auch zum Wohle des Pferdes
✅die sich bemühen, guten Unterricht zu bekommen und besser zu werden
✅die trotz Müdigkeit zum Einschlafen noch etwas Theorie lesen oder einen Podcast hören
✅die sich um eine gute Stimmung auch im Stall und in der Stallgemeinschaft bemühen
✅die hilfsbereit sind und ihren Mitmenschen und den anderen Pferden gegenüber wohlwollend verhalten
✅die Richter und Richterinnen, die sich nach bestem Wissen und Gewissen bemühen, gut, fair und gerecht zu richten
✅die Ausbilderinnen und Ausbilder, die versuchen., ihr Wissen und Können so weiterzugeben, dass die Pferde davon profitieren
✅die vielen ehrenamtlich Tägigen, die sich in den Vereinen im Sinne der Pferde engagieren.
✅die Eltern, Großeltern und Sponsoren, die den Kindern das Reiten ermöglichen
✅die Stallbetreiber und Stallbetreiberinnen, die mit Engelsgeduld ihren Job machen und alle ihnen anvertrauten Pferde im Blick haben
✅die Betreiber*innen von Reitschulen, die nicht aufgeben
Die Liste ist sicherlich nicht vollständig, aber allen möchte ich danke! Dass sie sich engagieren. Zu Hause. Dort, wo sie etwas bewirken können. Dass sie helfen und versuchen im Sinne der Pferde zu denken und zu handeln.
DANKE!